Vom Redakteur bis zum Musiker: Das verdienen BR-Mitarbeiter

Ob Fernsehen, Radio oder online – der Bayerische Rundfunk gehört fest zur Medienlandschaft im Freistaat. Aber zahlt er auch gut? Die AZ hat sich angesehen, was Redakteure, Kameramänner und -frauen, Grafikdesigner und Co so verdienen.
Maximilian Neumair
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Ein Kameramann bei der Arbeit (Symbolbild). Wer beim Bayerischen Rundfunk hinter der Kamera steht, verdient als Festangestellter mindestens 4353 Euro im Monat.
Ein Kameramann bei der Arbeit (Symbolbild). Wer beim Bayerischen Rundfunk hinter der Kamera steht, verdient als Festangestellter mindestens 4353 Euro im Monat. © Daniel Karmann (dpa)

Wer Richtung Hauptbahnhof nördlich aus dem S-Bahn-Fenster schaut, dessen Blick fällt quasi automatisch auf das BR-Funkhaus. Seit 1976 gehört es fest zum Panorama der Stadt.

Die in München ansässige Landesrundfunkanstalt selbst existiert in der heutigen Rechtsform sogar seit 1949. Der Bayerische Rundfunk (BR) ist unter den ARD-Anstalten die viertgrößte und umfasst neben mehreren Hörfunk-Sendern zwei Fernsehkanäle (BR Fernsehen und ARD alpha), eine Webseite sowie zwei Orchester.

Kurzum: Wer für bayerische Themen den Fernseher einschaltet oder das Radio aufdreht, kommt am BR nicht vorbei. Aber zahlt so eine große Institution, die für jeden Haushalt im Freistaat immerhin die Hälfte des Rundfunkbeitrags erhält, ihren Mitarbeitern auch eine große Summe Geld? Das hat sich die AZ für ihre Gehalts-Serie genauer angesehen.

BR-Chefin verdient mehr als der Bundeskanzler

Die dicksten Brieftaschen beim BR tragen die Männer und Frauen an der Spitze mit sich herum. Angeführt von Intendantin Katja Wildermuth, die jährlich 347.571 Euro einstreicht, wie aus den vom BR veröffentlichten Gehaltsangaben für 2024 hervorgeht. Zum Vergleich: Ein Bundeskanzler verdient im Jahr rund 320.000 Euro.

Auf Platz zwei folgt die Direktorin für Produktion und Technik, Birgit Spanner-Ulmer, mit einem Jahresverdienst von 300.475 Euro. Albrecht Frenzel, Verwaltungsdirektor und Stellvertreter der Intendantin, verdient knapp 270.000.

BR-Intendantin Katja Wildermuth. Sie verdient jährlich 347.571 Euro.
BR-Intendantin Katja Wildermuth. Sie verdient jährlich 347.571 Euro. © Markus Konvalin (Medien.Bayern GmbH)

Zwischen rund 231.000 und 261.000 Euro erhalten die restlichen Direktoren, die entweder für Kultur (Björn Wilhelm), Rechtsfragen (Eva Majuntke) oder Information (Thomas Hinrichs) zuständig sind.

BR-Redakteure verdienen im Schnitt besser

Beim BR waren bis Ende vergangenen Jahres insgesamt 5310 Mitarbeiter angestellt: 3378 waren davon festbeschäftigt, der Rest waren sogenannte "freie Mitarbeiter", also angeheuerte Selbstständige. Wie viel die tariflich Beschäftigten verdienen, legt der BR selbst offen.

Das BR-Gebäude am Hauptbahnhof. Das Gebäude gehört seit 1976 zum Panorama der Stadt.
Das BR-Gebäude am Hauptbahnhof. Das Gebäude gehört seit 1976 zum Panorama der Stadt. © IMAGO/teutopress GmbH (www.imago-images.de)

Topverdiener sind demnach jene, die nach den S-Verträgen des Symphonie- bzw. Rundfunkorchesters bezahlt werden. Darauf folgen die Redakteure, die als Einsteiger rund 5430 Euro verdienen und je nach Berufserfahrungen und Aufgaben sogar bis zu 11.360 Euro verdienen können. Laut der Online-Plattform Kununu, auf der Angestellte freiwillig ihr Gehalt angeben können, verdient ein BR-Redakteur im Schnitt 64.100 Euro. Das sind knapp 17.000 Euro mehr als im bundesweiten Schnitt.

BR-Mitarbeiter: Rund 900 Euro Urlaubsgeld

Zusätzlich zum starken Gehalt erhalten Mitarbeiter in den Gehaltsgruppen 1 bis 12 925 Euro Urlaubsgeld, für die Gruppen 11 bis 16 sind es 525 Euro und für 17 und 18 knapp 307 Euro. Der Familienzuschlag beträgt unabhängig von der Gehaltsgruppe 160,50 Euro. Zur Geburt eines Kindes zahlt die Rundfunkanstalt einmalig knapp 205 Euro, insofern der Mitarbeiter krankenversicherungspflichtig ist, ansonsten ist es knapp die Hälfte.

Auf Überstunden gibt es einen Zuschlag von 25 Prozent auf die zusätzliche Arbeitszeit. Und wer 25 Jahre für den BR arbeitet, bekommt 350 Euro, nach 40 Jahren sind es 500 Euro. Außerdem bietet der BR eine betriebliche Altersversorgung an, die je nach Beitragsjahren und Jahreseinkommen in der Rente mehrere Hundert Euro extra einbringen kann. Aktuell verhandeln Verdi und der Bayerische Journalisten-Verband (BJV) mit dem BR über einen neuen Tarifvertrag, der eine Gehaltserhöhung von sieben Prozent (mindestens 450 Euro) vorsieht. 

Tabelle mit Jahresgehältern beim BR

Die Angaben beruhen auf der Selbstauskunft des Bayerischen Rundfunks für das Jahr 2024. Derzeit verhandelt die Anstalt mit den Gewerkschaften über einen neuen Tarifvertrag.  

Berufsbezeichnung Untergrenze in Euro Obergrenze in Euro
Symphonieorchester-Musiker 9245 (Stufe 1A) 12.588 (Stufe 4C)
Rundfundorchester-Musiker 9532 (Stufe 1A) 10.307 (Stufe 2C)
Redakteur 5432 (Gruppe 12, Stufe 1) 11.361 (Gruppe 18, Stufe 7)
Ingenieur 4689 (Gruppe 10, Stufe 1) 10.033 (Gruppe 16, Stufe 9)
Kameramann/-frau 4353 (Gruppe 9, Stufe 1) 9296 (Gruppe 15, Stufe 8)
Cutter 4689 (Gruppe 10, Stufe 1) 7414 (Gruppe 12, Stufe 10)
Mediengestalter 4059 (Gruppe 8, Stufe 1) 7414 (Gruppe 12, Stufe 8)
Grafiker/Designer 4689 (Gruppe 10, Stufe 1) 6336 (Gruppe 10, Stufe 8)
Sekretär/Sachbearbeitung 3340 (Gruppe 4, Stufe 1) 6336 (Gruppe 10, Stufe 8)

 

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  • Bayern69 vor einer Stunde / Bewertung:

    Zwangsgebühren abschaffen. Den BR und die anderen Öffentlich Rechtlichen schauen doch nur noch alte Leute, die Wert auf betreutes Denken legen.

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