ADAC-Test: Fast jeder zweite unbewirtschaftete Rastplatz ist mangelhaft
Die meisten Bundesländer sind in den Sommerferien, und pünktlich zur Reisezeit veröffentlicht der ADAC einen Test von unbewirtschafteten Rastplätzen an deutschen Autobahnen. Es zeigt sich ein erschreckendes Ergebnis. An vielen Rastplätzen sind die Zustände so schlecht, dass Reisende den Stopp lieber auf den nächsten Ratshof verschieben sollten. Fast die Hälfte der Rastplätze fällt durch, zwei Drittel haben sich im Vergleich zum letzten Test 2022 verschlechtert. Der Automobilclub sieht erheblichen Handlungsbedarf bei Instandhaltung, Reinigung und Kontrolle der Anlagen.
Für den Test hat der ADAC vom 13. bis zum 26. März entlang der 15 längsten Bundesautobahnen die gleichen 50 Rastplätze untersucht wie schon vor vier Jahren. Bis auf zwei Anlangen, die sich aufgrund von Baustellen nicht anfahren ließen. Untersucht wurden unter anderem die sanitären Anlagen sowie die Parksituation und die Sicherheit vor Ort.
Toiletten oft in schlechtem Zustand
Laut ADAC hat sich die Qualität der meisten unbewirtschafteten Rastplätze im Vergleich zum Test vor vier Jahren verschlechtert. 64 Prozent der Rastplätze schneiden schlechter ab, nur 8 Prozent haben sich verbessert. Die Zahl der Anlagen, die mit "gut" bewertet wurden, hat sich mehr als halbiert und ist von 40 auf 18 Prozent gefallen. Kein einziger Rastplatz erhielt von den Prüferinnen und Prüfern die Note "sehr gut". 23 von 50 Anlagen erhielten die Note "mangelhaft" oder "sehr mangelhaft".
Bei den meisten Anlagen waren die Toiletten der größte Schwachpunkt. Fast zwei Drittel (62 Prozent) erhielten die Note "mangelhaft" oder "sehr mangelhaft". Nicht selten kam vor, dass die Toiletten verschlossen waren, ohne das darauf auf den Schildern zuvor hingewiesen wurde. Ersatzlösungen fehlten oft. Die Toiletten, die zugänglich gewesen sind, zeigten zahlreiche Mängel, wie etwa fehlende Handseifenspender, Handtrockner oder Toilettenpapier. Teilweise funktionierten Wasserhähne nicht, Toilettenkabinen ließen sich nicht abschließen. Behindertengerechte Toiletten gab es nur an 41 Rastplätzen, viele waren nicht bedarfsgerecht ausgestattet.
Parken ja, erholen nein
Punkten konnten viele Rastanlagen in der Kategorie "Parken und Verkehr". Zwei Drittel der Anlagen wurden von dem ADAC hier mit "gut" oder "sehr gut" bewertet. Parkplätze für Wohnmobile oder Autos mit Anhängern fehlten jedoch häufig. Bei den Außenanlagen zeigte sich jedoch wieder ein anderes Bild. Nur zwei der getesteten Rastanlagen hatten einen Spielplatz für Kinder, kaum ein Rastplatz war mit Spazierwegen ausgestattet. Im Schnitt erhielten die Rastplätze hier die Note "ausreichend". Die gleiche Note wurde im Schnitt auch in der Kategorie "Persönliche Sicherheit" vergeben. Zwar gab es an allen getesteten Anlagen Handyempfang und ein beleuchtetes Toilettenhaus, doch in mehr als der Hälfte der Fälle (54 Prozent) fehlte bei den Pkw- und Lkw-Parkplätzen eine ausreichende Beleuchtung.
Viele Rastplätze wiesen zudem Spuren von Vandalismus auf. So fanden die Expertinnen und Experten an nur zwei Rastplätzen keine Graffiti -Schmierereien, mit Aufklebern zugeklebte Schilder oder gar beschädigte Einrichtungen vor. Insgesamt kommt der ADAC zu dem Urteil, dass viele Rastplätze nicht die grundlegendsten Anforderungen wie saubere Toiletten oder ein sicheres Umfeld erfüllen können.
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