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Von wegen Baustelle: "Es tut sich nichts" im Münchner Osten

Empörung bei Anwohnern der Galopprennbahn: SWM sperren sechs Parkplätze für Arbeiten. Doch seit einem Monat ist kein Bautrupp aufgetaucht. Und für Heiligabend haben sich elf Gäste angesagt, die Parkplätze brauchen. Jetzt reagiert auch ein OB-Kandidat, der den Fall
Eva von Steinburg,
Felix Müller
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Seit 17. November Halteverbot: Anwohnerin Elisabeth Breit (77) vermisst die Parkplätze in der Schichtlstraße.
Seit 17. November Halteverbot: Anwohnerin Elisabeth Breit (77) vermisst die Parkplätze in der Schichtlstraße. © Martha Schlüter

Sie kann es kaum fassen: Elisabeth Breit aus Daglfing steht am Straßenrand und ärgert sich: "Parken verboten, aber es tut sich nichts. Die Stadtwerke haben keinen Bautrupp in unsere Straße geschickt."

Die Rentnerin spricht von der Schichtlstraße, die zwischen Trabrennbahn und Galopprennbahn liegt. Am 17. November, also vor einem Monat, haben Arbeiter der Stadtwerke München in ihrer Straße sechs Parkplätze gesperrt.

Die SWM hat sechs Parkplätze gesperrt

Die Stadtwerke München (SWM) haben dafür zwei Halteverbots-Schilder aufgestellt und eine autofreie Zone am Straßenrand geschaffen – über die sich mehrere Bürger nun empören: "Das ist doch ein Witz. Keine Arbeiten im Gange, doch Nachbarn müssen das Auto weiter weg abstellen und laufen!", so die Daglfingerin.

Seit 17. November Halteverbot: Anwohnerin Elisabeth Breit (77) vermisst die Parkplätze in der Schichtlstraße.
Seit 17. November Halteverbot: Anwohnerin Elisabeth Breit (77) vermisst die Parkplätze in der Schichtlstraße. © Martha Schlüter

Weihnachten kommen elf Gäste – und die brauchen einen Parkplatz

Und das, obwohl Weihnachten vor der Tür steht – mit besonders viel Besuch: Die sechs gesperrten Parkplätze, werden von ihrer Familie gebraucht, die genau gegenüber wohnt. "Bei uns kommen mindestens elf Leute am Heiligen Abend zum Weißwurstessen. Außerdem feiert mein Mann Heiligabend seinen 80. Geburtstag", erklärt die Münchnerin.

Die SWM meint, die Baustelle sei abgeschlossen

Die Pressestelle der Stadtwerke München schreibt auf AZ-Anfrage am 17. Dezember: "Die Arbeiten zum Ausbau des Stromnetzes in der Schichtlstraße wurden vor ca. einem Monat abgeschlossen. Alle Parkverbote wurden anschließend wieder aufgehoben. Dies hat uns die ausführende Baufirma auf Anfrage nochmals versichert."

Das Halteverbotsschild gilt ab 17. November 2025.
Das Halteverbotsschild gilt ab 17. November 2025. © Elisabeth Breit

"Absurd", findet diese Aussage Elisabeth Breit: "Das ist seltsam. Was für eine Posse! Die Schilder stehen doch noch!", sagt sie der Abendzeitung am Donnerstag, 18. Dezember – und übersendet als Beweis der Abendzeitung ihre Fotos vom Handy: "Keiner von uns traut sich hier zu parken."

CSU-OB-Kandidat Clemens Baumgärtner möchte mehr Konzerte auf dem Königsplatz und fordert eine Änderung der Vergabekriterien.
CSU-OB-Kandidat Clemens Baumgärtner möchte mehr Konzerte auf dem Königsplatz und fordert eine Änderung der Vergabekriterien. © imago images/Sven Simon

CSU-OB-Kandidat Clemens Baumgärtner sagte am Donnerstag, der geschilderte Vorgang in der Schichtlstraße sei „kein Einzelfall, sondern symptomatisch für ein Verwaltungschaos, das viele Münchnerinnen und Münchner im Alltag erleben.“ Wenn Parkverbote über Wochen bestehen bleiben, „obwohl die Arbeiten längst abgeschlossen sind,“ dann sei das „schlicht nicht akzeptabel“.
Baumgärtner kündigt für den Fall seiner Wahl an: „Als Oberbürgermeister werde ich dafür sorgen, dass solche Zuständigkeits-Pingpongs ein Ende haben. Es braucht klare Abläufe, verbindliche Kontrollen und vor allem: Verantwortliche, die handeln.“

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26 Kommentare
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  • Boandl_kramer am 18.12.2025 18:04 Uhr / Bewertung:

    Der in München weit verbreitete Autohass hat wohl in der Verwaltung eine gewisse Wurstigkeit im Umgang mit Einschränkungen des öffentlichen Gutes Parkplätze entstehen lassen.

    Baumgärtner hat das erkannt und greift dieses Übel altiv an und im Wahlkampf auf.

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  • wore am 18.12.2025 17:38 Uhr / Bewertung:

    "Sie können ein vorübergehendes Haltverbot beantragen, wenn Sie zu einem bestimmten Termin eine freie Anfahrtszone benötigen, beispielsweise für einen Umzug oder eine Baustellenbelieferung. Den Ort und die Dauer müssen Sie dabei genau begrenzen." (münchen.de)
    Aber öffentliche Parkplätze für private Veranstaltungen zu beanspruchen ist wirklich das allerletzte, liebe alte Oma.

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  • Der wahre tscharlie am 18.12.2025 17:33 Uhr / Bewertung:

    "Baumgärtner kündigt für den Fall seiner Wahl an: „Als Oberbürgermeister werde ich dafür sorgen, dass solche Zuständigkeits-Pingpongs ein Ende haben. Es braucht klare Abläufe, verbindliche Kontrollen und vor allem: Verantwortliche, die handeln.“

    Okeyyy....Wahlkampfthema :-) Mit Baumgärtner wird alles viiiieel besser. Er kümmert sich auch um die Verkehrsschilder.

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