Waffenrazzia: Beschuldigter ist bekannter Neonazi

Bei einer Razzia nehmen Ermittler sechs Männer fest, die mit illegalen Waffen, Munition und sogar Kriegswaffen handeln. Jetzt kommt heraus: einer der Männer war bereits wegen rechter Gesinnung aktenkundig und in München mit einem Nachtsichtgerät und Waffen vor einem Flüchtlingsheim aufgefallen.
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Der mitbeschuldigte Neonazi wurde im Augsut letzen Jahres mit Waffen und einem Nachtsichtgerät vor einem Flüchtlingsheim kontrolliert. (Symbolbild)
dpa Der mitbeschuldigte Neonazi wurde im Augsut letzen Jahres mit Waffen und einem Nachtsichtgerät vor einem Flüchtlingsheim kontrolliert. (Symbolbild)

München - Die Anwesen, die die LKA-Ermittler unter Federführung der Traunsteiner Staatsanwaltschaft Ende Januar untersuchten, waren teilweise so groß, dass es zwei Tage dauerte, bis alles durchkämmt war. Doch sie hatten Erfolg: in mehreren Häusern in umliegenden Landkreisen von München sowie in zwei Wohnungen der Landeshauptstadt (eine davon in Obergiesing) hoben die Beamten regelrechte Waffenlager aus.

An illegalen Waffen wurden sichergestellt: Zwei Sturmgewehre vom Typ Kalaschnikow, eine Maschinenpistole vom Typ Steyr Daimler-Puch, drei Langwaffen, acht Pistolen, ein Revolver sowie mehrere Tausend Schuss Munition.

 

Beschuldigter auch wegen "Staatsschutzdelikten" bekannt

 

Hintergrund der konzertierten Aktion waren Ermittlungen gegen sechs Männer, denen die Staatsanwaltschaft den illegalen Handel mit eben jenen Waffen vorwirft. Die Razzia, die erst dieser Tage bekannt wurde, ist aber auch noch aus einem anderen Grund besonders.

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, handelt es sich bei einem der Festgenommenen um einen aktenkundigen Rosenheimer, der - unter anderem - wegen "Staatsschutzdelikten mit rechtsmotiviertem Hintergrund" bereits auffällig geworden ist. Er ist zwar bei der Razzia nur ein Nebenbeschuldigter, es wird ihm "nur" der Ankauf eines Jagdgewehres vorgeworfen.

 

Mit Waffen vor Flüchtlingsheim gesichtet

 

Erstaunlich ist jedoch etwas anderes: Im vergangenen August fiel der Mann einer Polizeistreife in Neuperlach auf. Er trieb sich auf dem Bauplatz eines Flüchtlingsheimes herum - ausgestattet mit Benzinkanister, Nachtsichtgerät und Waffen. Da er sich weder ausweisen konnte, noch schlüssig erklären konnte, was er mit diesen Dingen mitten in der Nacht in der Stadt vorhabe, nahmen die Beamten den Vorfall sehr ernst.

Außerdem, so die SZ weiter, sei der Mann dank seiner Tätowierungen (Runen) schnell zu identifizieren gewesen - es handelte sich um den jetzt auch wieder Verdächtigen Rosenheimer.

Damals ließ die Polizei den Mann wieder laufen, da ihm keine Straftat nachgewiesen werden konnte - lediglich eine Ordnungswidrigkeit.

Nun hat er also wieder Ärger mit der Staatsmacht - Haftbefehl wurde laut des Berichts allerdings nicht gegen ihn erlassen, er ist auf freiem Fuß.

 

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