Von Sanka gerammt: Porsche-Fahrerin fordert Rente

Bei einer Einsatzfahrt rammt ein Krankenwagen das Auto von Gaby H. (57) Seitdem leidet sie unter den Folgen. Sie klagt auf Schmerzengeld und 600 Euro monatlich.
| Nina Job
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Gaby H. kam mit ihrem Porsche zum Gericht. Der Flitzer war von einem Rettungswagen gerammt worden, dabei wurde sie verletzt.
Daniel von Loeper Gaby H. kam mit ihrem Porsche zum Gericht. Der Flitzer war von einem Rettungswagen gerammt worden, dabei wurde sie verletzt.

München - Grafikdesignerin Gaby H. ist am 2. Juli 2013 im schwarzen Porsche 911 Carrera ihres Mannes auf dem Weg nach Hause, als sich auf der Leopoldstraße ein Rettungswagen mit Blaulicht und Martinshorn nähert. Die Frau fährt nach rechts, wartet. Doch der Sanka rammt mit dem seitlichen Trittbrett ihren Sportwagen – und fährt weiter. „Ich leide bis heute unter den gesundheitlichen Folgen“, sagt Gaby H.

Sie klagt gegen die Stadt München als Halter des Feuerwehr-Sankas und fordert 19 200 Euro Schmerzensgeld, 8000 Euro Arzt- und Reha-Zuzahlungen sowie eine Rente von monatlich 600 Euro bis zu ihrem 80. Lebensjahr als Entschädigung für ihre verminderte Leistung im Haushalt. Insgesamt geht es um rund 45 000 Euro. Gestern fand der Zivilprozess vor der 15. Kammer des Landgerichts statt.
 

„Es war eine Odyssee!"


Dass die Stadt München für den Unfall haftet, steht außer Frage. Doch bislang bekam Gaby H. lediglich 2500 Euro Schmerzensgeld. Auch die Reparaturkosten – bei dem Unfall brach die Hinterachse des Sportwagens – wurden übernommen. Doch der Grafikdesignerin entstanden durch ihre schwere Verletzung weitere Kosten. Außerdem fühlt sie sich erheblich eingeschränkt.

Nach dem Unfall war sie ins Schwabinger Krankenhaus gebracht worden – wie auch der Schwerverletzte in dem Sanka, der sie gerammt hatte. „Ich war bis 2 Uhr in der Klinik. Man hat mir starke Schmerzmittel gegeben und mich geröntgt, aber die schwere Schulterverletzung wurde nicht erkannt. Die Ärzte haben mich wieder weggeschickt“, sagt Gaby H. der AZ.

Zunächst war nur ein HWS-Syndrom festgestellt worden. Erst viel später wurde diagnostiziert, dass in ihrer Schulter Sehnen gerissen und angerissen waren. „Es war eine Odyssee! Ich musste sechs Mal in die Röhre. Am 28. Januar 2014 wurde ich operiert.“ Für Gaby H. hat sich seit dem Unfall vieles verändert: „Früher habe ich Golf gespielt, war sehr sportlich. Jetzt kann ich nur noch zur Reha gehen. Nicht einmal mehr einen Hund kann ich halten.“

 

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Sie fordert, dass die Stadt für die Folgen des Unfalls aufkommt. „Es kann doch nicht sein, dass einer fährt wie ein Henker und dann niemand die Verantwortung übernimmt“, sagt sie.

Die Verhandlung endete am Mittwoch damit, dass nun ein Gutachter prüfen soll, ob ihre Schulter-Verletzung wirklich von dem Unfall stammen kann. Ihr Anwalt Stefan Netzer: „So ein Gutachten ist richtig teuer. Ohne Rechtsschutz könnte sich meine Mandantin diesen Prozess gar nicht leisten.“

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