Bespuckt, beleidigt, vom Rad geschubst: So wurde dieser CSUler im Wahlkampf angegriffen

Delija Balidemaj kandidiert für die CSU bei der Kommunalwahl. In den vergangenen zwei Wochen ist er gleich dreimal rassistisch angegriffen worden. So schildert es der 58-Jährige der AZ. Er habe sogar überlegt, seine Kandidatur aufzugeben. Warum er weitermacht. 
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Delija Balidemaj sitzt seit 2023 im Münchner Stadtrat. Zuerst für die Grünen. Dann ist er zur CSU gewechselt. Er sei im Wahlkampf noch nie rassistisch angegriffen worden - bis jetzt.
Delija Balidemaj sitzt seit 2023 im Münchner Stadtrat. Zuerst für die Grünen. Dann ist er zur CSU gewechselt. Er sei im Wahlkampf noch nie rassistisch angegriffen worden - bis jetzt. © CSU

Auf die Frage, wie es ihm gehe, weiß der CSU-Stadtrat Delija Balidemaj zuerst nicht so recht, was er antworten soll. "Ich bin geschockt", sagt er dann. Nach einer kurzen Pause schiebt er noch "Es ist nicht angenehm" hinterher. Was ihn so aufwühlt?

Gleich dreimal soll der 58-Jährige in den vergangenen zwei Wochen im Wahlkampf angegriffen worden sein. So berichtete es die "SZ" und so schildert es Delija Balidemaj der AZ am Telefon.

"Ich war wie vom Blitz getroffen"

Der erste Vorfall ereignete sich laut Delija Balidemaj am Freitag, 13. Februar. Er habe mit anderen CSUlern an einem Infostand in Schwabing gestanden, als ihn auf einmal ein junger Mann beschimpft und bespuckt habe. "Ich war wie gelähmt, wie vom Blitz getroffen", sagt Delija Balidemaj.

Nach etwa 15 Minuten habe er entschieden, nach Hause zu radeln. Sein Rad habe einen Rückspiegel und so habe er beobachten können, dass ihm zwei Männer auf Rennrädern folgten. "Sie trugen Helme und Masken", sagt Delija Balidemaj. An Ampeln hielten die Männer immer etwas Abstand – und dann unter einer Brücke, wo niemand die Situation beobachtet habe, habe ihn einer der Männer vom Rad geschubst. "Er sagte, ich soll zurücktreten, sonst wird etwas Schlimmes passieren", sagt Delija Balidemaj.

Der dritte Vorfall habe sich diesen Samstag ereignet: Vor seinem Haus habe ihn ein Rennradfahrer – wieder mit Helm und Maske – dazu aufgefordert, auf seine Kandidatur zu verzichten. "Er sagte: Wenn du deine Familie liebst, musst du zurücktreten", erzählt Delija Balidemaj.

Es könnte sich um dieselbe Person gehandelt haben, die ihn vom Rad schubste. Doch ganz sicher sei er nicht. "Alles lief so schnell ab. Es hat mich total überrascht."

Seine Söhne überredeten ihn weiterzumachen

Am Sonntag habe er schließlich Anzeige bei der Polizei erstattet, nachdem er lange mit seiner Familie gesprochen habe. "Ich habe wirklich mit dem Gedanken gespielt, zurückzutreten, aber meine beiden Söhne waren voll dagegen. Sie sagten: Du bist doch selbst vor einem Regime geflohen. Jetzt musst du erst recht Gas geben und weitermachen", erzählt er.

Delija Balidemaj floh 1998 aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Deutschland. Er ist Martinaj in Montenegro geboren, hat Elektrotechnik an der Universität Prishtina studiert und arbeitet seit 2002 als IT-Spezialist bei der Landeshauptstadt München. Seit 2023 ist er Mitglied des Stadtrats, zuerst für die Grünen. Im Oktober 2024 wechselt er zur CSU – insbesondere wegen der Themen "Migration und innere Sicherheit", teilte er damals mit.

Inzwischen habe er sich entschieden, dem Rat seiner Söhne zu folgen und weiterzumachen, erzählt er. Und nach der Anzeige bei der Polizei fühle er sich nun auch etwas besser.

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  • MUC0 vor einer Stunde / Bewertung:

    Vermutlich macht der das ja alles ohne elitäre Einkünfte, aufhören damit! Es gibt viele hier denen es schlecht geht, das kommt dann deswegen mal aus denen raus. Vermutlich bleibt das nach der Wahl ob mit oder ohne Olympia auch so.

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  • FRUSTI13 vor einer Stunde / Bewertung:

    Gut so, dass er weitermacht! Aber vielleicht sollte er künftig ein Pfefferspray in seine Jackentasche packen!

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