Angeblich zu wenig Trinkwasser für Palästina

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat Israel vorgeworfen, die Palästinenser unzureichend mit Wasser zu versorgen. Israel nennt den Bericht «oberflächlich und lügnerisch».
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Palästinensiche Kinder in einer Ruine
dpa Palästinensiche Kinder in einer Ruine

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat Israel vorgeworfen, die Palästinenser unzureichend mit Wasser zu versorgen. Israel nennt den Bericht «oberflächlich und lügnerisch».

Israel hat einen Bericht von Amnesty International als tendenziös zurückgewiesen, wonach es den Palästinensern eine ausreichende Versorgung mit Trinkwasser verweigere. Der israelische Infrastruktur-Minister Uzi Landau sagte am Dienstag, es handele sich um einen «oberflächlichen und lügnerischen Bericht», der die Realität verzerrt darstelle. Israel halte sich an alle Vereinbarungen mit den Palästinensern und liefere ihnen sogar mehr Wasser, als in den bisherigen Verträgen vereinbart worden sei.

Die Palästinenser weigerten sich hingegen bisher, Kläranlagen zu bauen, obwohl sie dafür Geld von internationalen Geberländern erhalten hätten. Landau warf den Palästinensern zudem vor, mit Millionen von Kubikmetern Abwasser das gemeinsame Grundwasser zu verschmutzen. Amnesty International hatte der israelischen Regierung vorgeworfen, durch die totale Kontrolle der gemeinsamen Wasserressourcen und eine benachteiligende Politik würde der Zugang zum Wasser in den besetzten Gebieten unverhältnismäßig eingeschränkt. Zudem würden die Palästinenser am Aufbau einer effektiven Wasserversorgung gehindert. «Israel erlaubt den Palästinensern nur Zugriff auf einen Bruchteil der gemeinsamen Wasservorräte, die größtenteils im besetzten Westjordanland liegen, während die rechtswidrigen israelischen Siedlungen dort geradezu unbegrenzt versorgt werden», sagte Donatella Rovera, bei Amnesty für Israel und die Palästinensergebiete zuständig.. Einem durchschnittlichen täglichen Wasserverbrauch von gerade mal 70 Litern pro Person auf palästinensischer Seite stünden 300 Liter bei den Israelis gegenüber.

20 Liter Wasser am Tag

In abgelegenen palästinensischen Gebieten hätten die Menschen täglich sogar nur 20 Liter zur Verfügung. Bis zu 200.000 Palästinenser würden in ihren Häusern nicht über fließend Wasser verfügen. Dagegen seien die Farmen der israelischen Siedler und ihre Gärten aufwendig bewässert. Außerdem gebe es dort Swimmingpools. Wasser ist ein Grundbedürfnis und ein Recht», so Rovera. «Doch für viele Palästinenser ... ist es ein Luxus geworden, den sie sich kaum leisten können.» Die israelische Wasserbehörde erklärte, Amnesty habe sich gar nicht an die zuständigen israelischen Stellen gewandt, um alternative Informationen zu erhalten. Nach Angaben der Wasserbehörde haben Israelis täglich etwa 400 Liter, die Palästinenser etwa 200 Liter zur Verfügung. Es bestehe damit zwar ein deutlicher Unterschied, der jedoch nicht so drastisch sei wie von Amnesty dargestellt. (dpa)

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