Angst vor erneuter Gewalt: Massive Polizeipräsenz in Kairo

Es waren die größten Proteste in Ägypten seit Jahren: Bei Demonstrationen am Dienstag waren drei Menschen getötet worden. Die Angst vor neuer Gewalt ist groß.
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Massendemonstration in Kairo. Drei Menschen starben.
dpa Massendemonstration in Kairo. Drei Menschen starben.

KAIRO - Es waren die größten Proteste in Ägypten seit Jahren: Bei Demonstrationen am Dienstag waren drei Menschen getötet worden. Die Angst vor neuer Gewalt ist groß.

In Erwartung neuer Proteste hat die ägyptische Regierung in der Hauptstadt Kairo tausende Polizisten in Stellung gebracht. Die Beamten bewachten am Mittwoch die Brücken über den Nil, große Straßenkreuzungen und Plätze, das Gebäude des staatlichen Fernsehens und den Sitz der regierenden Nationaldemokratischen Partei. Das Innenministerium erklärte in einer Stellungnahme, die Polizei werde keine Versammlungen, Märsche oder Proteste tolerieren. Offenbar wurden die Sicherheitskräfte angewiesen, bei ersten Anzeichen neuer Proteste umgehend Gewalt anzuwenden.

Während der Proteste gegen die ägyptische Regierung am Dienstag wurden bis zu 200 Demonstranten festgenommen. Aus Polizeikreisen verlautete am Mittwoch, die Zahl der Festnahmen werde wohl noch steigen, wenn die Beamten die Videoaufnahmen der Protestaktionen in Kairo ausgewertet hätten. Bei den Demonstrationen waren drei Menschen getötet worden. Es waren die größten Proteste in Ägypten seit Jahren. Am Mittwoch blieb die Lage in der Hauptstadt ruhig. Anzeichen für neue Proteste gab es nicht.

Die USA forderten die Regierung von Präsident Husni Mubarak und deren Kritiker zum Gewaltverzicht auf. Gleichzeitig sprach Außenministerin Hillary Clinton der Führung in Kairo ihr Vertrauen aus. Die Regierung von Präsident Mubarak sei stabil und tue ihr bestes, den Forderungen der Demonstranten entgegenzukommen, sagte Clinton auf einer Pressekonferenz in Washington. Das autoritäre Regime in Ägypten zählt zu den wichtigsten Verbündeten der USA in der arabischen Welt.

Der ägyptische Aktienmarkt brach am Mittwoch um mehr als vier Prozent ein. Der Index EGX30 fiel bis zum späten Vormittag auf 6.411,94 Punkte. Seit Beginn des Jahres gab der Index damit schon um mehr als zehn Prozent nach.

dapd

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