Zu Gast beim Gaudibua

Das „Roy” am Sendlinger Tor: Die Partys hier sind Kult – und mittwochs feiert das iPhone mit.
| Laura Kaufmann
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Champagner am Mahagonitresen: Günther Grauer (2.v.l) lockt mit Aktionen wie der Wurlitzer-Party auch ein jüngeres Publikum an – und greift nach wie vor gern selbst zum Mikrophon.
Daniel von Loeper 2 Champagner am Mahagonitresen: Günther Grauer (2.v.l) lockt mit Aktionen wie der Wurlitzer-Party auch ein jüngeres Publikum an – und greift nach wie vor gern selbst zum Mikrophon.
Champagner am Mahagonitresen: Günther Grauer (2.v.l) lockt mit Aktionen wie der Wurlitzer-Party auch ein jüngeres Publikum an – und greift nach wie vor gern selbst zum Mikrophon.
Daniel von Loeper 2 Champagner am Mahagonitresen: Günther Grauer (2.v.l) lockt mit Aktionen wie der Wurlitzer-Party auch ein jüngeres Publikum an – und greift nach wie vor gern selbst zum Mikrophon.

München - Das „Roy” am Sendlinger Tor war für Promis mal die Anlaufstelle Nummer eins, und sieht noch genauso aus wie in den 80ern. Die Partys hier sind Kult – und mittwochs feiert das iPhone mit.

Unseren Plüschpalast” nennen die zwei eleganten Damen am Ecktisch das „Roy”. Sie haben gerade gegessen und trinken jetzt Champagner, während ihre Fußknöchelhohen Hunde um die Bar tollen. Langsam füllt sich die die Kneipe am Sendlinger Tor.

Es ist Mittwoch, keiner der großen Ausgehtage. An dem feiert wird Wirt Günther Grauer jetzt jede Woche die Wurlitzer Party: Per iPhone oder iPod können sich die Gäste in die Playlist einloggen und Lieblingssongs an oberste Stelle rücken. „Als ich das Roy vor vier Jahren übernommen habe, habe ich es offener gemacht”, sagt Grauer. „Früher war das Roy eher exklusiv.”
Früher, das waren die Zeiten nach 1978, als Roy Dubowy den Laden aufmachte. Als hier Prominente nach Auftritten in der Stadt noch eine After-Show bei Roy feierten. Siegfried und Roy waren da und Tina Turner, das Foto von Roy und Frank Sinatra wurde irgendwann zur Wiesnzeit geklaut, dafür hängen dort Michael Jackson und die goldene Schallplatte von Bonnie M.

Neben Kay Wörschings Bistro war das Roy „the place to be”, die Nächte wurden durchgefeiert, die Sperrstunde galt hier nicht. Günther Grauer war da selbst noch Wirt, in einem Landgasthof am Starnberger See. „Ich war halt als Gaudibua bekannt”, sagt er – deswegen sang er für eine Freundin bei ihrer Hochzeit „Ganz in Weiß” von Roy Black – und stand am nächsten Tag als „singender Wirt vom Starnberger See” in der Lokalzeitung. Mit vier, fünf, Playback-Kassetten fing der Entertainer an, kurze Zeit später trat er mit Petra Perle als Duo auf. Auch im Roy. „Wir haben uns gewundert, ob wir da richtig sind mit deutschen Schlagern, die Leute waren so fein wie für einen Ball rausgeputzt”, sagt Grauer. Aber die beiden kamen super an – immer.

„Magst es ned haben”, fragte später die neue Wirtin vom Roy. Seit der Namensgeber die Bar abgegeben habe, lief es nicht wie früher. „Die Leute wollen doch eh nur dich sehen.” Günther Grauer wollte. Er sanierte behutsam, senkte die Preise ein wenig. Und die Leute kamen wieder.

Das Roy lebt vom Kult, den roten Samtpolstern, der üppigen Deko. Auch heute noch füllt sich es sich spät, bis früh morgens gröhlen die Gäste am Wochenende Udo Jürgens und Frank Sinatra mit. „Normal gutbürgerlich bis bissl prominent bis bissl schräg”, ist das Publikum, sagt Grauer. Ab Mitte Zwanzig bis zu Gästen, die schon zu Roys Zeiten hier gefeiert haben. Die „Dinner und Show”-Abende hat Grauer beibehalten, Musiker und Kabarettisten treten auf, und alle paar Wochen der singende Wirt persönlich – das nächste Mal zur „Roy Birthday Show” am 11. Februar. Heute, da bestimmen iPhones das Programm.

Infos zum Lokal

Herzog-Wilhelm-Straße 30, Mo. bis Sa. 18 – 4 Uhr, www.bar-roy.net, Tel.592596

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