Kommentar

Warum dieser Neubau für Olympia eine schlechte Nachricht für die Stadt München ist

In Freising entsteht eine Mega-Arena, in der auch olympische Wettbewerbe stattfinden sollen. Klingt gut. Ist es für München aber nicht. Ein Kommentar von AZ-Lokalchef Felix Müller.
Felix Müller |
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Eine Münchner Legende: die Olympiahalle.
Eine Münchner Legende: die Olympiahalle. © imago/ecomedia/robert fishman

Der Flughafen Memmingen wurde einst als "München West" vermarktet. So gesehen ist es fast noch okay, wenn die neue Konzert-Arena den Namen "Munich" tragen soll. Man befindet sich zwar 35 Kilometer entfernt von der Innenstadt, kein Münchner wird dort mit dem Radl zum Konzert kommen. Aber immerhin ist der Neubau noch im S-Bahn-Bereich – und am Münchner Flughafen.

Die Städter werden ein bisserl granteln, aber natürlich trotzdem in die S-Bahn steigen und bestimmt eines Tages von der modernen Halle schwärmen. Für die Stadt ist der Spatenstich trotzdem eine schlechte Nachricht.

So soll die neue Arena einmal aussehen.
So soll die neue Arena einmal aussehen. © Munich Arena

Die Halle ist ein Symbol dafür, dass die marode städtische Struktur im Olympiapark, Sommerspiele hin, Sommerspiele her, nicht mehr zeitgemäß ist. Sie kostet sehr viel Geld – wird aber viel zu wenig genutzt. Und das wird mit der Konkurrenz im Moos noch viel schlimmer werden. Alle Experten sind sich einig, dass in der Olympiahalle künftig fast gar keine Konzerte mehr stattfinden werden – eben diese sind bisher aber noch die verlässlichste Einnahmequelle im Park.

Der Olympiapark brummt. Aber nur im privat betriebenen Teil

Beziehungsweise: in den städtischen Anlagen des Parks. Denn der SAP Garden von Red Bull brummt. Von Gaudi-Turnieren prominenter Ex-Fußballer bis zur anstehenden Handball-Weltmeisterschaft: Vieles, was klassischerweise in die Olympiahalle gehören würde, findet schon heute drüben bei Red Bull statt. Dass nicht einmal Schwimmen bei Olympia in der Olympia-Schwimmhalle geplant ist, sondern – Überraschung – in der Konzerthalle am Airport, passt da nur ins Bild.

Offensichtlich wird sehr viel Geld ausgegeben, konkurrenzfähig ist die Stadt trotzdem nicht. Was zur Sommerspiel-Bewerbung ohnehin noch fehlt, ist eine Idee, wie die Stätten im Park über Spiele hinaus regelmäßig genutzt werden sollen. Dabei geht es um viel Steuergeld. Aber auch darum, dass die Erzählung von besonders nachhaltigen Spielen wirklich Bestand haben kann. Eine sehr große Baustelle für den nächsten Olympiapark-Chef. Und für OB Dominik Krause.

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  • JENZZ vor 36 Minuten / Bewertung:

    Die neue Halle in Flughafennähe ist in erster Linie ein Wirtschaftsprojekt eines großen, weltweit operierenden Veranstaltungskonzerns, der so nicht mehr als Mieter, sondern als Mitbetreiber agiert.
    Es geht um Kontrolle und letztlich auch um Macht. Die Olympiahalle wird weiterhin eine mehr als attraktive Veranstaltungshalle bleiben, denn die Veranstaltungen, die sehr regelmäßig locker 20.000 Menschen garantieren, wachsen nicht auf Bäumen. Wie bei jedem Projekt, gibt es Vor- und Nachteile.
    Ein mögliche Anreise mit der S-Bahn dürfte jedenfalls deutlich mehr Fehlermöglichkeiten für die Zuschauer haben, als der bestens erreichbare Olympiapark. Wenn es den Betreibern in Flughafennähe nicht gelingt, vermutlich mit Kampfpreisen, auch konkurrierende Veranstalter anzulocken, dürfte das ein schwieriges Geschäft werden.

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  • Rigobert vor 2 Stunden / Bewertung:

    Im Münchner Osten wäre genug Platz gewesen, sogar mit U-Bahn und Autobahnanschluß, aber der Stadtrat mit OB beschäftigt sich lieber mit "München rettet das Klima"

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  • JosseleVonLöwenstein vor 2 Stunden / Bewertung:

    Nennt das Ding dann wenigstens "Freising-Arena". Ist das zu viel verlangt?

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