Wie sinnvoll ist der Ausbau der Radlstreifen?

Der AZ-Vize-Chefredakteur Thomas Müller über Radlbegehren und Stadtplanung.
| Thomas Müller
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An der Marsstraße sollen zwei Fahrstreifen künftig entfallen, um Platz für zwei Radlstreifen zu schaffen.
An der Marsstraße sollen zwei Fahrstreifen künftig entfallen, um Platz für zwei Radlstreifen zu schaffen.

Dass die AZ die geheime Radlliste der Stadtverwaltung, die in Teilen ja bereits verwirklicht wurde, veröffentlicht hat, war schon gut. Seither nämlich ist die Debatte um neue Radlstreifen, breitere Radlwege sowie wegfallende Fahrstreifen oder Parkplätze in Gang gekommen. Eine Debatte, die dringend nötig erscheint. Wie dringend, sieht man, quasi exemplarisch, an den Planungen für die Marsstraße.

Hier sollen zwei Fahrstreifen künftig entfallen, um Platz für zwei Radlstreifen zu schaffen. Das Ganze wirft Fragen auf. Viele Fragen. Wie sinnvoll ist es, auf einer Haupteinfallstraße ins Zentrum sowie Hauptausfallstraße zum Ring zwei Fahrspuren zu streichen? Wie sinnvoll ist es, die Rechtsabbiegespur Richtung Ring zu streichen und dadurch künftig einen ganztägigen Stau zu provozieren? Wie sinnvoll ist es, die hier am Marsfeld reichlich vorhandene Fläche nebst breiter Gehweg und Grünzüge nicht optimaler zu nutzen?

Beim Radentscheid soll es nicht um das Ob, sondern um das Wie gehen

Wie sinnvoll ist es, wenn man bedenkt, dass gleichzeitig die parallel ins Zentrum verlaufende Blutenburgstraße zur Fahrradstraße umgewidmet werden soll? Wie sinnvoll ist es außerdem, auch in der (parallel verlaufenden) Nymphenburger Straße neue Radlstreifen zu installieren und Parkplätze zu streichen? In einer quicklebendigen Straße, die so, wie sie ist, wirklich sehr gut funktioniert?

Kurz: Man könnte auf die Idee verfallen, dass hier, und das ist ja nur ein Beispiel in einer kleinen Ecke der Stadt, einiges gar nicht so arg sinnvoll, sondern vielmehr reichlich sinnfrei ist, was hier in stadtplanerischer Verballhornung des von allen Parteien übereifrig adaptierten Radlbegehrens eilfertig abgearbeitet wird.

Nein, es geht hier nicht darum, zu verhindern, dass Radler mehr und sichereren Platz bekommen. Das ist unstrittig. Über das Wie darf aber ruhig gerungen werden. Gerne mit Hirn – von mir aus mit Tempo 30, wenn es denn mal überwacht würde. Und noch was: Fundierte Ortskunde auf Stadtviertelebene wäre der nicht hinlänglich ideologiefreien Debatte durchaus förderlich.

Lesen Sie hier: Radentscheid sorgt für Eskalation im Rathaus

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