Vor 200 Jahren wurde München zur Universitätsstadt: Das hält Söder von der LMU heute
In der prachtvollen, im Jugendstil gehaltenen Großen Aula der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) versammeln sich am Dienstagnachmittag Vertreterinnen und Vertreter der Hochschule, um 200 Jahre LMU-Geschichte in München zu feiern. Unter den Gästen ist Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU).
Markus Söder lobt die LMU
In seiner Ansprache würdigt Söder die historische Entscheidung von König Ludwig I., die den Grundstein für den heutigen Wissenschaftsstandort Bayern legte. "Die besten Köpfe der Welt sollen in Bayern forschen und lehren. Wir schaffen dazu mit der Hightech-Agenda Bayern ein einzigartiges Umfeld für Forschung und Wissenschaft. Die LMU ist ein zentraler Pfeiler unseres Erfolgs", sagt er.
"Die LMU hat einen absoluten Weltruf, vereint Hightech und Herz und ist unsere Nobelpreis-Schmiede." Er betont ihre Bedeutung für den Freistaat: "Ich bin überzeugt: Forschung und Innovation sind die Basis für ein erfolgreiches Bayern auch in der Zukunft."

Und doch ist die LMU eigentlich keine "echte Münchnerin". Ihre Geschichte beginnt 1472 in Ingolstadt, wo Herzog Ludwig der Reiche die Universität gründete. Drei Jahrhunderte später, im Jahr 1800, wurde sie nach Landshut verlegt – und schließlich 1826 von König Ludwig I. in die Residenzstadt München geholt. Erst 1840 bezog die LMU ihr heutiges Hauptgebäude, entworfen von Friedrich von Gärtner.

Mit knapp 55.000 Studierenden, etwa 300 Studiengängen und 800 Professuren gehört sie heute zu den größten und renommiertesten Universitäten Deutschlands. Die imposante Architektur und die strahlend-türkisen Brunnen prägen das Stadtbild und laden besonders im Sommer Studierende zur Erholung ein.
Ein weiterer feierlicher Anlass
Am selben Tag feiert die Universität den Amtsantritt ihres neuen Präsidenten, Professor Matthias Tschöp. Seit Oktober vergangenen Jahres leitet der 59-Jährige die LMU. Zuvor leitete er Helmholtz Munich, war Vizepräsident der Helmholtz-Gemeinschaft für Gesundheit und baute als Alexander-von-Humboldt-Professor eine Abteilung für Stoffwechselforschung an der TU München auf.
Söder bezeichnet Tschöp als "Idealbesetzung" und lobt seine Münchner Wurzeln, seine LMU-Prägung sowie internationale Erfahrung und strategische Kompetenz. Gleichzeitig dankt er dem langjährigen Präsidenten Bernd Huber für seine Verdienste.

In seiner Antrittsrede betont Tschöp, dass Wissenschaft die Grundlage jeder gesellschaftlichen Entwicklung bildet: "Dass wir heute hier sein dürfen, verdanken wir auch den Spitzenleistungen der Wissenschaft vergangener Jahrhunderte." Er mahnt, dass die LMU aus ihrer langen Geschichte keinen Grund zur Selbstzufriedenheit ziehe: "Wir feiern heute 200 Jahre Translokation – und im nächsten Jahr blicken wir auf 555 Jahre LMU‑Geschichte zurück. Das verleitet uns nicht zur Nostalgie, sondern verpflichtet zu ständiger Erneuerung." Für die Zukunft verspricht er: "Wir werden jeden Tag daran arbeiten, diese Universität noch besser zu machen."

