"Wir sind erschüttert": Mehrere Ponys auf Olympia-Reitanlage angegangen

Ein Tierarzt entdeckt bei einer Kontrolle Auffälligkeiten bei Ponys, die Veranstalter reagieren sofort. Die Kriminalpolizei sicherte Spuren, die Ermittlungen laufen.
von  AZ/dpa
Aus ermittlungstechnischen Gründen wurden nach Angaben der Deutschen Reiterlichen Vereinigung keine weiteren Details veröffentlicht. (Symbolbild)
Aus ermittlungstechnischen Gründen wurden nach Angaben der Deutschen Reiterlichen Vereinigung keine weiteren Details veröffentlicht. (Symbolbild) © imago images/Zoonar.com

Unbekannte Täter – womöglich aber auch nur eine Person – sind auf der Olympia-Reitanlage in Riem in Stallungen eingedrungen und "gingen dort mehrere Pferde an", berichtet die Münchner Polizei am Dienstag.    

Deutsche Reiterliche Vereinigung: "Wir sind tief erschüttert"

Zwischen Samstag (14. Februar, 22 Uhr) und Sonntag (15. Februar, 7 Uhr) verschaffte man sich demnach unbefugten Zutritt zu den Ställen, es ist von "tierschutzrelevanten Vorfällen" die Rede. Bei mehreren Ponys hatte ein Tierarzt am frühen Sonntagmorgen Auffälligkeiten festgestellt, teilte die Deutsche Reiterliche Vereinigung mit, ohne Einzelheiten zu nennen.

Sechs Ponys seien von unbekannten Tätern misshandelt worden, schreibt das Fachportal  "equi pages" und zitiert Wilfried Herkommer. Bei den Tieren seien die "Mähnen, Schweife und zum Teil auch die Schöpfe abgeschnitten", sagte der frühere Geschäftsführer des Bayerischen Reit- und Fahrverbandes. Bei mehreren Pferden waren demnach "die Zungen mit Gummibändern straff umwickelt".

Herkommer vermutet, dass sich die Täter sich mit Pferden auskennen: "Ein Nicht-Pferdemensch greift einem Pferd beziehungsweise Pony nicht einfach ins Maul." 

Kriminalpolizei sicherte vor Ort Spuren

"Wir sind tief erschüttert", sagte Dennis Peiler, der Vorstandsvorsitzende des Verbandes: "Wir verurteilen dieses Handeln auf das Schärfste. Der Schutz und das Wohlergehen der uns anvertrauten Pferde und Ponys haben für uns oberste Priorität. Uns ist es ein großes Anliegen, dass die Vorkommnisse vollständig aufgeklärt und entsprechend geahndet werden."

Tierarzt: Allgemeinzustand der Ponys ist insgesamt gut

Die Kriminalpolizei sicherte vor Ort Spuren, das Kommissariat 65 des Polizeipräsidiums München ermittelt in dem Fall. Auch das zuständige Kreisveterinäramt sei in die Vorgänge eingebunden.

"Nach Angaben des verantwortlichen Tierarztes Dr. Michael Zeitelhack seien nur wenige Ponys betroffen", heißt es in einer Mitteilung des Verbandes: "Den Allgemeinzustand der Ponys beurteilte er insgesamt als gut; es seien nach aktuellem Stand keine Folgeschäden zu erwarten."

Entscheidung "alternativlos": Sichtung in Riem abgebrochen

Die Ponys nahmen an der bayerischen Sichtung zum "Preis der Besten" teil und waren in einem Stall untergebracht. Der "Preis der Besten" ist eine deutschlandweite Prüfung für die besten Nachwuchsreiter, die in den Disziplinen Dressur, Springen und Voltigieren vom 8. bis 10. Mai in Warendorf ausgetragen werden.

Sicherheitskonzept auf der Reitanlage soll verschärft werden 

"Die Ereignisse machen uns betroffen und fassungslos", sagte Thomas Schreder, Geschäftsführer des Bayerischen Reit- und Fahrverbandes. "Für uns steht das Wohl der Ponys und Pferde über allem. Die Entscheidung, die Sichtung abzubrechen, war daher alternativlos." Sollte Sabotage das Motiv der Täter sein, hätten sie damit ihr Ziel erreicht.

Als Reaktion auf die Vorfälle auf der Olympia-Reitanlage soll das Sicherheitskonzept verschärft werden. Schreder: "Wir werden alles tun, damit sich Pferde und Pferdefreunde so sicher wie möglich fühlen und der Zutritt zukünftig noch stärker kontrolliert wird."

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