Willi will's wissen – und spielt in Münchner Kirche Rapsongs auf der Orgel

"Bongzimmer" vom Rap-Duo SXTN statt "Laudato si": In der Münchner Himmelfahrtskirche kommen von der Orgel Klänge, die man dort sonst nicht hört. Verantwortlich dafür: der 27-jährige Willi Fischer.
Florian Diettrich |
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Von SXTN über KIZ, bishin zu Zara Larsson: Fischers Orgel-Repertoire ist groß.
Von SXTN über KIZ, bishin zu Zara Larsson: Fischers Orgel-Repertoire ist groß. © Malin Wunderlich/dpa

Es ist keinesfalls zu überhören: an diesem Mittag spielt in der Himmelfahrtskirche im Münchner Stadtteil Sendling nicht der hauseigene Organist die Orgel. Es ist Musik-Liebhaber Willi (Wilhelm) Fischer – und aus den Orgelpfeifen dringen keine klassischen Kirchenlieder, sondern Cover bekannter Pop- und Rapsongs. Vom Rap-Trio K.I.Z., über die Hip-Hop-Gruppe The Black Eyed Peas bis hin zu Zara Larsson. Auf TikTok ist die schwedische Pop-Sängerin wohl die prominenteste Followerin von Willi Fischer. 

Social-Media-Star Willi Fischer: "Die Orgel hat mich schon immer fasziniert"

Für seine Interpretation des Lieds "Bongzimmer" vom Rap-Duo SXTN gab es über vier Millionen Likes auf Instagram. Das Orgel-Spielen hat sich Willi Fischer vor über einem Jahr selbst beigebracht. "Die Orgel hat mich schon immer fasziniert", erzählt der 27-Jährige, der an der Technischen Universität München in Baumechanik promoviert. 

Als Kind lernte er das Klavierspielen. In einer Einführungsstunde habe er die Orgel einfach mal ausprobiert und die Lieder gespielt, die er auf dem Klavier schon konnte. "Dann habe ich gemerkt – das hört sich eigentlich alles geil an." Die Orgel hätte diesen voluminösen Klang, den man mit anderen Instrumenten nicht erreichen könne. 

Lieder über "allerbestes Kraut" in der Kirche

Mit Sätzen wie "das ganze Zimmer verraucht mit dem allerbesten Kraut" sind die Texte der Songs, die er spielt, nicht unbedingt im kirchlichen Kontext zu verorten. "Wir selbst haben hier ein Gottesdienstformat, wo es grundsätzlich keine Kirchenlieder gibt", erklärt die Pfarrerin der evangelischen Kirche, Stephanie Höhner. "Da spielen wir auch alles Mögliche." 

Pfarrerin Stephanie Höhner ist den Pop-Songs gegenüber offen .
Pfarrerin Stephanie Höhner ist den Pop-Songs gegenüber offen . © Malin Wunderlich/dpa

Die Grenze zieht sie jedoch bei rassistischen, antisemitischen und sexistischen Inhalten: "Wenn das aus der Kirche veröffentlicht würde, fände ich das nicht gut." Die Reaktionen der Gemeinde auf Willis Social-Media-Präsenz kämen aus unterschiedlichen Altersgruppen, seien aber durchweg positiv. 

Willi im Gottesdienst willkommen

"Wenn er Lust dazu hat, gern", antwortet Höhner auf die Frage, ob sie sich vorstellen könne, dass Willi mal in einem Gottesdienst an der Orgel sitzt. Natürlich werde es dann auch ein paar Lieder aus dem Gesangbuch geben, denn Höhner stellt klar: "Wir feiern dann ja Gottesdienst."

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