Wer rein darf, wer nicht

Der Eigentümer Hans Hammer stellt seine Halle vor, die am 7. Oktober eröffnet. Doch noch immer ist ein Drittel nicht unvermietet.
| Anne Kathrin Koophamel
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Die Schrannenhalle, unten der Pschorr und der angrenzende Viktualienmarkt. Nach dem Umbau soll der Bau für Fußgänger möglichst durchlässig sein
Mike Schmalz / Ronald Zimmermann Die Schrannenhalle, unten der Pschorr und der angrenzende Viktualienmarkt. Nach dem Umbau soll der Bau für Fußgänger möglichst durchlässig sein

Der Eigentümer Hans Hammer stellt seine Halle vor, die am 7. Oktober eröffnet. Doch noch immer ist ein Drittel nicht vermietet

MÜNCHEN Wer der neue Platzhirsch am Viktualienmarkt ist, zeigt Hans Hammer genau. „Jetzt verraten’s uns, wer auf die zweite Empore zieht”, bettelt Elke Fett, Sprecherin der Marktkaufleute vom Viktualienmarkt. Doch Hammer, Eigentümer der Schranne, bleibt hart: „Nein, heut’ nicht.”


Ein paar Informationen ließ er nach drei Monaten Umbauzeit doch heraus: Ab 7. Oktober ist die Schranne für die Öffentlichkeit zugänglich. Mit weit offenen Flügeltüren, offenen Standln und einer offenen Architektur, will er die Fußgänger in die Schranne ziehen. „Durchströmen”, nennt Hammer das. „Das Glockenbachviertel soll sich hier mit dem Sebastiansplatz verbinden.”


Die ersten Mieter haben sich gefunden (siehe unten), ein Drittel der Halle steht aber noch leer, die Verhandlungen ziehen sich. „Wir wollten nicht irgendwen, irgendwas reinlassen. Dann hätten wir Dönerbuden, Leberkasstandl und Thai-Suppen”, sagt Hammer. Auf 2000 bis 10000 Euro beläuft sich die Monatsmiete. Michael Käfer, der sich im nördlichen Teil einnistet, dürfte weitaus mehr zahlen.


Vieles will Hammer in der neuen Schranne sehen, etwa eine Schranne, die „in der heutigen Zeit angekommen ist”, mit einem Interieur aus Eichenholz und geöltem Stahl. Auch ein zweiter Bauch Münchens könnte das Projekt werden. Nur keine Konkurrenz zum Viktualienmarkt. „Wenn ich ein Auto kaufe, fahre ich an den Frankfurter Ring”, wagt er den Vergleich. Dort gebe es mehrere Händler, die Vergleichbares anbieten – so soll es sich auch mit Schranne und Markt verhalten. Fett versichert: „Wir schicken Ihnen jährlich fünf Millionen Besucher.” Die zumindest flanieren jährlich am Karl Valentin-Brunnen vorbei.


Ob die Schranne die Herzen der Touristen und der Einheimischen erobern wird, ist unklar: Teure Delikatessen fürchten viele. Zu wenig Münchnerisches andere. Und wo bleibt die Kultur? „Die kommt”, versichert Hammer. Man sei – wieder einmal – in Verhandlungen.


Klar ist: Weder Public-Viewing noch Flatrate-Partys wird es geben. Allerdings könnten die Lokale, anders als die Standl, nach 20 Uhr offen haben. Auch draußen soll man sitzen. „Im Sommer wird sich das sicher zum Sebastiansplatz verlagern.” Der Viktualienmarkt wäre dann Hintergrund. 

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