Wer soll das bezahlen? So stark steigen die Mieten in München und Co.

Wer eine Wohnung in deutschen Städten sucht, begibt sich auf einen umkämpften Markt. Während die Mieten steigen, sinkt das Angebot. Gerade in Metropolen werden die Konditionen für Mieter härter.
AZ/ dpa |
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Am höchsten war die durchschnittliche Kaltmiete laut Studie in München.
Am höchsten war die durchschnittliche Kaltmiete laut Studie in München. © Frau-Kunst-Politik e.V.

Die Mieten in Deutschland haben zum Jahresende 2025 vielerorts deutlich angezogen. Im vierten Quartal stiegen die Angebotsmieten um 4,5 Prozent zum Vorjahreszeitraum, rund doppelt so stark wie die allgemeine Inflation, zeigt der GREIX-Mietpreisindex, der vom Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) herausgegeben wird. Verglichen mit dem dritten Quartal lag das Plus in den 37 untersuchten Städten und Regionen bei 1,0 Prozent.

Zugleich sei der Anteil befristeter und möblierter Mietangebote auf Rekordniveau gewachsen. Bundesweit entfiel 2025 mehr als jedes sechste Inserat (17 Prozent) auf dieses Segment, so das Institut. In den acht größten Städten liege der Anteil bei fast einem Viertel, in München sogar bei rund einem Drittel. "Wohnungssuchende haben es aktuell schwer", sagt Jonas Zdrzalek, Projektleiter des GREIX am IfW Kiel. "Das klassische Angebot geht zurück, die Preise steigen und die Konditionen werden über immer mehr befristete Verträge oder möblierte Angebote härter."

Zahl der Inserate deutlich gesunken

Für den GREIX-Index werden Angebote von mehr als 100 Immobilienplattformen und Maklerwebsites gebündelt. Pro Quartal werden über 60.000 Inserate analysiert. 

In sieben der acht größten deutschen Städte stiegen laut der Angaben die Angebotsmieten im Quartalsvergleich, besonders in Köln mit 3,4 Prozent und München mit 1,9 Prozent. In Hamburg und Frankfurt lagen die Anstiege etwa im bundesweiten Schnitt von einem Prozent. 

Wohnhäuser in Berlin: Die Mieten zogen zum Jahresende an. (Archivbild)
Wohnhäuser in Berlin: Die Mieten zogen zum Jahresende an. (Archivbild) © Monika Skolimowska/dpa

Am höchsten war die durchschnittliche Kaltmiete in München mit 23,35 Euro je Quadratmeter, vor Frankfurt mit 17,36 Euro - deutlich mehr als der Schnitt von 14,41 Euro. Insgesamt seien die Angebotsmieten seit 2015 um 14 Prozent stärker gestiegen als die allgemeine Teuerung. "Bei Neuvermietungen in Großstädten dürften gerade Geringverdiener beziehungsweise Menschen in Ausbildung und Studium zunehmend an ihre Belastungsgrenze stoßen", sagte Zdrzalek.

Zudem sinkt laut Studie das Angebot. Im vierten Quartal 2025 lag die Zahl der Inserate um sieben Prozent unter dem Vorjahresquartal. Im Vergleich mit 2015 gebe es sogar rund 20 Prozent weniger Mietinserate. Das sei ein Zeichen, dass Menschen mit Altverträgen ihre Wohnung halten und viele Objekte ohne Inserat vergeben würden.

Mieten um 42 Prozent in fünf Jahren gestiegen

Einen deutlichen Anstieg der Mieten verzeichnet auch der Immobilienspezialist Jones Lang LaSalle (JLL). Im zweiten Halbjahr 2025 seien die Angebotsmieten in den acht Metropolen, darunter Berlin, München, Stuttgart und Leipzig, im Schnitt um 4,4 Prozent zum Vorjahreszeitraum geklettert. Aber nicht nur in den größten deutschen Städten, auch in den kreisfreien Städten außerhalb der Metropolen (plus 3,4 Prozent) und in den Landkreisen (plus 4,4 Prozent) verzeichnete JLL deutlich anziehende Mieten.

Gerade in den Metropolen gibt es immer mehr befristete und möblierte Mietangebote. (Archivbild)
Gerade in den Metropolen gibt es immer mehr befristete und möblierte Mietangebote. (Archivbild) © Marijan Murat/dpa

Besonders die Angebotsmieten für Neubauwohnungen stiegen stark, wenngleich weniger als vor einem Jahr, zeigt die Analyse, für die rund 35.000 Mietangebote ausgewertet wurden.

In diesem Jahr werde sich am Aufwärtstrend wenig ändern, schätzt JLL. Allerdings dürften sich sehr teure Mieten schwerer durchsetzen lassen, da der Markt etwa im Premiumsegment an seine Grenzen stoße. Über fünf Jahre seien die Mieten in den Metropolen im Schnitt schon um gut 42 Prozent gestiegen.

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  • Boandl_kramer vor 31 Minuten / Bewertung:

    Das Grundproblem ist wohl, dass Mieten schneller steigen als Nettoeinkommen und die Leute sich daher systematisch arm wohnen. Jeglicher Versuch das politisch zu verändern hat die Probleme aber nur verschlimmert. Wohnen müssen wir aber alle trotzdem. Vielleicht kommt das Modell des regulierten Mietens von Wohnraum auf Dauer inzwischen an seine ökonomische Grenze, da die Kosten der Wohnraumbereitstellung die finanziellen Möglichkeiten der Bevölkerung zunehmend übersteigt.

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  • Seidnettzueinander vor einer Stunde / Bewertung:

    Es ist ein riesiges , gesamtgesellschaftliches Problem, was die Politik endlich lösen muss. Dazu gehört auch die Eindämmung des Phänomens, dass die Wohnungen mehrheitlich möbliert und/ oder befristet angeboten werden ( laut IfW in München z.B mittlerweile ein Drittel! Des Angebots an Mietwohnungen) plus die Indexmietverträge. Auch der Miet- Erhöhungsspiegel- hilft kaum weiter. Vermieter dürfen alle 3 Jahre 15% erhöhen und tun das auch munter- ohne jede Verbesserung an den Wohnungen. Das ist sehr schnell uferlos für die Mieter. Es muss endlich was passieren, der Markt regelt das nur in die falsche Richtung. Auch als Normalverdiener kann das keiner mehr zahlen ( und kaufen sowieso nicht ohne Erbe zu sein).

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  • Edelbayer 64 vor 2 Stunden / Bewertung:

    Und der Staat mit seinen Steuern auf Mieteinnahmen ist der größte Preistreiber.

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