Wie teuer wohnen Sie? Alle Viertel im Mieten-Check

1.344 Euro kalt kostet heute eine Wohnung im Lehel, für die man vor sechs Jahren noch 980 Euro gezahlt hat. Hier sehen Sie die Preis-Steigerungen für alle Viertel.
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Die Mieten für Ihr Viertel.
IVD Die Mieten für Ihr Viertel.

München - Es kann einem schwindlig werden, wenn man sich die neuen Zahlen anschaut. Ein halbes Jahr nach der letzten Auswertung im Herbst ist die Durchschnittsmiete in München schon wieder gestiegen und liegt nun bei 15,50 Euro pro Quadratmeter.

Nochmal 50 Cent mehr als vor sechs Monaten also, das ist mal wieder ein neuer Rekord. Wobei: Dieser Preis ist nur ein Durchschnittswert für alle Stadtviertel und bezieht sich auf die Neuvermietung von Bestandswohnungen, die einen sogenannten "guten Wohnwert" haben, heißt: ruhige Wohnlage im reinen Wohngebiet, Standardausstattung, Balkon oder Loggia.

Ganz anders schaut es aus, wenn man auf die konkreten Mietpreise schaut, die der Immobilienverband Deutschland (IVD) gestern für die einzelnen Stadtviertel vorgelegt hat. Denn hier sieht man: Es gibt natürlich noch viel teurere Bereiche.

Ein Beispiel? Bitteschön: 19,20 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter müssen Mieter demnach im Schnitt hinlegen, wenn sie jetzt eine durchschnittliche Zwei- bis Drei-Zimmer Wohnung in ruhiger Lage in der Altstadt oder im schicken Lehel neu anmieten wollen (siehe Tabellen unten).

Die Mieten für Ihr Viertel.
Die Mieten für Ihr Viertel. © IVD

Immer noch happige 17,40 Euro sind es in der studentischen Maxvorstadt und der quirligen, Ludwigs- und Isarvorstadt. Und auch in Schwabing und Haidhausen liegen die Kaltmieten freilich noch weit über dem Durchschnitt.
Da kommen einem die eigentlich ebenfalls hohen Preise im Hasenbergl (12 Euro), wo viele sozial schwache Haushalte leben, sowie im dörflichen Aubing oder in Riem schon fast günstig vor.

Was noch auffällt: Die größten Preissprünge haben seit dem Herbst Bestandswohnungen gemacht (das sind Wohnungen ab Baujahr 1949) – mit einem Mietplus von 3,3 Prozent. Nicht ganz so angezogen haben Altbauwohnungen (plus 2,4 Prozent) und am wenigsten verteuert haben sich Neubauwohnungen (plus 1,1 Prozent).

Glücklich also, wer schon 2011 (oder besser noch: weit vorher) in seine Wohnung eingezogen ist, denn vor sechs Jahren lagen die Zahlen in den Mietverträgen noch um 13 bis 27 Prozent unter denen von heute (siehe Karte oben).
Im Lehel etwa kostete 2011 der Quadratmeter noch 5,20 Euro Miete weniger als heute (14 statt 19,20 Euro)! Das ist ein Preissprung von 27,1 Prozent in sechs Jahren. Heißt: Eine 70-Quadratmeter-Wohnung, die 2011 für 980 Euro Kaltmiete im Monat zu haben war, kostet heute, wenn man neu einzieht, 1.344 Euro!

In Haidhausen zahlt man für eine Dreizimmerwohnung, die 2011 noch 910 Euro kalt kostete, heute 1.162 (Preissprung: 21, 7 Prozent). Am wenigsten explodiert sind die Mieten im noblen Harlaching. Gerade mal um zwei Euro ging hier der Quadratmeterpreis hoch seit 2011. Eine 70-Quadratmeter-Wohnung hat sich also von 896 auf 1.036 Euro verteuert.

Dass sich der Preistrend dreht, ist angesichts des Wohnungsmangels – und nach wie vor großen Zuzugs nach München – nicht zu erwarten. Was also tun, außer hoffen, dass mehr Neubauten entstehen? "Weniger aus- und umziehen", raten die Fachleute vom IVD. "Denn jeder Auszug bringt einen neuen Mietvertrag." Und der wird, was sonst: teurer.

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