Waghalsige Aktion in Sendling: Extremsportler stürzt sich illegal von Münchner Hochhaus

Einst war das Siemens-Hochhaus in Sendling mit seinen 23 Stockwerken das höchste Bürogebäude Münchens. Vor 20 Jahren hat der Konzern das Areal verlassen, seitdem fristet der 75 Meter hohe Beton-Riese ein trauriges Dasein als Lost Place. Die Eingänge sind zugebaut, viele Fenster sind nicht mehr dicht.
Dennoch übt das Gebäude, das längst unter Denkmalschutz steht, auf gewisse Personen eine besondere Anziehung aus. Zum Beispiel auf einen Extremsportler, der sich diese Woche zu später Stunde, wohl illegal, Zugang zum Dach des Siemens-Hochhauses verschafft hat, um dort seinem Hobby, dem Basejumping, nachzugehen.
Illegale Aktion: Basejumper springt vom alten Siemens-Hochhaus
Die ganze Aktion ist auf einem Video zu sehen, welches der Account "1werbung" wohl gefilmt und anschließend bei Instagram veröffentlicht hat. Den Clip kommentiert er lapidar mit: "Du willst nur kurz frische Luft schnappen und plötzlich fliegt dein Nachbar vorbei."
In dem Clip ist ein Mann zu sehen, der am Rand des Hochhausdaches steht. Nachdem geklärt wurde, dass kein Auto kommt, stürzt er sich in die Tiefe.
Nach wenigen Metern öffnet sich sein weiß-rot-schwarz-gestreifter Fallschirm. Der Basejumper gleitet 18 Sekunden lang lautlos durch den Münchner Nachthimmel, um dann, zwischen Bäumen und Straßenlaternen, zu landen. Der Videofilmer quittiert den Sprung mit einem begeisterten "Oh, mein Gott".
Bei dem waghalsigen Mann aus dem Video dürfte es sich um den Extremsportler und Content-Creator "Lausboom" handeln, der im Internet für seine Jump- und Wingsuit-Videos bekannt ist und diese zahlreich in den Sozialen Medien teilt.
Aktion nicht ungefährlich
Ungefährlich war die ganze Aktion nicht. Das ehemalige Siemens-Hochhaus ist 75 Meter hoch. Für Basejumper gilt diese Höhe als extrem niedrig und gefährlich, da der Schirm nur wenig Zeit hat, sich zu öffnen und einen zweiten Notfallschirm haben Basejumper aufgrund der kurzen Sprungzeit nicht.
In Deutschland ist Basejumping von Gebäuden oder Sendemasten ohne ausdrückliche Genehmigung des Eigentümers illegal. In München wurden in der Vergangenheit illegale Sprünge angezeigt und bestraft.
So musste im Jahr 2010 ein Student aus Österreich eine Geldstrafe zahlen. Der Basejumper sprang damals vom 35. Stockwerk des Uptown Towers in Moosach. Dabei wurde er von einer Windböe erfasst, verlor die Kontrolle über seinen Fallschirm und verfing sich damit in einem Baukran. Spezialkräfte der Feuerwehr mussten ihn in einer Höhe von 45 Metern aus seiner misslichen Lage retten.