Wohnungen durchsucht: Betrug mit Corona-Hilfen

Der Schaden liegt bei über 400.000 Euro. Es gaben Razzien in München und in Grünwald.
| Ralph Hub
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Von 8. April bis 27. Mai 2020 gingen bei verschiedenen bayerischen Behörden mindestens 17 Onlineanträge auf Corona-Soforthilfe in Höhe von über 405.000 Euro für verschiedene Unternehmen ein. (Symbolbild)
Von 8. April bis 27. Mai 2020 gingen bei verschiedenen bayerischen Behörden mindestens 17 Onlineanträge auf Corona-Soforthilfe in Höhe von über 405.000 Euro für verschiedene Unternehmen ein. (Symbolbild) © imago images/serienlicht

München - Geschlossene Restaurants und Betriebe, wegbrechende Aufträge für Unternehmen. Vielen Selbstständigen und Kleinunternehmern steht wegen der Corona-Pandemie im Lockdown wirtschaftlich das Wasser bis zum Hals.

Staatliche Hilfen sollen Jobs retten und Firmenpleiten verhindern. Doch genau da versuchen windige Geschäftemacher, illegal abzukassieren. Die Corona-Hilfen haben in Bayern zahlreiche Betrüger auf den Plan gerufen.

Ermittler haben am Dienstag zehn Wohnungen durchsucht, sieben im Münchner Stadtgebiet, eine in Grünwald, sowie jeweils eine in Pforzheim und in Berlin. Die Razzia richtete sich nach Angaben des Bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) gegen insgesamt sechs Personen. Der Jüngste von ihnen ist 26 Jahre alt, der älteste Verdächtige bereits 79.

LKA-Verdacht: Beschuldigte könnten zahlreiche Urkunden gefälscht haben

Sie sollen im Frühjahr Corona-Hilfen für verschiedene Unternehmen in einer Gesamthöhe von mehr als 400.000 Euro unrechtmäßig beantragt haben. Außerdem besteht der Verdacht, so das LKA in seiner Mitteilung am Dienstag, dass die Beschuldigten zahlreiche Urkunden gefälscht haben, um Gewerbe anzumelden und so Betrügereien begehen zu können.

Von 8. April bis 27. Mai 2020 gingen bei verschiedenen bayerischen Behörden mindestens 17 Onlineanträge auf Corona-Soforthilfe in Höhe von über 405.000 Euro für verschiedene Unternehmen ein.

Mindestens 288.000 Euro landeten auf verschiedenen Konten

Nach den bisherigen Ermittlungen der Wirtschaftsexperten existierten diese Unternehmen entweder gar nicht, oder sie gingen keiner Geschäftstätigkeit nach, so dass der jeweils angegebene Liquiditätsengpass real gar nicht bestand.

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Im Vertrauen auf die Richtigkeit der Angaben zahlten die Bewilligungsbehörden insgesamt mindestens 288.000 Euro auf verschiedene Konten aus. Bei den betroffenen Behörden handelt es sich um die Stadt München sowie die Regierungen von Oberbayern, Niederbayern, Schwaben, Unterfranken und Mittelfranken.

Die Ermittlungen wegen Urkundenfälschung und Subventionsbetrugs gehen weiter. 125.000 Euro konnten Kriminalbeamten inzwischen auf Konten einfrieren lassen. Nun wird versucht, auch das andere unrechtmäßig erhaltene Geld zurückzuholen.

Mehr als 1.400 Verdachtsfälle sind inzwischen beim LKA bekannt, wie die Behörde bereits am vergangenen Donnerstag mitteilte. Dabei wurden insgesamt mindestens fünf Millionen Euro beantragt.

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