Zehntausende feierten in Münchens Innenstadt: Das ist die erste Bilanz der Polizei

Der Start in das Jahr 2026 war für die Münchner Polizei wie gewohnt arbeitsreich. Zwischen 18 Uhr am Vortag und heute 5 Uhr fuhren die Einsatzkräfte laut Polizei zu über 610 Einsätzen. Die Fälle verteilen sich demnach auf 33 Ruhestörungen, 20 Körperverletzungsdelikte, über 75 Einsätze wegen Pyrotechnik und 85 Einsätze im Zusammenhang mit Bränden.
Gegeüber der AZ teilt ein Sprecher mit, dass der Übergang ins neue Jahr aber weitgehend friedlich verlaufen sei. Im Zentrum Münchens, zwischen Marienplatz und Fußgängerzone, befanden sich gegen Mitternacht um die 6000 Personen, um dort das neue Jahr zu begrüßen. Das komplette Feuerwerksverbot war dort zwischen 21 und 2.00 Uhr einzuhalten. Auf der Veranstaltung "Silvestermeile" auf der Ludwigstraße befanden sich mehrere tausend Personen - die Veranstalter sprechen von 10.000 Teilnehmern.
Am Friedensengel, dem Europaplatz und den angrenzenden Parkanlagen feierten laut Angaben der Polizei um die 3000 Personen. Der Bereich war für den Verkehr von 23.30 Uhr bis 1.45 Uhr gesperrt. Im Bereich des Olympiabergs waren um die 6000 Personen unterwegs, so die Polizei.
Dass die Silvesternacht 2026 ruhig verlaufen ist, liege auch an einem angepassten Konzept der Polizei, das nun aufgegangen sei, so ein Sprecher gegenüber der Abendzeitung. Man habe demnach schnell und flexibel in den wenigen einzelnen Fällen handeln können. So wurde etwa am Friedensengel eine Rakete in die Menge gefeuert und eine Person festgenommen. Am frühen Abend wurden gegen 21.30 Uhr Rakteten in Richtung eines Polizeifahrzeugs mit Pyrotechnik geschossen. Verdächtige flüchteten - im Anschluss konnten fünf Personen kontrolliert werden. In der Bayerstraße wurden ebenso Raketen auf Menschen geschossen. Es kam zu zwei Festnahmen. In der Schillerstraße wurde in einem ähnlichen Fall laut Polizei eine Person festgenommen, am Lehnbachplatz kam es aus demselben Grund zu einer Festnahme.
Ein Brand wegen Pyrotechnik, Polizeifahrzeug beschädigt
Gegen 22:45 Uhr entzündeten bislang unbekannte Personen vermutlich mittels eines pyrotechnischen Gegenstands eine Gartenhecke im Amalienweg in Kirchheim. Die Feuerwehr konnte den Brand löschen. Es kam zu einem Sachschaden von mehreren tausend Euro. Gegen 00.30 Uhr wurde ein auf einer Einsatzfahrt im Bereich der Candid Straße (Fußgängerbrücke vom Grünwalderstadion) befindliches Polizeifahrzeug, vermutlich von einem Feuerwerkskörper, beschädigt. Die eingesetzten Kollegen wurden nicht verletzt. Der Sachschaden wird auf über tausend Euro geschätzt. Es wird u.a. wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelt.
Achtung: Das Böllerverbot in München gilt noch am 1. Januar
Das Verbot zum Abbrennen von Pyrotechnik mit ausschließlicher Knallwirkung innerhalb des Mittleren Rings (Umweltzone) besteht heute noch bis 24.00 Uhr. Dieser Zeitraum gilt auch für das Pyrotechnikverbot im Bereich des Tierparks Hellabrunn.
Die Silvesterbilanz für Bayern
Während bei der großen Silvesterparty auf der Ludwigstraße in München laut Veranstaltern ohne Zwischenfälle gefeiert wurde, hatten Feuerwehr und Polizei vielerorts in Bayern keinen so friedlichen Jahreswechsel. Insgesamt sei es trotzdem eher eine gewöhnliche Silvesternacht gewesen, so der Tenor mehrerer Präsidien.
Als "sehr flammenreich" beschreibt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West die Silvesternacht. Auch mehrere andere Polizeipräsidien berichten von vielen Einsätzen wegen Bränden - meistens kleineren Feuern wie brennende Hecken, Mülleimern und Garagen.
In Oberbayern Nord seien solche Feuer fast ausschließlich durch Feuerwerkskörper ausgelöst worden, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums. Von vielen Einsätzen im Zusammenhang mit Feuerwerkskörpern berichtet auch ein Sprecher für Schwaben Nord. Andere Präsidien machten zu den Brandursachen der vielen Einsätze zunächst keine Angaben.
Mehrere Verletzte bei Bränden
Neben den kleineren Feuern kam es in der Nacht auch zu mehreren großen Bränden. So wurden drei Menschen bei einem Scheunenbrand in Petersaurach (Landkreis Ansbach) leicht verletzt. Ebenfalls in Mittelfranken wurde eine Person bei einem Feuer in einem Mehrfamilienhaus verletzt. Nach Angaben eines Sprechers entstand bei dem Brand in Ansbach ein Schaden von mindestens zwei Millionen Euro. In Oberbayern geriet in der Nacht ein Fitnessstudio in Flammen.
Ob die Brände durch Feuerwerkskörper verursacht wurden, war in allen drei Fällen zunächst noch unklar.