Vorbestrafte Betrügerin zockt Münchner ab

Mit falschen Versprechungen erbeutete die Angeklagte über 246.000 Euro.
| John Schneider
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Die Betrügerin beim Prozessauftakt.
Die Betrügerin beim Prozessauftakt. © jot

München - Die Vorsitzende Richterin Nicole Selzam schaut überrascht. Vom Haftantritt in der JVA im Dezember bis heute hat die Angeklagte stark abgenommen. Das beweist ein Foto von damals. 30 bis 40 Kilo, schätzt Selzam. "Ist das Essen so schlecht in Aichach?", fragt sie nach. Doch Hanna G. (Name geändert) verneint das.

Die 55-Jährige sitzt im Frauengefängnis eine Haftstrafe wegen Betruges ab. Und muss sich jetzt weiteren, ähnlichen Vorwürfen der Staatsanwaltschaft stellen. Die Ankläger haben weitere Betrugsopfer in München und Umgebung ermittelt. So wurde ein Pasinger Pärchen laut Anklage seit 2012 um 47.500 Euro gebracht. Hanna G. hatte den beiden erzählt, dass sie von einer sicheren Geldanlage mit zehn Prozent Zinsen pro Jahr wüsste.

Betrügerin gibt Beute für Fernreisen aus

Doch sie investierte das Geld nicht etwa, sondern nutzte es für eigene Zwecke. Eines ihrer Hobbys: Fernreisen. Australien, Thailand, Jamaika sind nur drei der Ziele gewesen.

Mit zwei kleinen vermeintlichen Bonuszahlungen (insgesamt 2.200 Euro) im Jahr 2015 versuchte sie, das Pärchen zu beruhigen, das immer wieder Mahnungen schickte. Ohne Erfolg. Das Geld war weg.

Lebensgefährtin von Opfer verhindert noch Schlimmeres

Noch schlimmer erwischte es einige Bewohner des Arabella-Hochhauses. Die Frau versprach ihnen das Blaue vom Himmel, profitversprechende Geldanlagen in Immobilienfonds mit erheblichen Zinsen. Doch in Wirklichkeit hatte die Bankkauffrau nie vor, das Geld ihrer Opfer zu investieren.

So brachte sie eine Bogenhauserin in den Jahren 2015 und 2016 um insgesamt 94.000 Euro, ein Opfer aus Hallbergmoos verlor auf diese Weise in den Jahren 2014 bis 2017 insgesamt 52.000 Euro. Und es wäre in seinem Fall noch mehr geworden, wenn seine Lebensgefährtin nicht Druck gemacht hätte und zumindest 22.000 Euro einfordern konnte.

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Hoher Schuldenberg bleibt zurück

Den Gesamtschaden schätzt die Staatsanwaltschaft auf 246.800 Euro. Zwei weitere Fälle sind verjährt, der Angeklagten selber ist nur ein großer Schuldenberg geblieben.

Hanna G. will zu den Vorwürfen erst am Donnerstag Auskunft geben. Aber zu ihrer Person beantwortet die 55-Jährige bereitwillig alle Fragen des Gerichts. So gibt sie gleich zu Beginn zu, dass sie die Gutachterin in dem Verfahren belogen hat. Sie habe angegeben, keine Probleme mit Alkohol zu haben. Doch inzwischen sei sie soweit, zuzugeben, dass sie Alkoholikerin ist und eine Therapie brauche.

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