Wasserverbrauch in München: Debatte um neue Sparmaßnahmen

Hat Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) voreilig gehandelt, als er am vergangenen Donnerstag (30. Juli) verkündete, dass die Münchner Wassersparmaßnahmen (oder die Allgemeinverfügung zur Wassernutzung, wie sie auf Behördendeutsch hieß) nun nicht mehr nötig seien?
Zwei Wochen lang durften unter anderem Gärten tagsüber nicht gegossen, private Pools nicht befüllt und Autos nicht zu Hause gewaschen werden. Schon vorher hatte die Stadt zehn Zierbrunnen abgeschaltet, unter anderem den Fischbrunnen am Marienplatz. Per 1. August ließ die Stadt die Sparmaßnahmen auslaufen.
Voreilig findet das zumindest die Fraktion ÖDP/Bündnis Kultur/München-Liste im Stadtrat. Sie fordert jetzt in einem Antrag, dass die Wasser-Verbote wieder eingeführt werden – und kritisiert vor allem die Begründung der Stadt, dass die Spargebote nicht weiter gelten.
"Mit dem Beginn der Sommerferien und der Reisezeit sinkt erfahrungsgemäß der Wasserverbrauch in München", sagte OB Krause zur Begründung, die Allgemeinverfügung auslaufen zu lassen. Es bleibe aber dennoch wichtig, sparsam mit dem Trinkwasser umzugehen.

"Die Dürre macht keine Sommerferien", entgegnet dem nun Fraktionschef Tobias Ruff (ÖDP). "Nur weil in München vorübergehend etwas weniger Wasser verbraucht wird, sind unsere Grundwasserspeicher noch lange nicht wieder gefüllt", sagt er.
"Dürre macht keine Sommerferien"
Besonders dramatisch zeige sich die Lage am Hüllgraben, so die ÖDP. Das "massive Fischsterben" mache deutlich, dass die natürlichen Gewässer unter dem Wassermangel leiden.
"Das Fischsterben im Hüllgraben zeigt auf erschreckende Weise, dass der Wassermangel längst in unseren Ökosystemen angekommen ist", so Ruff. "Wenn Bäche austrocknen und Tiere ihre Lebensgrundlage verlieren, können wir nicht einfach zur Tagesordnung übergehen", findet er.
ÖDP will sogar schärfere Maßnahmen
Seine Fraktion fordert darum in ihrem Antrag im Stadtrat darum sogar, dass die Maßnahmen noch verschärft werden.
Die bisherige Allgemeinverfügung verbot das Gießen privater Gärten zwischen 9 Uhr und 19 Uhr tagsüber. Die ÖDP fordert, dass private Gärten grundsätzlich nur mit einer Gießkanne oder per Schlauch mit Handventil oder Tröpfchenbewässerung gegossen werden dürfen.
Und: Innerhalb von 24 Stunden nach oder vor angekündigtem "ergiebigem Niederschlag" soll ein generelles Gießverbot mit Trinkwasser gelten.
Die fürs Trinkwasser in München verantwortlichen Stadtwerke (SWM) betonen, dass die Maßnahmen der letzten Wochen zur Stabilisierung der Wasserversorgung beigetragen haben. Es sei aber "weiterhin Maßhalten erforderlich", so SWM-Chef Florian Bieberbach vergangene Woche.
Die Stadt und die Stadtwerke wollen gemeinsam die Entwicklung der Wasserversorgung weiter beobachten. Man prüfe weitere Maßnahmen, wenn sich die Lage erneut verschärfen sollte.