Winterparadies: Mit dem MVV kommen Sie jetzt bis Garmisch-Partenkirchen

Erste (und wichtigste) Lektion, bevor Sie mit dem Zug von München 80 Kilometer nach Südwesten in dieses oberbayerische Postkarten-Idyll reisen: Sagen Sie dort unter keinen Umständen nur "Garmisch" – zumindest nicht zur Bürgermeisterin, so wie es der AZ-Reporterin passiert ist. Das ist nämlich die Höhe in dem Ort mit dem höchsten Berg Deutschlands! Auf das 1935 mit Garmisch vereinte "Partenkirchen" ("mit r") nach dem Bindestrich besteht Bürgermeisterin Elisabeth Koch.
Ansonsten könne man hier nicht viel falsch machen, findet die Ortschefin. Außer nicht hinzufahren. Welche Sehenswürdigkeit empfiehlt Koch Münchnern? "Mei, alles ist schön. Aber der neue Skilift Kreuzwankl ist schon eine Schau." Seit Koch 2020 zum Oberhaupt des Marktes mit knapp 30.000 Einwohnern gewählt wurde, sucht sie statt Brettl-Gaudi mit Gipsbein-Gefahr den Naturgenuss auf Schneeschuhen.
Im Schatten der Zugspitze lässt sich gut alt werden
Zweierlei Paar Schuhe sind München und Garmisch-Partenkirchen zweifellos. Koch hat den direkten Vergleich: Während ihres Jurastudiums lebte sie in der bayerischen Landeshauptstadt, "genauer gesagt in der Barer Straße in der Maxvorstadt über einem persischen Waschsalon", erinnert sie sich. "Das war eine sehr freie und schöne Zeit." Im Schatten der Zugspitze lässt es sich offenbar gut alt werden.
Mit 47,7 Jahren Durchschnittsalter liegen die Garmisch-Partenkirchener mehr als drei Jahre über dem bayerischen Schnitt. Aber der Ort wächst: 638 Menschen starben 2025 (Stand: 9. Dezember), 1073 kamen zur Welt. Außerdem gab es 263 Hochzeiten. Die Hoch-Zeit für Touristen ist im August. Im Jahr 2024 wurden über 1,6 Millionen Übernachtungen von Gästen aus über 100 verschiedenen Ländern verbucht.
Hier schläft die Welt: Die Top 4 "Quellmärkte", so nennen das Tourismus-Experten, sind die USA, arabische Länder, Großbritannien und die Niederlande. So weit die Fakten, so gut.
Heimat der Lüftlmalerei und des Skisprungs
Aber was kann man in dem kleinen Ort mit Lüftlmalerei, Skisprungschanze und dem langen Doppelnamen erleben? Das Tourismusbüro betont: "Wir sind eine Ganzjahresdestination." Für die volle Erfahrung muss man also gleich öfters in den Markt fahren. Im Sommer besteigen Touristen die Zugspitze, das Kreuzeck oder die Alpspitze. Im Winter carven sie auf zwei Brettern rund 60 Pistenkilometer die Berge runter.
Die großen Skiclubs Garmisch und Partenkirchen prägen den Ort. In zweiterem sind die Mitglieder zwischen einem und 96 Jahren alt. Die Garmisch-Partenkirchner sind ein skinarrisches Volk. Manche mutmaßen, dass man hier mit zwei Brettern an den Füßen geboren wird.
Kurpark soll nach der tödlich verunglückten Biathlon-Legende Laura Dahlmeier benannt werden
Im Skiclub Partenkirchen lernte Felix Neureuther, wie man Slalomstangen wegboxt, sein Vater Christian Neureuther den Hüftknick beim Wedeln und Biathletin Laura Dahlmeier den dynamischen Stockeinsatz. Nach der im Juli 2025 tödlich verunglückten Doppel-Olympiasiegerin soll Ende Februar der Kurpark umbenannt werden.

Für Maria Höfl-Riesch, dreifach olympiagold-dekoriert, war es "mein großes Glück", direkt neben Liften aufgewachsen zu sein. Die 42-Jährige hat ein Fleckerl Garmisch-Partenkirchen parat, das sie den AZ-Lesern empfiehlt: "Eine Wanderung am Eibsee lohnt sich immer. Am besten ist es, man kommt in den Zwischensaisonen her, also im Frühling oder Herbst."