Alphaville-Sänger kritisiert "Beschneidung" und warnt

Nach dem Hin und Her um einen Alphaville-Auftritt auf dem Glücksgefühle-Festival findet Sänger Marian Gold klare Worte: Er warnt vor rechtsradikalen Tendenzen und kritisiert die Veranstalter scharf.
dpa |
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Alphaville-Sänger Marian Gold warnt vor rechtsradikalen Tendenzen in Deutschland. (Archivbild)
Alphaville-Sänger Marian Gold warnt vor rechtsradikalen Tendenzen in Deutschland. (Archivbild) © Jens Kalaene/dpa
Hockenheim

Im Streit um die Aus- und Wiedereinladung seiner Band Alphaville beim Glücksgefühle-Festival auf dem Hockenheimring legt der Sänger Marian Gold nach und warnt zudem vor rechtsradikalen Tendenzen in Deutschland. "Was die Festivalmacher durchsetzen wollten, ist Beschneidung", sagte er dem "Spiegel". "Man kann als Veranstalter nicht einfach bestimmte Dinge ausblenden, weil die einem am Künstler nicht passen."

Alphaville hätte an diesem Wochenende bei dem Festival auftreten sollen, einem der größten Musikfestivals in Deutschland. Die Organisatoren hatten jedoch erklärt, ihr Festival sei "keine Plattform für politische Äußerungen". Da sich Alphaville bei einer früheren Veranstaltung mehrfach politisch geäußert hatte, wurde die Band ausgeladen - und später wieder eingeladen. Sie akzeptierte die Entschuldigung, verzichtete aber auf den Auftritt.

Künstler setzen Zeichen

Zahlreiche Künstler nutzten den ersten Festivaltag am Freitag, um sich für die Band oder für politische Meinungsfreiheit auszusprechen. Auch am zweiten Tag werden entsprechende Äußerungen erwartet. Unter anderem treten die Berliner Band Culcha Candela und DJ Felix Jaehn auf.

Gold kann der Debatte aber auch etwas Gutes abgewinnen. "Das mediale Aufsehen, das durch diesen ganzen Konflikt entstanden ist, hat im besten Fall den aktuell laufenden öffentlichen Diskurs, wie es in Deutschland weitergehen soll, befördert und vielleicht viele Menschen aufgeweckt", sagte der 72-Jährige.

"Dann gute Nacht, Deutschland"

Es sei höchste Zeit, "sich den demokratiefeindlichen und rechtsradikalen Bewegungen, die immer mehr an Boden gewinnen, vehement entgegenzustellen, bevor es zu spät ist", sagte Gold. "Zu spät" sei es dann, wenn solche Kräfte durch Wahlen in Ämter gelangten und die durch das Grundgesetz garantierten Rechte einschränken oder abschaffen könnten. "Wenn ihnen das gelingt, dann gute Nacht, Deutschland", sagte er.

Hinter dem Glücksgefühle-Festival stehen der frühere Fußballstar Lukas Podolski und Eventmanager Markus Krampe. Insgesamt werden rund 250.000 Zuschauer erwartet.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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