Wegen Preisschock: München soll Fernwärmepreis einfrieren

Die Linke fordert die Stadtwerke mit zwei Anträgen auf, ihre Energiestrategie zu ändern. Durchsetzen soll das der OB.
Jan Krattiger |
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Weil der Preis teilweise an die Börse gekoppelt ist, steigen die Kosten jährlich massiv. Die Linke in München will, dass OB Krause etwas dagegen unternimmt. (Symbolbild)
Weil der Preis teilweise an die Börse gekoppelt ist, steigen die Kosten jährlich massiv. Die Linke in München will, dass OB Krause etwas dagegen unternimmt. (Symbolbild) © IMAGO (www.imago-images.de)

Die Stadtwerke (SWM) sind eine Tochtergesellschaft der Stadt, Aufsichtsratschef ist Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne). Geht es nach der Linken im Stadtrat, soll er bei den Stadtwerken dafür sorgen, dass die Fernwärmepreise nicht mehr steigen. Einerseits dadurch, dass diese nicht mehr an die Börsenpreise für Erdgas gekoppelt sind. Aktuell sind sie das zu etwa 56,25 Prozent. Dadurch steigen die Preise seit dem Ukrainekrieg jedes Jahr stark. Die Linke rechnet für das neue Jahr erneut mit einem Anstieg um 55 Prozent.

Stadtwerke sollen weg vom Börsenmodell

Vor der Energiekrise hatten börsennotierte Gasverträge jahrelang den Vorteil, dass Mieter von günstigen Marktpreisen profitieren konnten. Dies ist in absehbarer Zukunft aber nicht mehr zu erwarten.

Bereits im Frühjahr hat die städtische Wohnungsbaugesellschaft Münchner Wohnen beschlossen, mit den Stadtwerken neue Gaslieferverträge auszuhandeln, für die keine börsennotierten Indizes mehr genutzt werden. Stattdessen verfolgt sie jetzt das sogenannte "Tranchenmodell". Das bedeutet, dass Gas für das nächste Lieferjahr im Zweiwochenrhythmus eingekauft wird.

Eine solche Abkehr vom Börsenmodell fordert die Linke von den Stadtwerken nun generell. "Eine weitere Preisexplosion bei der Fernwärme mitten im Winter können sich viele Haushalte nicht mehr leisten", sagt Linken-Stadtrat Christian Schwarzenberger. "Die Regierungsfraktion steht in der Verantwortung, die Kopplung der Preise an Börsendaten zu beenden", so Schwarzenberger. Die Preisgestaltung der Stadtwerke "treibt den Preis künstlich nach oben", so die Linke in ihrem Antrag.

Linke fordert: Fernwärmepreis einfrieren!

Die Linke fordert außerdem, dass die Stadtwerke die nun anstehende Preiserhöhung nicht durchführen. Der Fernwärmepreis soll so lange eingefroren werden, "bis der Stadtrat über eine neue Preisgestaltung beraten hat", so die Linke. Dazu soll OB Krause per Gesellschafteranweisung die Stadtwerke verpflichten. Die SWM waren am Montag für die AZ nicht zu erreichen.  

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