10 verrückte Fakten rund um die Nobelpreise

Mit der Ankündigung, Sepp Blatter für einen Nobelpreis nominieren zu wollen, sorgte Wladimir Putin diese Woche gleichermaßen für Verwunderung und Erheiterung. Es geht aber noch deutlich kurioser!
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Zeigten am Wochenende in St. Petersburg demonstrativ Zusammenhalt. Der Noch-FIFA-Präsident Sepp Blatter (l.) und Russlands Staatschef Wladimir Putin.
dpa Zeigten am Wochenende in St. Petersburg demonstrativ Zusammenhalt. Der Noch-FIFA-Präsident Sepp Blatter (l.) und Russlands Staatschef Wladimir Putin.

Mit der Ankündigung, Sepp Blatter für einen Nobelpreis nominieren zu wollen, sorgte Russlands Staatschef Wladimir Putin diese Woche gleichermaßen für Verwunderung und Erheiterung. Dabei wäre eine Nominierung des unter Korrupstionsverdacht stehenden FIFA-Präsidenten bei weitem nicht das erste Kuriosum in der langen Liste merkwürdiger Nominierungen und Vorkommnisse rund um die Nobelpreise.

 

München - "Ich meine, Menschen wie Herr Blatter oder die Leiter anderer internationaler Sportorganisationen oder der Olympischen Spiele sollten besondere Anerkennung erfahren. Wenn es jemanden gibt, der den Nobelpreis verdient, dann sind es diese Leute", sagte Putin im Schweizer Fernsehen. Mit dieser Argumentation kann er dabei wohl nur den Friedensnobelpreis gemeint haben. Für den gab es durchaus schon andere fragwürdige Nominierungen.

 

Wir präsentieren Ihnen zehn verrückte Fakten rund um die Nobelpreise:

 

Friedensstifter Adolf Hitler

Auch Adolf Hitler war mal für den Friedensnobelpreis nominiert – allerdings nur kurzzeitig: Der schwedische Abgeordneten E. G. C. Brandt schlug den Diktator Anfang 1939 vor, zog seine Nominierung dann allerdings schon am 1. Februar 1939 wieder zurück. Begründung: Die Aktion sei nur satirisch gemeint gewesen. Außerdem hätte Hitler den Preis sowieso nicht akzeptieren können: Bereits 1935 hatte er einen Beschluss erlassen, der es Reichsdeutschen „für alle Zukunft“ verbat, Nobelpreise anzunehmen.

 

Einstein kauft sich frei

Albert Einstein erhielt 1922 rückwirkend für 1921 den Physik-Nobelpreis und nutzte das Geld, um sich freizukaufen: Schon 1919 hatte er sich von seiner damaligen Ehefrau getrennt und ihr im Gegenzug die Einnahmen aus zukünftigen Nobelpreis-Gewinnen versprochen. Seine neugewonnene Freiheit nutzte Einstein dann, um seine Cousine zu heiraten.

 

Tod kurz vor der Nominierung

Seit 1974 werden Nobelpreise nicht mehr posthum verliehen. Die einzige Ausnahme zu dieser Regelung fand 2011 statt: Damals verkündete man Ralph Steinman als Preisträger in der Kategorie Medizin und erfuhr erst hinterher, dass er wenige Tage zuvor verstorben war.

 

Michael Jackson posthum nominiert

2009 nominierten zahlreiche Michael Jackson Fans den verstorbenen King of Pop für den Friedensnobelpreis, da er sich „restlos und selbstlos für die weltweite Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern sowie der ganzen Menschheit“ eingesetzt habe. Als Toter kam er jedoch trotz dieser flammenden Argumentation nicht mehr als Preisträger in Betracht.

 

Nobelpreis für Putin

Wladimir Putin will Sepp Blatter für den Friedensnobelpreis 2016 nominieren. Er selbst war auch schon mal Kandidat: 2014 schlug ihn die „Internationale Akademie der geistlichen Einheit der Völker der Welt“ vor, da Putin im Syrienkonflikt verhandelt hatte.

 

Dauerbrenner Kohl

Ein regelrechter Dauerbrenner auf der Liste der Friedensnobelpreis-Kandidaten ist Helmut Kohl: Der ehemalige Bundeskanzler wurde seit 1990 jedes Jahr nominiert. Gewonnen hat er bislang noch nicht.

 

CSU nominierte Timoschenko

Die CSU wollte der ukrainischen Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko den Friedensnobelpreis zukommen lassen. Dass Timoschenko vor ihrer Inhaftierung im Verdacht stand, korrupt zu sein, störte die CSU dabei offenbar nicht. Wohl aber ein Zitat der Politikerin. Über Wladimir Putin sagte sie, sie sei „bereit, eine Maschinenpistole zu nehmen und diesem Dreckskerl eine Kugel in den Kopf zu schießen.“ Daraufhin zog die CSU die Nominierung zurück.

 

Familie Curie – Die Dauersieger

Marie Curie bekam 1903 zusammen mit ihrem Mann Pierre den Nobelpreis für Physik. 1911 gelang ihr dann das Kunststück, noch einen zweiten Nobelpreis einzuheimsen – und zwar in einer anderen Kategorie. Das Multitalent wurde auch als überragende Chemikerin ausgezeichnet. Und das Talent vererbte sie offenbar weiter: 23 Jahre später gewann ihre Tochter Irène zusammen mit deren Ehemann Frédéric Joliot noch einen Nobelpreis und zwar erneut für Chemie.

 

Nobelpreis für den falschen

Auch das Nobelpreis-Komitee ist nicht vor Fehlern gefeit. So verlieh man 1923 dem Kanadier Kanadier John Macleod den Preis in der Kategorie Medizin für die Entdeckung des Insulins. Dabei hatten Mitarbeiter seines Instituts die Entdeckung gemacht, während Macleod im Urlaub war.

 

Kein Friedensnobelpreis 1948

1948 wurde der Friedensnobelpreis nicht vergeben. Der Grund dafür ist tragisch: Aus heutzutage nicht nachvollziehbaren Gründen war der Indische Pazifist und Aktivist in den Jahren zuvor viermal für den Nobelpreis nominiert worden, hatte ihn aber nie gewonnen. Kurz nach seiner fünften Nominierung im Jahr 1948 wurde er erschossen. Um das Versäumnis, Ghandi nicht zu Lebzeiten ausgezeichnet zu haben, zu entschuldigen, entschied sich das Komitee, 1948 niemandem mit dem Preis zu ehren.

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