Wegen Corona: Schönheits-OPs boomen in München

Facelift, Nasenkorrektur: Die Maskenpflicht fördert die Zahl der Eingriffe. Eine Chirurgin zur AZ: "Wir werden überrannt wie nie!"
| Kimberly Hagen
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Lidstraffungen, Nasen-OPs, aber vor allem die Nachfrage nach Facelifts ist derzeit durch Corona und Maskenpflicht so groß wie nie.
imago images / Panthermedia 2 Lidstraffungen, Nasen-OPs, aber vor allem die Nachfrage nach Facelifts ist derzeit durch Corona und Maskenpflicht so groß wie nie.

München - Es soll ja Menschen geben, die das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auf Dauer nervig, einengend oder anstrengend finden. Es gibt aber auch Menschen, speziell in München, die die Maskenpflicht als größten Glücksfall sehen.

Bitte? Kein Scherz: Weil in der Öffentlichkeit ständig eine Maske getragen werden muss, ist das momentan der wahrscheinlich beste Zeitpunkt, um einen kleinen oder größeren Eingriff an sich im Gesicht vornehmen zu lassen. Merkt und sieht ja keiner, da die Maske alle möglichen Hautirritationen oder Schwellungen verdeckt, die meist in den ersten Tagen nach einer Schönheits-OP auftreten.

Schönheits-OP ist durch Corona leichter zu verstecken

Im Klartext: Wer vor Corona sein Gesicht glätten, die Nase verkleinern, die Lippen aufspritzen ließ – der musste sich einige Tage daheim einsperren, also in Selbstisolation gehen, als das noch nicht zum Alltag gehörte und schwer verdächtig war, bis alle Schwellungen und Irritationen verschwunden waren. Aktuell ist das ja durch Corona viel einfacher.

Das erklärt auch den irren Boom auf Schönheits-OPs, über den die Promis zwischen Grünwald und Glockenbachviertel hinter vorgehaltener Hand (und Maske!) tuscheln.

Nachfrage bei der Expertin

Dr. Constanze Neuhann-Lorenz, die zusammen mit ihrer Tochter Dr. Sarah Fürstin von Isenburg die Praxis für Plastische Chirurgie in der Theatinerstraße leitet, sagt zur AZ: "Wir sind extrem verblüfft und hätten das nie geahnt. Nach dem Lockdown dachten wir, wir könnten das Jahr abschreiben – aus Angst vor Ansteckung geht doch niemand zum Arzt, wenn es nicht lebensnotwendig ist. Das Gegenteil ist jetzt der Fall: Wir werden total überrannt wie noch nie! Nasen-OPs, Lidstraffungen, vor allem die Zahl an Facelifts ist bei uns so hoch wie nie zuvor."

Expertin für Plastische Chirurgie: Dr. Constanze Neuhann-Lorenz.
Expertin für Plastische Chirurgie: Dr. Constanze Neuhann-Lorenz. © privat

Unter den vielen Patienten: 75 Prozent Frauen, 25 Prozent Männer. Besonders Schauspieler, Gastronomen und Messeveranstalter seien aktuell dabei, sich zu verjüngen. Ein Facelift (die Basis dauert drei Stunden) kostet Dr. Neuhann-Lorenz zufolge 8.000 bis 10.000 Euro, "schraubt einen zehn Jahre zurück und hält ein Leben lang". Und: "Natürlich altert man weiter, von einem jüngeren Level aus. Die Haut ist straffer, die Hängebäckchen sind weg, die Weichteile bleiben wieder da, wo sie hingehören."

Drei Tage nach so einem Eingriff dauert es, bis sich das Gesicht beruhigt und der Patient wieder unter Leute kann. Mit Maske geht das oft sofort. Denn diese versteckt die entscheidenden Teile. Die Chirurgin: "Ein gut gemachtes Facelift erkennt niemand, der Patient schaut einfach gepflegter, frischer, ausgeruhter und natürlich faltenloser aus."

Eben so, als hätte man sich während Corona hinter der Maske fantastisch erholt.

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