Zweite Stammstrecke für München: Die neuen Pläne im Osten

Seit Jahren wird an der Zweiten Stammstrecke gebaut - aber nur im Westen. Im Osten passierte lange Zeit nichts. Nun wird die Baustelle konkreter.
| Hüseyin Ince
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Mit ihr soll vieles besser werden: die Zweite Stammstrecke in München. (Archivbild)
Mit ihr soll vieles besser werden: die Zweite Stammstrecke in München. (Archivbild) © Peter Kneffel/dpa

München - "Schummel-Tunnel", "DB - die Achse des Bösen", mit Sprüchen wie diesen zogen 2010 Demonstranten gegen die Zweite Stammstrecke durch Haidhausen. Im Osten der Stadt war die Zahl der Gegner von jeher besonders groß. Zwischen 2017 und 2019 verstärkte sich der Protest noch einmal.

Vor allem Anwohner demonstrierten, weil große Baustellen im Stadtgebiet geplant waren, etwa rund um den Orleansplatz. Hier wollte die Bahn 15 bis 20 Meter tief buddeln und die neue, unterirdische Haltestelle Ostbahnhof für die neue Stammstrecke bauen. Bohren, Betonieren, Lärm und Staub: Eine jahrelange Baugrube wäre die Folge gewesen, ähnlich wie am Marienhof.

Daher hat sich die Bahn 2019 umentschieden. Die Verantwortlichen verlagerten die Haltestelle vom Orleansplatz in Richtung Friedenstraße - also auf die Südseite des Ostbahnhofs. Doch eine Baugenehmigung fehlte bisher. Vor einer Baugenehmigung müssen ohnehin die sogenannten Planfeststellungsunterlagen ausgelegt werden. Betroffene Bürger können dann die Unterlagen einsehen und eventuell berechtigte Einwände einreichen.

Bürger können bei Zweiter Stammstrecke mitgestalten

Und das passiert nun. Als Betroffene des Bauprojekts gelten übrigens nicht nur Anwohner. Auch Pendler können berechtigte Einwände einreichen und so das Projekt mitgestalten.

Die Bahn legt seit Montag die Planfeststellung "PFA 3 Ost" offen. Einen Monat lang können die Pläne begutachtet werden, nämlich bis zum 10. November 2021. Im Internet kann man die Unterlagen hier abrufen

Das sind die wichtigsten Inhalte der offengelegten Planfeststellung

Haltestelle: Die große Baugrube für die neue Haltestelle Ostbahnhof soll nun parallel zur Friedenstraße, südlich des bisherigen Ostbahnhofs, ausgehoben werden. Sie wird etwa 15 Meter tief sein. Das wird wohl die größte Baustelle.

Rettungsschacht 1: Dort, wo Rosenheimer Straße und Orleansstraße aufeinandertreffen, wird zwischen den Gleisen ein etwa 15 Meter tiefer Rettungsschacht gebohrt. Er soll Fahrgäste in Notfällen ins Freie führen.

Rettungsschacht 2: Auf Höhe Kirchenstraße 96 (Kreuzung Orleansstraße/Berg-am-Laim-Straße, nahe Haidenauplatz) soll auch ein Rettungsschacht gebohrt werden.

Zweite Unterführung: Westlich der bisherigen Fußgängerunterführung des Ostbahnhofs plant die Bahn eine weitere Fußgängerunterführung, die ebenfalls Friedenstraße und Orleansplatz verbinden soll.

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Unterirdische Bohrarbeiten: Zwei Tunnelröhren sollen am Ende anschließen zur Station Leuchtenbergring der Zweiten Stammstrecke. Hierzu werden zwei unterirdische Bahngleise samt Röhre gebaut und gebohrt.

Dritte Röhre: Parallel zu den Fahrtunnelröhren muss gemäß Baurecht eine dritte Röhre entstehen. Sie dient künftig als Rettungs- sowie Erkundungsstollen.

Fußgängersteg: Am östlichen Bahnsteigende des Ostbahnhofs möchte die Bahn einen vorübergehenden Fußgängersteg errichten, der den Weg der Reisenden während der Bauzeit verkürzen soll.

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Die erste Münchner S-Bahn-Stammstrecke wurde zu Olympia 1972 eröffnet. Etwa 1,35 Millionen Einwohner hatte die Stadt damals. Heute sind es etwa 1,56 Millionen Einwohner, also rund 210.000 mehr Münchner.

Laut Bahn bringt auch das die Stammstrecke an ihre Kapazitätsgrenze. Täglich werden hier bis zu 840 000 Fahrgäste gezählt. Die Zweite Stammstrecke soll bis zu vier Milliarden Euro kosten.

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