Wer schlägert, verliert den Führerschein!

In München knöpft das KVR aggressiven Straftätern den Lappen ab – bis zu 300 pro Jahr
| Julia Lenders
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In München knöpft das KVR aggressiven Straftätern den Lappen ab – bis zu 300 pro Jahr

MÜNCHEN Dass Autofahrer ihren Führerschein verlieren können, wenn sie betrunken am Steuer sitzen oder wie Schumi durch die Ortschaft heizen, ist klar. Doch auch wer schlägert oder randaliert, kann seinen Lappen schnell los sein. Das bestätigte das Kreisverwaltungsreferat (KVR) gestern auf einen Stadtratsantrag von CSU-Mann Hans Podiuk hin.

Seit etwa zehn Jahren ist es gängige Praxis, dass die Behörde verurteilten Straftätern mit erhöhtem Aggressionspotenzial die Fahrerlaubnis abknöpft. Was überrascht, ist die Dimension: Allein im Jahr 2010 schickte das KVR insgesamt 456 Menschen zur Medizinischen Psychologischen Untersuchung (MPU), die im Volksmund „Idiotentest” genannt wird. Bei etwa der Hälfte aller Fahrer war eine Aggressionstat vorangegangen – im Jahr sind es durchschnittlich 200 bis 300 Fälle. Neben Körperverletzungs-Delikten haben die Betroffenen zum Beispiel Straftaten wie Raub,Vergewaltigung, Sachbeschädigung oder Brandstiftung auf dem Kerbholz. „Wir nehmen immer eine strafrechtliche Verurteilung als Grundlage” heißt es beim KVR. „Denn der Führerscheinentzug ist schon ein starker Eingriff.”

Rund 80 Prozent rasseln durch die MPU

Wer einmal zum „Depperltest” verdonnert wurde, hat schlechte Karten. Bei etwa 80 Prozent ordnet das KVR anschließend den Führerschein-Entzug an. Die allermeisten dieser Ex-Autofahrer sind übrigens Männer. Sie dürfen erst dann wieder ans Steuer, wenn sie die MPU einmal erfolgreich hinter sich gebracht haben. Wie vielen Jugendlichen die Behörde den Schein schon angenommen hat, war gestern nicht zu klären.  Dafür kann Kreisverwaltungsreferats-Sprecherin Daniela Schlegel eine andere Zahl angeben: Rund 90 Jugendliche sind aktuell registriert, die erst gar keinen Führerschein machen dürften, wenn sie denn wollten. Zuerst müssten sie zur MPU.

CSU-Stadtrat Hans Podiuk will jetzt auch noch wissen, welche Erfahrungen andere Kommunen mit dem Entzug der Fahrerlaubnis gemacht haben. „Insbesondere bei gewaltbereiten Jugendlichen und Heranwachsenden kann dies eine abschreckende erzieherische Wirkung haben”, meint er.

 

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