Vom Kloster bis zur Hütte: Genüssliche Ausflüge für ein wechselhaftes Wochenende

Wolken, Regen, Sonne – München erlebt ein Wetter im Wechsel. Wer am Wochenende Schirm und Sonnenbrille dabeihat, ist für jeden Ausflug bestens gerüstet.
Einen Tag auf Kur nach Bad Tölz
Etwa 50 Kilometer südlich von München liegt das Städtchen Bad Tölz, das einerseits als Kurort bekannt ist – und freilich wegen „Der Bulle von Tölz“. Ganz ohne ärztliche Verordnung lässt es sich hier wunderbar einen Tag auskurieren. Mit dem RB 56 geht es vom Hauptbahnhof Richtung Süden bis zum Bahnhof Bad Tölz. Von dort läuft man etwa eine Viertelstunde Richtung Westen zum Beginn der historischen Marktstraße.

Ein bisserl flanieren und ein Eis genießen – herrlich! Am Fuße der Straße ist schon die Isar zu sehen. Wenn man nun die Brücke quert und nach rechts zum Ufer hinuntergeht, kann man von hier in 20 Minuten bis zum Isarstausee spazieren.
Zum Kloster Andechs am Ammersee: Schwimmen und bayerische Schmankerl
Wer in diesen Tagen gern ein bisserl weiter aus der Stadt rauskommt, für den eignet sich das Kloster Andechs. Ein Ausflug zu dem alten Gemäuer befriedigt gleich mehrere sommerliche Bedürfnisse.
Mit der S8 geht es Richtung Süden. Nach einer knappen Stunde Fahrtzeit ist man in Herrsching – und damit nur ein paar Schritte vom Ammersee entfernt. Der perfekte Zeitpunkt für eine Abkühlung und ein gutes Buch am Kiesstrand oder auf einer Wiese.

Was jetzt noch fehlt, ist ein gutes Essen. Wer sich davor aber gern noch ein bisserl auspowert, der läuft ab Herrsching etwa eine Stunde zum Kloster Andechs (Bergstraße 2, Mo-Fr 11-20 Uhr, Sa-So ab 10 Uhr). Wer lieber fährt, der kann die Buslinien 928, 951, 958 nehmen. Oben serviert das Bräustüberl die heiß ersehnten bayerischen Schmankerl. Etwa gegrillte Haxe für 2,50 Euro pro 100 g oder eine Portion Kartoffelsalat für 4,10. Der Obazda kostet 6,90. Das Helle gibt es für 4,60.
Franz Marc Museum Kochel: Blumen für die famose Maria Marc
Herrlich, wie sich die Mädchen an den bunten Blumen freuen. Und schön, dass der Künstlerin nun endlich eine Ausstellung gewidmet ist: Maria Franck-Marc hat zum Blauen Reiter einen ganz eigenen Akzent beigesteuert, Blumen standen bei ihr im Mittelpunkt – und Kinder. Ihr Mann Franz Marc wäre begeistert von dieser famosen Schau in "seinem" Museum. Und nebenan gibt’s Kaffee mit toller Aussicht.

Bis 27. September, Kochel am See, Franz-Marc-Park 8-10, Di bis So 10 bis 18 Uhr
Kaiserschmarrn mit Alpenblick auf der Neureuth
Karamellisierter Kaiserschmarrn mit Rumrosinen, Mandelblättchen und Apfelmus – schon das allein klingt himmlisch. Obendrein gibt es auf der Neureuth einen herrlichen Blick auf den Tegernsee. Das Beste: Von München aus fährt man nicht lange in das Alpenparadies.

Vom Hauptbahnhof aus nimmt man den Regionalzug RB 57. Etwas über eine Stunde rauschen die Waggons in den Süden, bis man in den Bahnhof Tegernsee einfährt. Von dort aus bietet sich der Sommerweg an. Direkt gegenüber vom Bahnhof links ein kurzes Stück der Klosterwachtstraße und dann dem Nigglweg folgen. Am Hotel „das Tegernsee“ vorbei und den Wegweisern folgen. Etwa eine Stunde geht es nun über wurzelige Waldwanderwege auf 1264 Meter Höhe. Bei schlechtem Wetter nimmt man besser den Winterweg. Dieser startet am Parkplatz Neureuthstraße 60 und führt eine Stunde entlang einer Forststraße.
Auf der Hütte (Di–So 8.30–18 Uhr, Do bis 22 Uhr) gibt’s nun den ersehnten Kaiserschmarrn für 15,90 Euro. Das Helle kostet 4,60. Warme Küche gibt es von 11.30 bis 14.30 Uhr; Suppen, Würstl, Kuchen, Strudel und Kaiserschmarrn ganztägig – bis 30 Minuten vor Schließung. sw
Altstadtfest mit Burgblick in Landshut
Landshut ist ohnehin immer einen Ausflug wert. Gerade wer gerne bummelt, findet in der historischen Altstadt allerlei Geschäfte zum Stöbern. Gesäumt ist die Fußgängerzone außerdem von netten Cafés und Eisdielen. Ein paar Meter weiter – an der Isar entlang – reiht sich ebenfalls Gastronomie aneinander. Irgendwo findet sich also immer ein Platzerl.

