Wiesn-Fundbüro packt aus: Diese kuriosen Dinge wurden 2026 abgegeben

Die Wiesn 2026 ist Geschichte. Auf der Theresienwiese haben bereits die Abbau- und Aufräumarbeiten begonnen. Und auch etwas abseits der großen Festzelte, im Deutschen Museum Verkehrszentrum auf der Theresienhöhe, wird nun Ordnung geschaffen. Dort befand sich das Wiesn-Fundbüro und während der 16 Tage Oktoberfest gab es dort einiges zu tun.
Bis zum letzten Wiesn-Sonntag wurden hier 4322 Fundsachen abgegeben, meldet die Stadt München in ihrer Wiesn-Bilanz. Das sind etwa 700 Fundstücke weniger als im Vorjahr, obwohl 2025 etwa 900.000 weniger Wiesn-Besucher gezählt wurden. Zudem suchten 30 Prozent weniger Wiesn-Besucher das nahe Fundbüro auf.
900.000 Wiesn-Besucher mehr als 2025, aber weniger Fundstücke abgegeben
Die Fundstücke sind ein bunter Mix der unterschiedlichsten Gegenstände. Am häufigsten wurden Kleidungsstücke verloren oder vergessen. Alleine 1083 Jacken fanden ihren Weg ins Wiesn-Fundbüro. Dazu gesellten sich noch zwölf Paar Schuhe, 30 Hüte und 24 wertvolle Schmuckstücke.
Insgesamt 713 Geldbeutel wurden abgegeben, im Vergleich zu 2025 ein Rückgang von 14 Prozent. Eine der Geldbörsen war sogar mit 722 Euro, eine andere mit 500 Euro und fünf Kreditkarten gefüllt. Ein anderer Geldbeutel beinhaltete sogar 18 Kreditkarten.

569 Personen dürften aktuell ihren Ausweis vermissen, denn der liegt nun, einzeln abgegeben, beim Fundbüro. Auch hier wurden 15 Prozent weniger abgegeben als im Vorjahr. 255 Personen dürften im Moment beim Bezahlen oder Geldabheben ins Schwitzen kommen, denn ihre Bankkarte wurde auf der Wiesn gefunden und abgegeben (-20 Prozent).
Elf Tage nach Markteinführung: Wiesn-Besucher verliert nagelneues iPhone 18
Zudem finden sich aktuell jede Menge Schlüssel, 350 an der Zahl, im Besitz des Fundbüros. 372 Personen dürften derzeit Probleme haben, an ihr Handy zu gehen. Unter den abgegebenen Mobiltelefonen war auch ein nagelneues iPhone 18, welches erst am 18. September 2026 auf den Markt kam. "Das wurde am 29. September abgegeben, wurde aber kurze Zeit später von seinem Eigentümer, einem Wiesn-Besucher aus Schweden, wieder abgeholt", verrät Rainer Kohles, Leiter des Münchner Fundbüros, der AZ.
35 Wiesn-Besucher dürften es schwer haben, die Frage nach der Uhrzeit zu beantworten, denn ihr Chronometer bzw. ihre Smartwatch befindet sich derzeit nicht an ihrem Handgelenk. Auch das tolle Wetter während der 16 Tage Oktoberfest hatte seine Auswirkungen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden heuer nur 22 Regenschirme im Fundbüro abgegeben, das sind 82 Prozent weniger als noch im Vorjahr.
Dafür wurden 177 Taschen und Rucksäcke gefunden (+ 15 Prozent). 278 Wiesn-Besuchern könnte derzeit der Durchblick fehlen, Grund dafür dürfte sein, dass sich ihre Brillen, viele davon Sonnenbrillen, im Fundbüro befinden statt auf ihrer Nase.
"Man sieht anhand der Anzahl der abgegebenen Sonnenbrillen und Regenschirme, wie das Wetter auf der Wiesn war", erzählt Kohles mit einem Lachen.
Neben all diesen Alltagsgegenständen finden jedes Jahr auch außergewöhnliche und kuriose Dinge den Weg ins Wiesn-Fundbüro.

Kuriose Fundstücke: Akkordeon, Trompete und eine 1,80 m große Werbefigur
So wurden unter anderem ein Gebiss, eine Knirschschiene, ein Akkordeon, eine Trompete, eine Krücke, zwei Insulinspritzen und ein Alkoholmessgerät abgegeben. Auch ein dicker Wälzer über Tibet, mit vielen Bildern darin, fristet nun sein Dasein im Fundbüro und wartet auf seinen Eigentümer.
Außergewöhnlich auch ein Fundstück, welches in der zweiten Wiesn-Woche abgegeben wurde: eine 1,80 Meter große Werbefigur eines Fahrgeschäfts. "Die stammte vom Happy Sailor und wurde dort neben dem Kassenhäuschen geklaut, einige 100 Meter mitgeschleppt und dann vor ein Festzelt abgestellt, bevor es dann im Wiesn-Fundbüro abgegeben wurde. Über die Festleitung wurde dann der Kontakt zum Fahrgeschäft geknüpft und die Figur wieder abgeholt", verrät Kohles der AZ. Der Happy Sailor stand dieses Jahr übrigens zum ersten Mal auf der Wiesn.
Während der Wiesn konnten, laut Fundbüro, etwa 894 Fundsachen an ihre Eigentümer zurückgegeben werden, im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang von neun Prozent. Wer auf dem Oktoberfest etwas verloren hat und hofft, es könnte im Fundbüro abgegeben worden sein, der muss sich jetzt eine gewisse Zeit gedulden. Ab dem 2. November 2026 bis zum 22. Januar 2027 können alle Fundstücke, die im Wiesn-Fundbüro abgegeben wurden, im regulären Fundbüro der Stadt in der Implerstraße 11 besichtigt und abgeholt werden. Schlüssel können schon in Kürze angefragt werden.
Mittlerweile haben auch schon viele Wiesn-Besucher bemerkt, dass sie etwas verloren haben und sich beim Fundbüro gemeldet. "Im Moment haben wir schon über 400 Mails erhalten, die wir nun alle einzeln abarbeiten", so Kohles.
Eine Terminvereinbarung ist telefonisch unter 089/233-96045, per E-Mail an fundbuero.kvr@muenchen.de oder online über muenchen.de möglich.