Alarm in Uffizien-Galerie nach Hackerangriff

Die Kunstsammlung in Florenz gehört zu den bekanntesten Museen der Welt. Nach einem Angriff aufs IT-System wurden wichtige Stücke jetzt in Sicherheit gebracht. Die Sorge vor einem Einbruch ist groß.
Christoph Sator, dpa |
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In den Uffizien ist die Sorge vor einem Einbruch wie im Louvre jetzt groß. (Archivbild)
In den Uffizien ist die Sorge vor einem Einbruch wie im Louvre jetzt groß. (Archivbild) © Christoph Sator/dpa
Florenz

Aus Angst vor einem spektakulären Einbruch wie im Louvre sind nach einem Hackerangriff auf die Uffizien in Florenz zahlreiche Ausstellungsstücke in Sicherheit gebracht worden. Das Museum - mit mehr als fünf Millionen Besuchern pro Jahr eines der bekanntesten der Welt - ließ zudem Türen und Notausgänge zumauern. Nach einem Bericht der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera" versuchten die unbekannten Täter bereits, mit den gestohlenen Daten eine Art Lösegeld zu erpressen. 

In vielen Museen rund um die Welt sind die Sorgen vor Einbrüchen seit einiger Zeit groß. Grund dafür ist der spektakuläre Kunstraub im Louvre in Paris, wo im Oktober ein Teil der französischen Kronjuwelen gestohlen wurde. Bei den Uffizien gelang es den Hackern nach Informationen aus Ermittlungskreisen seit Februar mehrfach, in die interne Datenbank einzudringen. Dabei seien ihnen neben Passwörtern und Zugangsdaten zum Fotoarchiv auch genaue Lagepläne sowie die Standorte der Überwachungskameras in die Hände gefallen.

Lösegeldforderung aufs private Handy des Museumsdirektors

Dem "Corriere della Sera" zufolge gelangten die Hacker zudem an die private Handynummer von Uffizien-Direktor Simone Verde. Auf diese Weise sei dann die Lösegeldforderung übermittelt worden. Inzwischen ermitteln Staatsanwaltschaft und Polizei. Auch Italiens Behörde für Cyber-Sicherheit ist eingeschaltet. Offiziell gab es von Uffizien-Direktor Verde, der das Museum seit dem Abgang seines deutschen Vorgängers Eike Schmidt 2024 leitet, keinen Kommentar.

Das Museum selbst bestätigte am Freitag einen Hackerangriff am 1. Februar, ohne allerdings Details zu nennen. In einer schriftlichen Stellungnahme wurde zugleich betont, bislang sei nichts beschädigt oder gestohlen worden, auch "absolut keine Passwörter". Die Verschließung von Türen wurde auch mit Brandschutz-Auflagen begründet. Der Austausch von Überwachungskameras habe bereits vor dem Angriff begonnen und sei dann beschleunigt worden.

Die fast 500 Jahre alten Uffizien gehören zu den bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt, mit einem Schwerpunkt auf Gemälden und Skulpturen aus der Renaissance. Zum Bestand zählen berühmte Werke von Italienern wie Michelangelo, Raffael, Leonardo da Vinci und Sandro Botticelli, aber auch von Rembrandt und Hans Holbein. Zu den Uffizien gehören auch der Palazzo Pitti und die Boboli-Gärten.

Schmuckstücke jetzt im Tresor der Bank von Italien

Nach Informationen des "Corriere della Sera" wurden Schmuckstücke aus dem Tesoro dei Granduchi (Schatzkammer der Großherzöge) nun sicherheitshalber in einen Tresorraum der Banca d'Italia gebracht, der italienischen Notenbank. Mehrere Ein- und Ausgänge blieben jetzt bis auf Weiteres geschlossen. Befürchtet werde auch, dass Informationen wie das umfangreiche digitale Archiv des Museums, das in jahrelanger Arbeit erstellt wurde, im Darkweb landen.

Der Zeitung zufolge, die sich auf die Angaben von Ermittlern und Museumsmitarbeitern stützt, könnten die Hacker bereits im August vergangenen Jahres erstmals in das IT-System der Uffizien eingedrungen sein. Wahrscheinlich sei dies über eine Schwachstelle in einer veralteten Software für die Verwaltung der Bilder geschehen, hieß es. "Das war eine der wenigen Stellen, die noch nicht digitalisiert waren. Da sind sie reingekommen" zitierte das Blatt eine interne Quelle im Museum.

Die Uffizien gehören zusammen mit dem Kolosseum in Rom und den Anlagen der vom Vulkan Vesuv verschütteten Stadt Pompeji zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Italiens. Noch mehr Besucher als die Gemäldegalerie in Florenz haben die Museen des Vatikans, die auf dem Gelände des katholischen Kirchenstaats mitten in Rom liegen. Auch dort waren nach dem Einbruch im Louvre die Sicherheitsvorkehrungen für die Sixtinische Kapelle und die anderen Räume verstärkt worden.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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