Riesenschlange mitten in München: Was dahinter steckt

Am Hackerhaus bildeten sich schon am Samstagabend Warteschlangen, obwohl es eigentlich erst am Sonntagmorgen losging. Was hier so begehrt war und was die jungen Münchner vor Ort sagten.
Felix Müller
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Das lange Warten hat bald ein Ende: Szene aus der Sendlinger Straße vom Sonntagmorgen.
Das lange Warten hat bald ein Ende: Szene aus der Sendlinger Straße vom Sonntagmorgen. © Baronikians

Es liegt diese besondere Münchner Sommer-Leichtigkeit über dem späten Samstagabend. Überall in der Altstadt wuseln Daheimgebliebene und Touristen. Vor dem Hackerhaus sind um 23 Uhr noch einige Tische auf der Sendlinger Straße besetzt. Doch was ist das daneben?

Riesenschlange an der Sendlinger Straße: Was ist denn hier los?

Menschen machen es sich mit Campingstühlen bequem, haben offenbar vor, die Nacht hier zu verbringen. "Wahrscheinlich wieder irgend so ein Online-Hype", brummt ein Passant, die Münchner haben sich ja fast schon an lange Warteschlange gewöhnt, weil irgendwer ein besonderes Produkt (oder Schnäppchen) angekündigt hat.

Froh, wer einen Campigstuhl mitgebracht hat.
Froh, wer einen Campigstuhl mitgebracht hat. © Baronikians

Das Roy im Untergeschoss macht Sommerpause, wie ein Schild am Eingang klarmacht. Doch am nächsten Morgen wird es seine Tore öffnen – und genau deshalb sind am Samstagabend schon die Campingstühle in der Fußgängerzone zu sehen. Es gibt – Wiesn-Tische für Münchner! Das Wirtepaar Lorenz und Christine Stiftl, die heuer erstmals die Wiesnwirte im Paulaner-Festzelt sind, verkauft das sogenannte München-Kontingent.

Los geht der Verkauf am Sonntagmorgen um 9, als sich eine Mega-Schlange durch die Sendlinger Straße schlängelt. Doch viele sind eben schon viel früher gekommen. Augenzeugen berichten, der erste Wiesn-Fan sei schon Samstagmittag um 12.30 Uhr angerückt.

Adelia ist 22 und hat seit Samstagabend um zehn vor Ort gewartet. um noch eine Wiesn-Reservierung zu ergattern.
Adelia ist 22 und hat seit Samstagabend um zehn vor Ort gewartet. um noch eine Wiesn-Reservierung zu ergattern. © Baronikians

Ab dem späten Samstagabend dann sind viele Menschen mit Picknickdecken, Stühlen, mitgebrachtem Kaffee und Bier zu sehen. Die Wirte waren offenbar auf den Ansturm vorbereitet, damit es gerecht zuging, trugen sich die Wartenden erst mal – schon am Samstag – in eine Liste ein, Sonntagfrüh gab es dann Wartenummern.

Und dann, endlich, geht es los. Und die (hauptsächlich jungen) Münchner durften hinabsteigen zum Roy. Zu den Glücklichen gehören Chiara und Benedikt: "Mein Freund und ich, wir haben uns am Samstag kurz vor 23 Uhr angestellt", sagt Chiara.

Es hat geklappt! Chiara und Benedikt sind eindach nur glücklich.
Es hat geklappt! Chiara und Benedikt sind eindach nur glücklich. © Baronikians

"Eigentlich war es eine ganz gemütliche Nacht, wir hatten ja zwei Campingstühle, zwei Decken und zwei Kissen dabei, außerdem hatten wir Glück mit dem Wetter. Natürlich hatten wir auch Kaffee und etwas zum Essen dabei." Nun seien sie "glücklich, dass wir jetzt einen Wiesntisch für den letzten Wiesnsonntag bekommen haben".

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