Was bei Mindestpreisen für Uber und Co. ab Samstag in München gilt

München zieht die Preisbremse: Ab Samstag kosten Uber und Co. mehr – doch es gibt einen Trick, wie man trotzdem günstiger fahren kann. Was steckt hinter den neuen Mindestpreisen?
von  AZ/dpa
Ab 4. Juli werden die Fahrten mit Uber und CO. in München teurer (Archivbild)
Ab 4. Juli werden die Fahrten mit Uber und CO. in München teurer (Archivbild) © Sven Hoppe/dpa

Uber und Co. sind billig – Taxis teuer? Das soll in München nicht mehr so sein. Zum 4. Juli hat die Stadt Fahrdienstvermittler zu Mindestpreisen verpflichtet, und zwar für jede Fahrt im Stadtgebiet, unabhängig davon, wo der Anbieter seinen Sitz hat. Was bedeutet das für die Kunden?

Wonach richten sich die Preise?

Die Kosten orientieren sich am Taxitarif, den die Stadt per Satzung festgelegt hat. Dieser liegt demnach aktuell bei einem Grundpreis von 5,90 Euro, hinzu kommen 2,70 Euro pro Kilometer. Doch das ist nur eine Orientierung – für Kunden von Fahrdiensten wird es minimal billiger.

Was muss ich für eine Fahrt mit Uber und Co. bezahlen?

Einmal den Grundpreis von 5,13 Euro. Hinzu kommt der Kilometerpreis: 2,43 Euro bis einschließlich sieben Kilometer und 2,25 Euro für Strecken darüber hinaus. Geregelt ist das in einer Allgemeinverfügung der Stadt München.

Gilt das auch für Buchungen im Vorfeld?

Nein. Das frühe Bestellen eines Mietwagens samt Fahrer kann sich lohnen. Voraussetzung: der Auftrag ist mindestens eine Stunde vor Fahrtantritt beim Unternehmen eingegangen. Dann gelten keine Mindestpreise. 

Was gilt bei Rabatten?

Die dürfen natürlich gewährt werden. Doch sie dürfen der Stadt zufolge nicht dafür sorgen, dass der Fahrpreis am Ende unter dem Mindestpreis liegt. 

Warum hat die Stadt die Mindestentgelte eingeführt?

Der Hauptgrund: die starke Zunahme taxiähnlicher Fahrdienste in München, die mit Fahrten für wenig Geld lockten. Bislang lagen deren Entgelte im Schnitt rund 40 Prozent unter den Taxi-Preisen. 

Die Stadt spricht auch von systematischen Verstößen etwa gegen arbeits- und sozialrechtliche Vorschriften. Und sie befürchtete: Die billigen Transportmittel könnten dem öffentlichen Nahverkehr Konkurrenz machen. Dabei will die Stadt doch den Individualverkehr nach und nach reduzieren, für bessere Luft, weniger Lärm und weniger Überhitzung.

Was sagt das Taxigewerbe? 

Der Bundesverband Taxi nannte die Mindestentgelte ein starkes Signal. Sie berücksichtigten die wirtschaftliche Grundlage der Taxiunternehmen und sorgten für verlässliche und nachhaltige Mobilitätsangebote in den Städten. Taxifahrerinnen und -fahrer in München fühlten sich zuvor ungerecht behandelt, mussten sie sich doch an die von der Stadt beschlossenen Tarife halten. Sie demonstrierten und verlangten einen fairen Wettbewerb. 

Was bewirken die Mindestpreise?

Die Taxi-App Freenow verwies auf Erfahrungen in der Stadt Köln, die schon Anfang Juni mit Mindestpreisen startete. Es gebe ein echtes Comeback der Taxis und die wirtschaftliche Situation der Fahrer habe sich spürbar verbessert, teilte das Unternehmen mit.

Wie reagieren die Fahrdienst-Plattformen?

Uber rechnete vor, die durchschnittliche Fahrt werde um 8 Euro teurer. Damit werde München zu einer der teuersten Städte Europas gehören, bemängelte das Unternehmen Ende April, nachdem die Mindestentgelte beschlossen worden waren. Bolt sprach von einer faktischen "Taxi-Steuer".

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