Wer rettet die Schranne?

Hallen-Chef Thannhuber verhandelt mit drei Investoren und zwei Banken, denn die Lage am Viktualienmarkt ist eine Goldgrube, das Interesse ist groß – bis September könnte es eine Lösung geben.
| Abendzeitung
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Empfehlungen
Ist die Schranne noch zu retten?
Ronald Zimmermann Ist die Schranne noch zu retten?

Hallen-Chef Thannhuber verhandelt mit drei Investoren und zwei Banken, denn die Lage am Viktualienmarkt ist eine Goldgrube, das Interesse ist groß – bis September könnte es eine Lösung geben.

MÜNCHEN Fünf Investoren und Banken buhlen um die Schrannenhalle, die vorige Woche unter Zwangsverwaltung gestellt wurde. Von den Interessenten kommt einer aus dem Raum München, die anderen sind auswärtige Bewerber.

Seit „ein paar Wochen“ ist Hallenbesitzer Klaus Thannhuber mit drei Investoren aus der Immobilienbranche und zwei Banken im Gespräch. „Wir verhandeln um Joint-Venture-Lösungen oder darum, als Betreiber mit einzusteigen und später die Firma zu übernehmen.“ Es gebe „europaweites“ Interesse. Bis September soll ein Vertrag fertig sein.

Die Lage ist eine Goldgrube

Auch bei OB Ude sind „schon vor Monaten“ Interessenten vorstellig geworden. Die Stadt kann zwar nicht eingreifen, aber sie redet mit, wenn Haus und Grund verkauft werden, weil die Stadt das Grundstück in Erbpacht vergeben hat. „Ich halte die Interessenten für eine sehr große und seriöse Bewerbergruppe“, so Ude.

Kein Wunder, dass die Bewerber Schlange stehen: „Die zentrale Lage am Viktualienmarkt ist eine Goldgrube“, so ein Immobilien-Experte.

Der Betrieb geht weiter

„Uns konnte nichts Besseres passieren, als dass ein Zwangsverwalter eingeschaltet wird“, heißt es im Rathaus. Die Stadt bekommt sicher ihren Erbbauzins von 150000 Euro im Jahr und die Jahres-Mieteinnahmen von drei Millionen im Jahr gehen an den Zwangsverwalter, Anwalt Johannes Mauder. Der Betrieb geht weiter.

„Es geht um 1,3 Millionen Euro, die noch offen sind“, so Thannhuber zur AZ über die Hintergründe der Zwangsverwaltung. „Das wäre in fünf, sechs Monaten erledigt gewesen“. Die Banken wollten nicht warten. Denn die Berliner Hyp hat ihre Kreditansprüche an die Deutsche Bank London abgetreten, weil Thannhuber mit der Rückzahlung ein Jahr im Rückstand ist. „Die Deutsche Bank ist eher eine Heuschrecke“, so Thannhuber, „Sie ist nicht an einer Lösung interessiert, nur am Verkauf.“

CSU hat vor dem Investor gewarnt

Thannhubers Ruf in Finanzkreisen ist – seit die Bundesanstalt für Finanzdienstleistung 2006 seine Privatbank Reithinger geschlossen hat – ramponiert. „Das war willkürlich und überflüssig“, sagt sein Anwalt Michael Scheele. Die CSU sagt: „Wir haben vor dem Investor gewarnt.“

Willi Bock

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – mitdiskutieren Empfehlungen
0 Kommentare
Artikel kommentieren