Warum die Schlösserverwaltung Bäume in alte Stümpfe pflanzt

Neuanfang im Baumstumpf – nahe dem Maximilianeum werden junge Eschen in alte Bäume gepflanzt. Was dahinter steckt...
von  Myriam Siegert
In den Maximiliananlagen werden junge, widerstandsfähige Eschen direkt in die Baumstümpfe von gefällten Bäumen gepflanzt.
In den Maximiliananlagen werden junge, widerstandsfähige Eschen direkt in die Baumstümpfe von gefällten Bäumen gepflanzt. © Ines Holzmüller

Eschen gehören seit Jahrzehnten zum Bild am Maximilianeum. Hofgärtner Carl von Effner, der die Maximiliansanlagen vor über 150 Jahren gestaltete, pflanzte diese Baumart bereits zu seiner Zeit. Zwei der historischen Bäume der Anlage mussten jedoch wegen eines Pilzbefalls, dem sogenannten Eschentriebsterben, gefällt werden.

Bei Nachpflanzungen in den Anlagen achtet die Bayerische Schlösserverwaltung darauf, die historische Artenvielfalt schrittweise wiederherzustellen – und zugleich auf klimaangepasste Sorten zu achten. So könne ein sichtbares Zeichen für nachhaltige Parkpflege gesetzt werden, heißt es.

Die Stümpfe bieten wertvollen Lebensraum

In die verbliebenen Baumstümpfe, die bislang schon wertvollen Lebensraum für zahlreiche Insekten, Moose sowie Pilze bieten, setzten die Gärtnerinnen und Gärtner des Englischen Gartens daher nun junge schmalblättrige Eschen (Fraxinus angustifolia).

Junge, widerstandsfähige Eschen werden direkt in die Baumstümpfe von gefällten Bäumen gepflanzt.
Junge, widerstandsfähige Eschen werden direkt in die Baumstümpfe von gefällten Bäumen gepflanzt. © Ines Holzmüller

Diese Baumart wurde bereits von Carl von Effner verwendet und gilt zudem als robust, stadtklimafest, frosthart, hitzeresistent und ist weniger anfällig für das Eschentriebsterben. Zur Vorbereitung der Pflanzung frästen die Gärtnerinnen und Gärtner zunächst einen Hohlraum in die verbliebenen Baumstümpfe, legten Drainageöffnungen an und füllten die Vertiefungen mit einer Komposterde‑Mischung. Eine schützende Laubschicht reguliert die Bodenfeuchte.

Mit dieser Maßnahme setze man ein Zeichen für das Zusammenspiel von Vergänglichem mit Neuem in der Natur, so die Schlösserverwaltung. Denn die verbliebenen Baumstümpfe dienen als idealer Nährboden und Standort für die nachwachsenden Bäume, die in diesem Frühjahr zum ersten Mal in den Maximiliananlagen blühen werden.

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