Wissenschaftsminister Bernd Sibler: Intensivstation ist kein Todesurteil

Großhadern versorgt schwer erkrankte Covid-19-Patienten. Klinik-Direktor Jauch zieht eine erste Bilanz. Und er sorgt sich, dass andere Patienten wegbleiben.
| Nina Job
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Minister Bernd Sibler (CSU, li.) und Klinikdirektor Karl-Walter Jauch.
Peter Kneffel/dpa Minister Bernd Sibler (CSU, li.) und Klinikdirektor Karl-Walter Jauch.

Großhadern versorgt schwer erkrankte Covid-19-Patienten. Direktor Jauch zieht eine erste Bilanz. Und er sorgt sich, dass andere Patienten wegbleiben.

München - Seit 4. März werden im LMU-Klinikum Großhadern Patienten behandelt, die sehr schwer an Covid-19 erkrankt sind. Bis einschließlich dieser Woche wurden dort 32 Männer und vier Frauen intensivmedizinisch behandelt. Keiner starb, sieben konnten mittlerweile wieder auf Normalstationen verlegt werden.

Klinikum Großhadern: 36 Corona-Patienten auf Intensivstation

Am Gründonnerstag zogen der Ärztliche Direktor Karl-Walter Jauch und der Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Bernhard Zwißler, mit Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) eine erste Zwischenbilanz.

Minister Bernd Sibler (CSU, li.) und Klinikdirektor Karl-Walter Jauch.
Minister Bernd Sibler (CSU, li.) und Klinikdirektor Karl-Walter Jauch. © Peter Kneffel/dpa

"Wir können ein kleines Zeichen der Hoffnung setzen", sagte Minister Sibler. Kein Patient, der in Großhadern intensivmedizinisch versorgt wurde, ist gestorben. Die Behauptung, auf der Intensivstation zu landen, sei ein "Todesurteil" könne man "ein Stück relativieren". Sibler bezeichnete die sechs Unikliniken in Bayern als "Speerspitze im Kampf gegen Corona". Das Gesundheitssystem sei "insgesamt sehr, sehr gut vorbereitet".

Bayernweit sind 450 Betten für Corona-Kranke frei

Die Anzahl der Intensivbetten wurde bayernweit von 600 auf 1.000 aufgestockt und kann kurzfristig auf 1.200 Betten erhöht werden. Derzeit seien 450 Betten für Covid-19-Patienten frei, darunter 100 für Intensivpatienten.

Der Ärztliche Direktor Karl-Walter Jauch, der gleichzeitig Vorsitzender der Universitätsmedizin in Bayern ist, betonte, dass der Kampf gegen Corona nur als Netzwerk funktioniere. Die Infektionszahlen hätten sich zurückdrängen lassen. Klar sei jedoch: "Die Corona-Pandemie wird uns noch die nächsten zwei, drei Jahre beschäftigen."

Angst vor Corona-Infektion beim Arzt oder in Notaufnahme

Der ärztliche Direktor des LMU-Klinikums Großhadern macht sich zudem Sorgen um andere Patienten, die aus Angst vor einer Infektion gar nicht mehr zum Arzt oder in die Kliniken kämen. Anästhesie-Professor Zwißler erklärte, dass auch jüngere Patienten schwer an Covid-19 erkranken können. In Großhadern war der jüngste Intensivpatient 41, der älteste 80 Jahre (Durchschnittsalter: 62 Jahre). 89 Prozent waren Männer.

36 Patienten mussten invasiv beatmet werden – rund neun Tage lang. Acht Patienten atmen mittlerweile wieder ohne Geräte. Auch Zwißler sagte: "Die Aufnahme auf die Intensivstation kommt nicht einem Todesurteil gleich."

Ob Covid-19 Langzeitschäden an Organen verursacht, wisse man noch nicht, sagte Zwißler. Aber Patienten, die nach der Akutphase die Intensivstation verlassen hätten, seinen "in einem Zustand, der erwarten lässt, dass sie sich völlig erholen von der Erkrankung.

Lesen Sie auch: Alle Zahlen der Corona-Infizierten in München finden Sie in unserem Blog

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