Fat Cat muss weichen: Münchens Off-Kultur droht Heimatlosigkeit

Nach dem Ende im alten Gasteig sucht das Fat Cat eine neue Bleibe. Das sagt der BR zu dem Vorschlag von Till Hofmann.
Volker Isfort
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So soll das BR-Rundfunkareal an Hopfenstraße einmal ausehen, wenn ein Investor gefunden ist.
BR/der db-stadtplan/Johannes Prünte 2 So soll das BR-Rundfunkareal an Hopfenstraße einmal ausehen, wenn ein Investor gefunden ist.
Till Hofmann in seinem Vereinsheim
Lindenthaler/Imago 2 Till Hofmann in seinem Vereinsheim

Fat Cat muss weichen: Münchens Off-Kultur droht Heimatlosigkeit
 

Es gab viel zu feiern für Till Hofmann bei seinem Sommerfest auf der Dachterrasse des Fat Cat am vergangenen Dienstag: 70 Jahre Münchner Lach- und Schießgesellschaft, 30 Jahre Lustspielhaus, 20 Jahre Vereinsheim, 11 Jahre Bellevue di Monaco. Doch der dreijährige Geburtstag des Fat Cat ist auch verbunden mit dem Abschied aus dem ehemaligen Gasteig-Gebäude. Mehr als 200 Bands, fünf Chöre, Künstler und Theatergruppen hatten während der Zwischennutzung vor der Sanierung hier zu günstigen Bedingungen ihren Raum gefunden.

Das Boomgebäude der Off-Kultur muss zum 1. September geräumt werden. Hunderte Künstler sind dann heimatlos. Und trotz intensiver Suche ist es Till Hofmann und der Stadt bislang nicht gelungen, in Innenstadtlage ein vergleichbares Gebäude zu finden, um den Erfolg des Fat Cat fortzuführen.

Wo soll die Münchner Off-Kultur hin?

Immerhin hat Till Hofmann einen Plan: "Ich würde auf den Studiobau des BR setzen. Den will der BR ja verkaufen, und bis das angesichts des Denkmalschutzes über die Bühne ist, könnte man vieles 1:1 vom Fat Cat übernehmen. Das könnte auch für den BR eine Chance sein", sagte er im AZ-Interview.

Till Hofmann in seinem Vereinsheim
Till Hofmann in seinem Vereinsheim © Lindenthaler/Imago

Das klingt großartig, denn das Funkhaus-Areal am Rundfunkplatz, das der BR seit dem Umzug auf den BR-Campus in Freimann zum Teil nicht mehr braucht, wäre natürlich ein idealer Platz. Aber wie realistisch sind solche Pläne?

Der BR sucht Investoren 

Erst vor zwei Wochen hat der BR ein europaweites Vergabeverfahren zur Suche nach passenden Investoren für die Weiterentwicklung des südlichen Funkhausareals in München gestartet. Auch das ZDF will einziehen. Gibt es dennoch Raum und Zeit für eine kulturelle Zwischennutzung?

Auf Anfrage der AZ teilt ein BR-Sprecher mit: "Bis mindestens Ende 2027 nutzt der BR das gesamte Funkhaus-Areal noch als Betriebsgelände. Auch die nachhaltige Räumung des Studiobaus läuft noch. Die Investorensuche findet parallel statt. Eine Weiternutzung im aktuellen Zustand ist ohne Investitionen u.a. in den Brandschutz nicht möglich." Das klingt auf den ersten Blick nicht sonderlich ermutigend. Der BR teilt aber auch mit, dass er "das Anliegen gerne frühzeitig im Verkaufsverfahren platzieren" werde: "Perspektivische Nutzungsmöglichkeiten für den Studiobau wären vom künftigen Investor zu entwickeln."

Investoren mit mäzenatischem Interesse an der Off-Kultur sind allerdings so zahlreich wie Einhörner außerhalb der Sagenwelt.

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