Winter-Kulturstrand genehmigt - mit einem großem Aber

Das Event der Urbanauten darf nur stattfinden, wenn die Inzidenzzahlen sinken. Der Zweifel im Stadtrat ist groß - genauso wie die Kritik. Der Beschluss sei ungerecht, so die CSU.
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Der Kulturstrand soll winterfest werden.
Der Kulturstrand soll winterfest werden. © Klaus Primke

München - Es ist ein kleiner Lichtblick für Kulturschaffende in Zeiten von Corona: Der Stadtrat hat beschlossen, dass der Winter-Kulturstrand sechs Wochen lang stattfinden darf. Zumindest, wenn die Infektionszahlen dies zulassen.

Kulturstrand: "Westufer in Kunstbühnen verwandeln"

Sollte das der Fall sein, dann werden die Urbanauten unter Benjamin David "den Isarbalkon an der Corneliusbrücke und mehrere Flächen am Westufer in Kunst- und Kulturbühnen verwandeln".

Das kündigt David im sozialen Netzwerk Facebook an und schreibt aber auch dazu: "Wascht Eure Hände, haltet Abstand und dann, ganz vielleicht, treffen wir uns für sechs wunderbare Kulturwochen an der Isar an bis zu sieben Kulturbühnen."

Kritik an Entscheidung innerhalb des Münchner Stadrats

SPD-Fraktionsvize Christian Vorländer hat zwar mit seiner Fraktion für die Genehmigung gestimmt, hält es aber ebenso wie der Veranstalter selbst für eher unwahrscheinlich, dass es tatsächlich zu dem Event kommen wird. "Ich kann mir das momentan noch gar nicht vorstellen", sagt er der AZ. Der Stadtrat hat am Donnerstag in der Vollversammlung zwar für die Genehmigung der Veranstaltung gestimmt - aber nur, wenn die Inzidenz so weit zurückgegangen ist, dass auch die Gastro wieder öffnen darf. Am Donnerstag lag die Inzidenz für München bei 165,7.

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CSU, ÖDP und die FDP-Bayernpartei haben gegen die Vorlage gestimmt. Stadtrat Thomas Schmid (CSU) begründet das so: "Es ärgert mich, dass hier keine Gleichbehandlung aller Veranstalter, Betreiber oder der vielen Beschicker der Weihnachts-, Winter- oder Christkindlmärkte stattfindet." Denn die haben selbst, wenn die Inzidenz wieder sinkt, nicht die Möglichkeit, ihre Veranstaltungen durchzuführen.

Viktualienmarkt soll weihnachtlich geschmückt werden

Christkindlmärkte finden nicht statt. Und auch ein Winter-Äquivalent zum "Sommer in der Stadt" wird es nicht geben, sagt Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) der AZ auf Anfrage. Kommunalreferentin Kristina Frank (CSU) kündigt an, dass zumindest der Viktualienmarkt inklusive der Standl und Brunnen weihnachtlich geschmückt werden soll. Auch Christbäume soll es geben.

Doch zurück zum Kulturstrand. Die ÖDP hat ein anderes Problem mit dem Event. Fraktionschef Tobias Ruff sagt: "Seltene Tier- und Pflanzenarten haben in den Isarauen ihr Zuhause gefunden. Nun degradiert Grün-Rot die Isar auch im Winter zur Party-Meile. Beleuchtung, Dixi-Klos und laute Musik bis tief in die Nacht inklusive."

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