Von Geschäftspartner getötet? Polizei und Staatsanwaltschaft stellen erste Ergebnisse vor

Ein 51-jähriger Starnberger wird zunächst als vermisst gemeldet, Tage später findet die Polizei seine Leiche. Ein 37-jähriger Geschäftspartner aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen sitzt wegen Mordverdachts in U-Haft – die Ermittler vermuten Habgier als Motiv.
Jan Krattiger
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Auf dem Gelände der Motorworld in Freimann wurde das Auto des toten Mannes aus Starnberg gefunden. Hier soll er laut Polizei auch von einem Geschäftspartner aus Habgier ermordet worden sein.
Auf dem Gelände der Motorworld in Freimann wurde das Auto des toten Mannes aus Starnberg gefunden. Hier soll er laut Polizei auch von einem Geschäftspartner aus Habgier ermordet worden sein. © IMAGO/Manfred Segerer

Es begann als Vermisstenmeldung und endete mit einem Mordverdacht und einer Leiche: Seit Dienstag (21.7.) sitzt darum ein 37-jähriger Mann aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen in Untersuchungshaft. Die Münchner Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, seinen Geschäftspartner, einen 51-jährigen Deutschen aus Starnberg, aus Habgier getötet und damit ermordet zu haben.

Um den aktuellen Stand der Ermittlungen in dem Fall zu erklären, traten am Donnerstag (23. Juli) der Kriminalrat Armin Ritterswürden (Leiter der Mordkommission), Juliane Grotz, Sprecherin der Staatsanwaltschaft München 1 und Polizeisprecher Thomas Schelshorn vor die Presse.

Mord in Freimann? Ermittlungen "komplex und vielschichtig"

Die Ermittlungen seien "sehr komplex und vielschichtig" und man sei erst am Beginn, sagte Ritterswürden, um gleich klarzustellen, dass viele Detailfragen noch unbeantwortet bleiben würden.

Juliane Grotz (v.li.), Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I, Armin Ritterswürden, Leiter der Mordkommission und Thomas Schelshorn, Pressesprecher der Münchner Polizei, informieren über ein Tötungsdelikt. Ein 51-Jähriger ist tot aufgefunden worden, unter Mordverdacht verhaftet ist ein 37-jähriger, mit dem es eine Geschäftsbeziehung gab.
Juliane Grotz (v.li.), Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I, Armin Ritterswürden, Leiter der Mordkommission und Thomas Schelshorn, Pressesprecher der Münchner Polizei, informieren über ein Tötungsdelikt. Ein 51-Jähriger ist tot aufgefunden worden, unter Mordverdacht verhaftet ist ein 37-jähriger, mit dem es eine Geschäftsbeziehung gab. © dpa/Ehsan Monajati

Zunächst meldete die Lebensgefährtin des Ermordeten ihn am Mittwoch vergangener Woche bei der Polizei als vermisst. Er sei nicht wie gewohnt nach Hause gekommen, der Kontakt sei abgerissen, sagte sie um halb vier in der Früh auf der Wache.

Ein "erfahrener Ermittler mit gutem polizeilichen Gespür" beim zuständigen Fachdezernat schaltete die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck dazu. Die ist für den Landkreis Starnberg verantwortlich, wo der zunächst Vermisste und seine Partnerin lebten.

Ein Ermittlungstreffer war dann das Auto des Mannes, das die Polizei auf dem Parkplatz der Motorworld in Freimann fand. Kein Luxusauto, "eher ein Standardfahrzeug", wie die Polizei auf Nachfrage erklärt. Nach dem Fund war laut Ritterswürden schon klar, dass ein Gewaltdelikt nicht auszuschließen war. Die Polizei entschloss sich, "eher mal in die Vollen" zu gehen, wie er es nannte.

Die Hinweise auf ein Gewaltdelikt verdichteten sich im Zuge der Ermittlungen. Der Tote sei am Mittwoch auch in der Motorworld gewesen. Am Freitagabend trafen sich die Münchner Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft dort, um die Lage zu überprüfen.

Suche nach Vermisstem in Anzinger Forst und Landkreis Garmisch

Ab Sonntag ging die Polizei konkret von einem Tötungsdelikt aus und es gab Hinweise, dass der Tote in den Anzinger Forst östlich von München gebracht wurde. Am Sonntag und am Montag suchte die Polizei noch einmal intensiver mit Beamten, Diensthunden, Drohnen und auch einem Hubschrauber nach dem Mann.

Gleichzeitig ermittelten Kriminalbeamte weiter und hatten dann einen konkreten Verdächtigen: einen 37-Jährigen aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Dessen Nationalität möchte die Polizei aktuell noch nicht öffentlich machen – die sei so selten, dass das eine Identifizierung des Mannes ermöglichen könnte. Der Mann sei bereits polizeibekannt, nähere Details nannte die Polizei nicht.

Nach aktuellen Erkenntnissen waren die beiden Männer Geschäftspartner – und da vermuten die Ermittlungsbehörden auch das Motiv für die Tat, nämlich Habgier.

Mutmaßlicher Mörder in U-Haft

Am Montag hat die Polizei schließlich den mutmaßlichen Mörder in seinem Zuhause im Landkreis Garmisch-Partenkirchen festgenommen. Er sitzt seit Dienstag in Untersuchungshaft und hat einen Pflichtverteidiger an seiner Seite. Am späten Dienstagnachmittag schließlich fand die Polizei auch die Leiche des 51-jährigen Mannes im Landkreis, wo sie ebenfalls mit einem Großaufgebot nach ihm suchte.

Weder zum konkreten Fundort noch zu den Spuren im Anzinger Forst möchte die Polizei aktuell weitere Informationen nennen.

Die Polizei wertet derzeit Datenträger aus und ermittelt im Umfeld der Personen. Die Leiche wurde am Mittwoch obduziert. Die Todesursache war laut Ritterswürden "massive Gewalteinwirkung".

Die Polizei betonte am Donnerstag, dass sie mit ihren Ermittlungen noch am Anfang steht, darum blieben auch viele Fragen offen. "So ein Fall lässt sich nicht wie im Fernsehen in 90 Minuten lösen", sagte Polizeisprecher Schelshorn zum Schluss.

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