13 Kinder eingesperrt: Die Horror-Eltern von Perris - Jetzt stehen sie vor Gericht

Die Horror-Eltern von Perris in Kalifornien stehen am Donnerstag vor Gericht. Die Familie hat laut Nachbarn sehr zurückgezogen gelebt.
| Lisa Marie Albrecht
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Trügerische Idylle? David und Louise Turpin mit ihren 13 Kindern bei der Erneuerung ihres Eheversprechens.
Facebook/David-Louise Turpin Trügerische Idylle? David und Louise Turpin mit ihren 13 Kindern bei der Erneuerung ihres Eheversprechens.

Perris - Nun müssen sie sich verantworten: Das kalifornische Ehepaar, das seine 13 Kinder unter grausamen Bedingungen gefangen gehalten haben soll, soll heute vor Gericht erscheinen.

Dem Paar aus der Stadt Perris südöstlich von Los Angeles werden schwere Misshandlung und Kindesgefährdung vorgeworfen, wie das Bezirkssheriffbüro in Riverside am Montag mitgeteilt hatte. Die Behörde spricht dabei sogar von "Folter" (torture). Greg Fellows, Chef des Riverside County Departments, das die Ermittlungen übernimmt, erklärte diese Wortwahl bei einer Pressekonferenz mit der Mangelernährung der teils erwachsen Kinder, der Fesselung und der schmutzigen Umgebung.

Die Kinder seien physisch und psychisch missbraucht worden, so Fellows. Allerdings gebe es bisher keine Hinweise auf sexuellen Missbrauch. Auch über eine religiöse Motivation kann die Behörde noch nichts sagen – die Eltern des angeklagten Vaters David Turpin hatten erzählt, dass die Familie streng religiös sei.

Zwar will die Behörde noch keine Angaben darüber machen, wie lange das Martyrium der Kinder andauerte, allerdings weise der Zustand darauf hin, dass es über eine gewisse Zeitspanne andauerte, so eine Sprecherin.

Warum David und Louise Turpin ihre eigenen Kinder so behandelten, ist weiter unklar. Die Mutter sei "perplex" gewesen, als die Polizisten das Haus betraten und die Eltern befragten, so Fellows.

Kinder "zu Tode verängstigt"

Nachbarn zeigten sich entsetzt über die Tragödie, die sich ganz in ihrer Nähe abspielte. Dem Sender CNN berichten sie, dass man die Kinder nicht oft gesehen habe. Die Nachbarin Kimberly Milligan erinnert sich, dass sie einmal einige der Geschwister ansprach, als sie Weihnachtsdekoration aufhängten. "Sie froren ein", erinnert sie sich. Sie hätten "zu Tode verängstigt" gewirkt und kein Wort gesagt, obwohl sie sie zu beruhigen versuchte.

Louise Turpins Schwester sagte in einem Interview mit dem Sender NBC, sie sei wütend auf ihre Schwester und verletzt über die Bedingungen, unter denen ihre Neffen und Nichten leben mussten. "Unser Leben war nicht perfekt, als wir aufgewachsen sind", sagte sie. "Aber sie hat nicht so gelebt. Und auch David nicht."

Kippte das Familienidyll?

David Turpins Mutter Betty dagegen betonte, dass die Turpins eine "höchst respektable Familie" seien. Wenn die Familie nach draußen ging – etwa auf einen der zahlreichen Ausflüge nach Disneyland – hätten die Eltern die Kinder nach dem Alter aufgereiht, die Eltern hätten den Anfang und das Ende der Schlange gebildet.

Ob es diese Familienidylle gab und sie irgendwann kippte – eventuell durch die hohen Schulden, die die Eltern anhäuften – oder David und Louise Turpin diese nur vorspielten, müssen nun die Behörden herausfinden.

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