Obacht, aber dieses Wochenende, da wird es nämlich gesellig: Es ist Altstadtfest! Etliche Bands spielen in der Altstadt, die Lokale bieten auf der Straße einen Barbetrieb an und Schmankerl gibt es quasi an jeder Ecke. Empfohlen seien hier besonders Brunners Würstl der gleichnamigen Traditionsmetzgerei; freilich mit Senf und Semmel.
Der Eintritt zum Fest ist kostenlos. Wer mit dem Auto kommt, parkt am besten auf der Grieserwiese und läuft etwa 10 Minuten in die Stadt. Der Zug fährt etwa alle 30 Minuten, mit dem Bus sind es nochmal 5 Minuten.
Bier, Musik und Skaten im Clubhaus Eching
Seit rund einem Jahr radeln Giesinger-Fans nach Eching. Die Brauerei schenkt dort im Clubhaus des Tennisvereins ihr Bier aus. Dazu gehört auch ein klassischer Biergarten mit 300 Plätzen. Wer keine Brotzeit dabei hat, bestellt Klassiker wie Schnitzel, Currywurst oder Burger, aber auch Salate und Kasspatzn. Die Halbe Giesinger kostet 4,40 Euro.

Direkt nebenan bietet der Echinger See Abkühlung. Am Samstag um 14 Uhr veranstaltet der Münchner Skateshop SHRN im Clubhaus einen großen Skate-Contest. Skater aus dem In- und Ausland haben ihre Teilnahme zugesagt. Dazu gibt es ein Rahmenprogramm mit Blaskapelle und vielen Aktionen für Familien. Eintritt frei.
Am Dr.-Enßlin-Park 2, Eching
Alte Brennerei Pullach: Lässig, aber fein im historischen Haus
Sebastian Fasching hat schon in Sternelokalen gekocht. Aber seit er die Alte Brennerei in Pullach übernahm, verfolgt er einen etwas anderen Weg. Fein kochen will er weiterhin. Jedoch stört ihn, dass für die gehobene Gastronomie oft Lebensmittel aus der ganzen Welt angekarrt werden. Sein Ansatz ist nachhaltiger. Außerdem möchte er seine Küche für alle zugänglich machen.

Die Gäste können klassische Menüs bestellen, aber auch einzelne Gänge. Im Sommer werden die Tische im hübschen Gastgarten eingedeckt.
Ab sofort hat die Alte Brennerei am Samstag nicht nur abends, sondern auch mittags geöffnet. Unter dem Motto "Kitchen Favorites" stehen Kleinigkeiten auf der Karte, aber auch feste Größen wie Cordon bleu oder Club Sandwich. Aktuell gibt es auch Currywurst und Caesar Salad mit Crunchy Chicken. Wer am Wochenende keine Zeit hat: Freitags ab 12 Uhr dürfen die Leute ans Küchenfenster klopfen und bekommen dann eine Spanferkelsemmel mit Bratensoße auf die Hand.
Habenschadenstr. 4a, Pullach, Sonntag und Montag Ruhetag
Flanieren und Baden am Weßlinger See
Dank der Eiszeit-Gletscher: Mit Seen ist das Münchner Umland reichlich gese(e)gnet. Einer der kleineren ist der Weßlinger See. Ein Ausflug in den Westen lohnt sich aber trotzdem oder gerade deswegen. Der See lässt sich nämlich wunderbar von den Spaziergängern umkreisen. Je nach Schritttempo braucht man für die drei Kilometer lange Umrundung 45 bis 60 Minuten.
Eine Besonderheit: Der zwölf Meter tiefe Weßlinger See besitzt keine natürlichen Zu- oder Abflüsse und wird durch unterirdische Quellen gespeist. Nach dem Spaziergang finden sich dann Bade- und Einkehrmöglichkeiten direkt am Seeufer.
Heilung fürs Herz im Kloster Beuerberg
Beim wem darf man sein Herz ausschütten? Wo findet man Trost? Bei den alltäglichen Ärgernissen bis zu den großen Ängsten. Sei es durch eine schwere Krankheit oder den Verlust eines geliebten Menschen. Die Angebote sind manigfaltig, an allen Ecken wartet ein "Lebenscoach". Wer eine liebe Familie oder gute Freunde hat, ist da meistens besser dran. Und sonst?

Manchmal hilft es, sich zurückzuziehen, an einen stillen Ort, auch in ein Kloster, ob gläubig oder nicht. In Beuerberg gibt es dazu sogar noch die passende Ausstellung "Seelentrost – Was uns heilen kann". Am besten mit einem Abstecher ins Café-Bistro Maria.