Wassermangel in München: Haben die Verbote geholfen?

München kämpft mit akutem Wassermangel: Seit zwei Wochen gelten Verbote für Pools, manche Brunnen und Bewässerung tagsüber. Die Stadtwerke melden sinkenden Verbrauch, doch die Grundwasserpegel bleiben kritisch niedrig. Bald entscheidet sich, ob die Einschränkungen verlängert werden.
von  Jan Krattiger
Der Fischbrunnen auf dem Marienplatz ist einer von zehn städtischen Brunnen, die aktuell außer Betrieb sind, um Wasser zu sparen.
Der Fischbrunnen auf dem Marienplatz ist einer von zehn städtischen Brunnen, die aktuell außer Betrieb sind, um Wasser zu sparen. © dpa/Sven Hoppe

Schon vor einem Monat hat OB Dominik Krause (Grüne) die Münchner darum gebeten, Wasser zu sparen, und hat dazu eine Taskforce ins Leben gerufen.

Seit zwei Wochen schon gibt es auch konkrete Verbote, am 14. Juli hat die Stadt dazu eine Allgemeinverfügung erlassen. Die verbietet zum Beispiel, dass man private Pools oder Badebecken, Wasserspielanlagen und Ähnliches befüllt. Pflanzen und Gärten gießen ist zwischen 9 und 19 Uhr verboten. Ausgenommen sind die wassersparende Tröpfchenbewässerung, die Land- und Forstwirtschaft und die Friedhöfe. Außer Sportplätzen darf außerdem Rasen nicht bewässert werden.

Wassermangel in München: Seit zwei Wochen gelten Verbote

Die Stadt hat schon Ende Juni zehn Zierbrunnen (darunter auch der Fischbrunnen am Marienplatz) vorübergehend abgeschaltet, die besonders viel Wasser verbrauchen. 56 weitere Brunnen laufen nur von 10 bis 20 Uhr.

Hat das alles geholfen in den vergangenen zwei Wochen, gibt es Aussicht auf Besserung?

Der Springbrunnen am Stachus. Hitze und Trockenheit lassen in München den Wasserverbrauch steigen. Viele Brunnen laufen aber weiter.
Der Springbrunnen am Stachus. Hitze und Trockenheit lassen in München den Wasserverbrauch steigen. Viele Brunnen laufen aber weiter. © dpa/Sven Hoppe

Einerseits schon: Der Wasserverbrauch in München sei "deutlich zurückgegangen", sagen die dafür verantwortlichen Stadtwerke auf AZ-Anfrage. Die Netzeinspeisung variiere leicht von Tag zu Tag, "ist aber in der Gesamttendenz deutlich in einen Bereich zwischen 312 und 335 Millionen Liter/Tag gesunken", so die Stadtwerke weiter.

Zum Vergleich: An Spitzentagen während der Hitzetage Ende Juni lag der Verbrauch etwa bei 400 Millionen Litern am Tag.

Grundwasserpegel "nach wie vor auf niedrigem Stand"

Andererseits ist immer noch wenig Wasser da. Die Grundwasserpegel seien "aufgrund der anhaltenden Trockenheit nach wie vor auf niedrigem Stand".

Zuletzt hat es wieder öfter geregnet, aber immer noch nicht genug. "Die vereinzelten Regenschauer der letzten Tage reichen bei Weitem nicht aus, um die fehlenden Niederschläge der vergangenen Monate auszugleichen", so die Stadtwerke. Die Lage sei "weiterhin angespannt".

Gerade mit Blick auf die kommenden Tage, an denen es wieder sehr heiß wird, muss weiter Wasser gespart werden.

Hitze und Trockenheit lassen in München den Wasserverbrauch steigen. Nach einigen regnerischen Tagen erwartet die Stadt wieder sehr heiße Zeiten.
Hitze und Trockenheit lassen in München den Wasserverbrauch steigen. Nach einigen regnerischen Tagen erwartet die Stadt wieder sehr heiße Zeiten. © dpa/Sven Hoppe

Zu trocken schon seit vergangenem Jahr

Die Stadtwerke verweisen auf den aktuellen Niedrigwasser-Lagebericht des Bayerischen Landesamts für Umwelt von Freitag, 24. Juli. Nachdem bereits das Jahr 2025 zu trocken gewesen sei, gibt es laut den Stadtwerken im aktuellen Jahr ein Niederschlagsdefizit von 32 Prozent. Gleichzeitig gab es im Juni "die bislang längste Hitzewelle seit Beginn der Beobachtungen", so die Stadtwerke.

Die Allgemeinverfügung der Stadt gilt noch bis einschließlich Samstag, 1. August. Ob sie verlängert oder gar verschärft werden muss, können die Stadtwerke aktuell noch nicht sagen.

Aus dem OB-Büro heißt es, die Taskforce beobachte die Situation genau. "Gegen Ende der Woche" werde man eine Entscheidung über das weitere Vorgehen treffen.

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