Zum Jahresende geschlossen: Das wird aus der Bayernkaserne

Die Einrichtung für die Erstaufnahme von Flüchtlingen schließt Ende des Jahres. Die AZ erklärt, wie es dann weitergeht.
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Die Bayernkaserne wird zum 31. Dezember geschlossen.
dpa Die Bayernkaserne wird zum 31. Dezember geschlossen.

München - Für die Flüchtlingshelfer der Inneren Mission hat das Jahr einen versöhnlichen Ausgang genommen: Der vielkritisierte Plan, die Kurzaufnahme-Einrichtung für Migranten nach Schließung der Bayernkaserne auf den Fürstenfeldbrucker Fliegerhorst zu verlegen, ist vom Tisch. Stattdessen wird sie an das Ankunftszentrum im Euro-Industriepark "angedockt". "Das ist die absolut beste Lösung für die Menschen", sagt Andrea Betz, Leiterin der Abteilung Hilfen für Flüchtlinge, Migration und Integration des evangelischen Werkes.

Was bedeutet das genau? Die Regierung von Oberbayern schließt die Bayernkaserne zum 31. Dezember. Die Geflüchteten, die in der Erstaufnahmeeinrichtung untergebracht waren, wurden auf deren Dependancen in und um München verteilt. Hintergrund: Die Stadt will auf dem Gelände ein Wohngebiet schaffen.

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Werden tatsächlich alle Häuser auf dem Areal aufgelöst? Nein. Die Stadt will in den Gebäuden, die von der ersten Bauphase für die neuen Wohnungen nicht betroffen sind, weiter Flüchtlinge unterbringen. "Wir begrüßen das sehr", sagt Betz. "Die starke soziale Infrastruktur in der Bayernkaserne sollte bis zum letzten Tag genutzt werden."

Was ist eine "Kurzaufnahme"? Dort warten neu ankommende Flüchtlinge nach ihrer Registrierung im Ankunftszentrum darauf, innerhalb Bayerns weiterverteilt zu werden. Dass Ankunftszentrum und Kurzaufnahme (500 Plätze) nun in Laufweite voneinander liegen, macht Sinn.

"Ehrenamtliche Helfer kann man nie genug haben"

Wer kommt derzeit hier an? Laut Regierung von Oberbayern vor allem Menschen aus der Subsahara-Region: zuletzt stammten 37 Prozent aus Nigeria, 14 Prozent aus Somalia und 11 Prozent aus Sierra Leone.

Wie fällt das Fazit der Inneren Mission für 2016 aus? Das Hilfswerk ist in 20 Münchner Unterkünften tätig, unter anderem bei der Asylsozialberatung, der Ehrenamtskoordination und in vier Objekten als Betriesführung. Die 245 Haupt- und 680 Ehrenamtlichen betreuen rund 4.500 Geflüchtete. "Wir haben es geschafft, Flüchtlinge schnell unterzubringen und zu betreuen", sagt Andrea Betz.

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Wo hakt es? Vor allem bei der Migrationsberatung, also wenn Geflüchtete anerkannt sind, es um Wohnungen, Jobs und Familiennachzug geht. Der Bedarf sei um das Vierfache angestiegen, sagt Andrea Betz – "die Zahl unserer Stellen leider nicht". Derzeit ist ein Berater für 500 bis 600 Menschen zuständig, in der Vergangenheit lag der Schlüssel bei 1:150.

Sind die Münchner noch hilfsbereit? Ja. Bei der "diakonia" wurden heuer 2.000 Tonnen Kleiderspenden abgegeben. Auch die meisten Ehrenamtlichen sind in der Flüchtlingshilfe geblieben. Trotzdem werden weitere Unterstützer gesucht – vor allem Paten und Mentoren. Denn, so sagt Andrea Betz, "ehrenamtliche Helfer kann man nie genug haben".

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