Weltstars in München: Dieses Theater feiert sein 130-jähriges Bestehen
"Mit einem Paukenschlag" hob sich der Vorhang des Deutschen Theaters im Jahr 1896, so erzählt es die hauseigene Chronik anlässlich des 130-jährigen Bestehens des Hauses an der Schwanthalerstraße.

Seit Eröffnung des Hauses ist es die Münchner Faschingshochburg. Neben dieser Konstante hat das Haus eine sehr wechselhafte Geschichte. 1929 zum Beispiel sollte die US-amerikanische Revuetänzerin Josephine Baker auftreten, was die Münchner Behörden dem Theater aber untersagten – ein Vorbote der kommenden Jahre unter der Herrschaft der Nationalsozialisten.
130 Jahre Deutsches Theater München: Fasching, Revue, Musical

Karl Valentin, Zerstörung 1943, Musical-Ära
In den 30er-Jahren waren auch Karl Valentin und Liesl Karlstadt in vielen Stücken zu sehen, zum Beispiel in einer Parodie auf die Riemer Rennwochen oder als "Raubritter von München".

1935 wurde der damalige Theaterleiter Hans Gruß gefeuert, weil er Stücke von jüdischen Autoren im Deutschen Theater aufführte und wegen "finanzieller Probleme", wie das Deutsche Theater auf seiner Webseite schreibt. Auf ihn folgte Paul Wolz, der die Mischung aus Revue und Varieté auch während des Zweiten Weltkriegs fortführte.

1943 wurde das Theater von Bomben zerstört, 1951 hat es nach einer "notdürftigen Renovierung" wiedereröffnet. Die Epoche der Musicals beginnt, "West Side Story" ist ein erster Exporterfolg vom New Yorker Broadway.

Teure Sanierung und große Erfolge
In den folgenden Jahrzehnten geben sich Stars wie Harald Juhnke oder Marcel Marceau die Klinke in die Hand, aber auch klassisches Sprechtheater hat hier seinen Platz. 1968 zum Beispiel gibt Maximilian Schell als Regisseur auch gleich selbst den Hamlet. 1977 beschließt der Stadtrat dann eine ordentliche Sanierung, die anstatt der ursprünglich geplanten sechs Monate ganze fünf Jahre in Anspruch nimmt. Die Kosten explodieren, statt drei Millionen kostet sie 54 Millionen Mark.

1983 feiert das Deutsche Theater den ersten Europa-Auftritt des Magiers David Copperfield, außerdem sind große Musicals, Tanztheater, Ballett, Operette und Shows zu sehen.
Ein Beispiel: Die deutsche Schauspiel-Legende Mario Adorf war 1995 mit seinem Programm "Al Dente" zu Gast, die große Silvesterfeier 1983/1984 schmiss Udo Jürgens gemeinsam mit dem Schweizer Pepe-Lienhard-Show-Orchester.

Eine erneute Zäsur im Jahr 2003: Der Stadtrat rechnet mit 119 Millionen Euro Sanierungskosten für das Deutsche Theater und will es verkaufen. Nach einem Bürgerbegehren beschließt die Stadt eine Notsanierung. Der Verkauf gestaltet sich schwierig, das Haus bleibt in städtischem Besitz, bis heute.

In den 2000er-Jahren macht das Haus künstlerisch Schlagzeilen, zum Beispiel mit der "Palast Revue" von Max Raabe, mit Musicals wie "Tanz der Vampire" oder dem Musical zum Bully-Film "Der Schuh des Manitu", das in München Premiere feierte.
Im Anschluss an die Premiere von "Der Glöckner von Notre Dame" am 7. Oktober feiert das Deutsche Theater mit den Gästen die eine Premieren- und Geburtstagsparty
