Warum dieser Münchner Taxifahrer mit einer Pride-Flagge durch die Stadt fährt

Eine Begegnung nach dem CSD brachte Maxi Schnotale zum Nachdenken. Heute wirbt der Münchner mit seinem Taxi als "queerem Safe Space auf Rädern" – und erhält dafür Zuspruch wie Kritik.
Maja Aralica
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Maxi Schnotale macht sich als Taxifahrer für die queere Community stark.
Maxi Schnotale macht sich als Taxifahrer für die queere Community stark. © Daniel von Loeper

Als Maxi Schnotale nach einem CSD-Besuch ins Taxi steigt, wirkt zunächst alles normal: Der Fahrer begrüßt ihn freundlich, hält ihm sogar die Tür auf und unterhält sich mit ihm. Dann schaut er in den Rückspiegel und fixiert Schnotale mit seinem Blick, sieht das Regenbogenarmband um Schnotales Handgelenk und den Pride-Aufdruck auf seinem T-Shirt.

"Da kippte die Stimmung schlagartig", erinnert sich der 38-Jährige. Der Taxifahrer verstummte, nannte ihm am Ziel plump den Fahrpreis. Keine Verabschiedung. Und die Tür hielt er ihm diesmal auch nicht mehr auf. Schnotale deutet den plötzlichen Stimmungswechsel als Ablehnung gegenüber der queeren Community.

Ein Safe-Space für alle

Für ihn, der selbst seit sechs Jahren als Taxifahrer arbeitet, wurde die Begegnung zum Schlüsselmoment. "Ich wollte mich dafür starkmachen, dass Taxifahren ein sicheres Erlebnis für alle Menschen ist."

Seit vier Jahren betreibt er sein eigenes Unternehmen, das "Maxi-Taxi". Auf seiner Website wirbt er als "dein queerer Safe Space auf Rädern". Damit möchte er zeigen, dass sich bei ihm jeder willkommen und sicher fühlen kann. "Der Safe Space ist für alle da", sagt er.

Ein Taxi mit Pride-Flagge

Schnotale fährt ein klassisch hellgelbes Großraumtaxi. An der Scheibe klebt eine kleine Pride-Flagge, etwas kleiner als eine Kreditkarte. "Das wird bisher zum Glück geduldet", sagt Schnotale. Viel persönlicher gestalten darf er sein Fahrzeug nicht. Die Regenbogenflagge werde als politisches Symbol eingestuft und benötige deshalb eine Sondergenehmigung. An seinem Hemd trägt er einen Pride-Pin. Im Pride Month Juni fährt er außerdem einige Wochen lang mit einer Regenbogen-Werbung der Taxi München eG durch die Stadt – das ist erlaubt.

Hin und wieder bekommt Schnotale Gegenwind aus den eigenen Reihen. Manche werfen ihm vor, das Taxigewerbe "in den Dreck zu ziehen" oder lächerlich zu machen. Davon lässt er sich nicht entmutigen. Der Zuspruch sei deutlich größer als die Kritik, sagt er.

Bei der CSD-Politparade am 27. Juni wird er den ganzen Tag als Fahrer unterwegs sein. Die ersten Anfragen hat er bereits erhalten. "Für mich ist da Hochkonjunktur", sagt er und grinst.

Maxi Schnotale ist seit sechs Jahren Taxifahrer.
Maxi Schnotale ist seit sechs Jahren Taxifahrer. © Daniel Loeper

"Man fühlt sich völlig frei"

Wenn Schnotale über seinen Beruf spricht, lächelt er oft. "Man fühlt sich völlig frei", sagt er. "Ich kann arbeiten, wann ich möchte." Auch die vielen unterschiedlichen Menschen und Stimmungen, denen er begegnet, schätzt er.

Besonders spannend seien Fahrten mit Drag-Artists. Viele hätten viel erlebt und erzählten von außergewöhnlichen Erfahrungen.

Oft beobachtet Schnotale, wie sich die Künstler entspannen, sobald sie in sein Taxi steigen. "Ich habe das Gefühl, dass sie vor ihrem Auftritt noch einmal Luft holen können. Das sind die Momente, in denen ich merke, dass ich das Richtige mache – wenn ich Menschen ein Stück Leichtigkeit zurückgeben kann."

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  • LangeDabei96 vor einer Minute / Bewertung:

    Typischer Taxifahrer 😜

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