Louis-Vuitton-Tasche in der U-Bahn vergessen? Bei der MVG kommt sie jetzt unter den Hammer
Auch wenn man es ganz dringend braucht oder es einem sehr ans Herz gewachsen ist – verlieren kann man fast alles. Das sieht man daran, was so alles im Fundbüro landet. Pietro Modica ist erst seit August 2024 Leiter des Münchner MVG-Fundbüros. "Spannend und interessant" sei sein Beruf, erzählt er der AZ. "Er hat etwas Emotionales. Hier bekommt man alle Lebensgeschichten präsentiert."
Manchmal, wenn er und seine Mitarbeiter eine Tasche öffnen, die jemand verloren hat, dann tauchen sie tief ein in das Leben eines ihnen völlig fremden Menschen.

Fundstücke werden versteigert: Geliebte Kuscheltiere und allerlei Kurioses
In einem Rucksack zum Beispiel fanden sie ein Kuscheltier eines jungen, autistischen Mannes. Man konnte es dem Stofftier ansehen, wie sehr es geliebt wurde. Auch ein Fotoalbum war in dem Rucksack – doch kein Name des Besitzers. Pietro Modica und sein Team haben viel Energie darauf verwendet, den Besitzer zu finden. Sogar in Berlin haben sie herumtelefoniert. "Die Geschichte ist gut ausgegangen", erzählt Modica. Der junge Mann bekam sein geliebtes Kuscheltier zurück.

Doch freilich können die Mitarbeiter nicht immer so einen Aufwand betreiben. Zumal es häufig keinen Hinweis auf den Besitzer oder die Besitzerin gibt. Und so gehen die verlorenen Dinge, sofern sich der Besitzer nicht selbst meldet, nach einer Aufbewahrungsfrist von meist drei bis sechs Monaten in das Eigentum des Fundbüros über und werden schließlich versteigert.

MVG-Versteigerung: 250 Lose per Livestream unter dem Hammer
Am Mittwoch, 25. Februar, um 11 Uhr ist es wieder so weit: 250 sogenannte Lose kommen online per Livestream unter den Hammer. Zu ersteigern gibt es Handys und In-Ear-Kopf-Hörer, Laptops und MP3-Player. Außerdem Wanderstöcke, Gehhilfen, Rollatoren, E-Bikes, Kinderwagen, Motorradhelme, Schuhe und Kleidung. Auch Hörgeräte, die sicher sehr vermisst wurden, sind dabei.

Musikfreunde könnten an einer Plattensammlung samt Plattenspieler Gefallen finden. Oder an einem Cuatro Venezolano, einem Instrument, das einer Ukulele ähnelt. Highlights der Versteigerung sind ein "Schatzkoffer" mit Geld verschiedener Währungen, ein mobiles Ultraschallgerät, das neu mehrere Tausend Euro kostet oder eine dicke Kette aus 750er Gelbgold. Und sogar ein "Ü-18-Paket" hat das Fundbüro gepackt: Zu Champagner, Wein, Tabak und Pfeifen gibt es noch ein Paar Hand- oder Fußfesseln dazu.

Ebenfalls unter den Hammer kommen Eheringe, die nie abgeholt wurden. Vielleicht finden sich ja auch für sie neue Besitzer. Pietro Modica: „Es fällt schwer, wenn man Sachen wegwerfen muss, die einen hohen emotionalen Wert haben.“
Hier geht es zu der Auktion – wer mitbieten will, muss sich anmelden bis 25. Februar 2026, 10 Uhr:
https://auktionen.rockmann-industrieauktionen.de/de/Auktionen/Liveauktion
Hier geht es zum Online-Katalog: Online-Katalog | Rockmann Industrieauktionen GmbH & Co.KG (rockmann-industrieauktionen.de)
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