Wie bei Sparkassen-Coup in NRW: Einbrecher bohren Decke bei Münchner Juwelier an

Da haben sich ein paar Gauner offensichtlich von dem Millionen-Coup in der Sparkasse in Gelsenkirchen Ende Dezember 2025 inspirieren lassen. Die Parallelen bei der Vorgehensweise sind jedenfalls frappierend. Nur bei der Tatausführung in München haperte es mächtig.
Trotz Spezialbohrer scheiterten die Täter
Die Täter drangen in der Nacht auf Dienstag in ein Wohn- und Geschäftshaus zwischen Schwanthaler- und Landwehrstraße ein. Ihr Ziel waren die Büros der Jugend- und Familienhilfe im ersten Obergeschoss. Von dort aus wollten sie in den darunterliegenden Juwelierladen im Erdgeschoss eindringen.
Wie bei dem Coup in der Sparkasse in Gelsenkirchen, bei dem die Täter mehr als 3000 Schließfächer aufbrachen und mindestens 30 Millionen Euro erbeuteten, brachten die Münchner Täter offenbar auch einen Kernbohrer mit.
Mit so einem wassergekühlten Spezialwerkzeug kann man Löcher in beliebiger Größe in Betonwände oder Decken schneiden. Mit dem Bohrer versuchten die Täter, ein Loch in die Zimmerdecke zu schneiden. Lautlos geht das nicht. Im Gegenteil, so ein Spezialbohrer macht einen Höllenlärm und ein Loch ist auch nicht so ruckzuck in ein paar Minuten einfach gebohrt. Das dauert seine Zeit.
Trotzdem hat niemand in dem Haus oder in der Nachbarschaft den Radau offenbar gehört. Was verwunderlich ist, da in dem betreffenden Gebäude in der Nähe des Goetheplatzes neben dem Juwelier im Erdgeschoss und den Büros im ersten Obergeschoss offenbar auch Wohnungen untergebracht sind.

Rätselraten über die Gründe des Scheiterns
Im Gegensatz zur Sparkasse in Gelsenkirchen, wo die Täter ein mannsgroßes Loch in eine Kellerwand bohrten, gelang das den Tätern in München nicht. „Der Durchbruchsversuch blieb in der Anfangsphase stecken“, sagte ein Pressesprecher am Donnerstag. Das Loch ist jedenfalls nur fünf Zentimeter tief. Dann mussten die Täter aufgeben. „Die Gründe dafür sind noch unklar und müssen erst noch ermittelt werden“, erklärte der Polizeisprecher.
Möglicherweise hat der verwendete Bohrer einfach den Geist aufgegeben. Denkbar wäre auch, dass die diamantbesetzte Lochsäge nicht mehr scharf genug war und im Stahlbeton der Deckenkonstruktion einfach steckenblieb.
Das Loch in der Decke zwischen der Beratungsstelle oben und dem Juwelier darunter hatte zudem auch nur einen Durchmesser von 20 Zentimetern. Ein Mensch hätte da nie durchgepasst. Vielleicht war der Plan der Einbrecher wie beim Eis-Angeln, Schmuck, Gold oder Uhren von oben mit einer Art Angel abzugreifen und durch das Loch zu ziehen. Weil die Zimmerdecke dem Aufbruchsversuch letztendlich standhielt, blieb der Coup in der Anfangsphase stecken. Die Einbrecher gaben auf, räumten ihr Werkzeug zusammen und verschwanden, bevor sie entdeckt wurden. Tatzeit war laut Polizei zwischen Montag 17 Uhr und Dienstag frühmorgens 4.30 Uhr.