Wahrzeichen im Lehel wird abgerissen: Diese Straße ist am Wochenende gesperrt
Eine Schönheit war sie nie, die Brücke über die Sternstraße an der Ecke zur Maximilianstraße. Jahrzehntelang verband sie im Lehel zwei Gebäude von der Versicherungskammer. Tausende Autos fuhren jeden Tag unter ihr durch. An diesem Wochenende verschwindet sie.
Am Freitag, eine Minute nach Mitternacht wurde die Sternstraße komplett gesperrt. Ab Montag, 0.01 Uhr soll der Verkehr wieder rollen können. Die Arbeiten gingen am Freitag schon so zügig voran, dass es vielleicht auch schneller geht.

Wo sonst Autos rollen, türmten sich nun Schuttberge
Eine Seilsäge und ein riesiger Abbruchbagger leisteten am Freitag ganze Arbeit. Derweil schützte ein riesiger Abbruchvorhang, der an einem Autokran hing, die historischen Gebäude in der Nachbarschaft.
Wo sonst Autos rollen, türmten sich auf der Sternstraße Schuttberge, Eisenbewehrungen und Baumstämme, die zeitweise als Stützen dienten.
"Einen Brückenabriss hat man nicht alle Tage. Das ist eine diffizile Sache", so Projektleiterin Daniela Kullmann zur AZ. "Da eines der Gebäude abgerissen wird, musste sie auch weg."

Hier wurde einst Pumuckl gedreht
Die Gebäude der Versicherungskammer prägen im Lehel rund um den Thierschplatz das Stadtbild. An der Sternstraße 3 steht der älteste Gebäudeteil mit dem Präsidentengarten. Er wurde 1877 gebaut und war einst das Amtsgebäude der Königlichen Brandversicherungs-Kammer.
Den Gebäudekomplex mit der Adresse Maximilianstraße 53 kennen viele Kunstinteressierte gut: Im Erdgeschoss war das Kunstfoyer der Versicherungskammer Kulturstiftung, insgesamt 60 Ausstellungen fanden hier bis 2024 statt. Der Eintritt war immer frei. Mittlerweile ist das Kunstfoyer an den Thierschplatz 6 umgezogen.
Der Innenhof nebendran – an der Sternstraße 8 – war mal Schauplatz der Pumuckl-Filme. Viele Folgen wurden hier Ende der 70er Jahre gedreht.
Ab April werden die Gebäude an der Maximilianstraße 53 (gebaut 1972) und Sternstraße 8 (gebaut 1985) abgerissen. Bis 2029 soll hier ein neuer, sechsgeschossiger Bürokomplex entstehen, den das niederländische Architekturbüro Mecanoo entworfen hat.

Die Brücke, die nun verschwindet, führte von dem 70er-Jahre-Bau zu einem denkmalgeschützten Gebäude der Versicherungskammer auf der anderen Straßenseite. Dies wiederum gehört zu einem Gebäudeensemble, das ab 2027 der Bayerische Landtag gemietet hat für 25 Jahre, 209 Millionen Euro Miete zahlt er dafür.

Es verändert sich einiges im Lehel. Eine Brücke über die Sternstraße wird es aber wohl wieder geben als Gebäudeverbindung. Projektleiterin Daniela Kullmann: "Das wird aber im Gegensatz zu der alten Brücke eine ganz leichte, eingeschossige Konstruktion – eventuell mit grünen Außenflächen."
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