Volt fordert Abschleppaktion gegen falsch geparkte E-Scooter in München

Weil noch immer zu viele Leih-Elektroroller auf Geh- und Radlwegen Menschen behindern, fordert die Volt-Fraktion eine "Schwerpunktwoche", bei der die Polizei die Fahrzeuge einsammelt. Wer dann die Abholkosten zahlen soll.
Irene Kleber |
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Vorsicht, Stolpergefahr. Zwei Lime-Elektroroller sind in Milbertshofen  auf dem Gehweg abgestellt, ohne Rücksicht auf Fußgänger. Dahinter ein Voi-Fahrzeug.
Vorsicht, Stolpergefahr. Zwei Lime-Elektroroller sind in Milbertshofen auf dem Gehweg abgestellt, ohne Rücksicht auf Fußgänger. Dahinter ein Voi-Fahrzeug. © Wolfgang Hoffmann

Man kennt den Ärger seit Jahren in München: Leih-Elektroroller, die als Stolperfallen mitten auf einem engen Gehsteig geparkt sind oder herumliegen. Ohne Rücksicht auf Menschen, die mit Kinderwagen, Rollator oder Rollstuhl kaum daran vorbeikommen. Fast noch ärgerlicher sind solche Roller, wenn sie auf Radlwegen stehen, zumal nachts, bei schlechter Sicht. Und immer wieder klagen Sehbehinderte, die mit derlei Hindernissen auf Gehwegen nicht rechnen und stürzen könnten.

Nur, wenn niemand behindert wird

Dabei gibt es Regeln: Auf dem Gehsteig abstellen darf man einen Leih-Scooter nur, wenn niemand dadurch behindert wird und rund 1,80 Meter Platz frei bleiben. In Grünanlagen ist das Abstellen gar nicht erlaubt, und falsch geparkte Roller müssen die Anbieter innerhalb von 24 Stunden einsammeln. Und es gibt jede Menge Abstellplätze, wo man Roller parken kann, ohne andere zu behindern.

Gleich drei rote Exemplare von Voi blockieren in Milbertshofen den Gehweg zwischen Grünstreifen und Radweg.
Gleich drei rote Exemplare von Voi blockieren in Milbertshofen den Gehweg zwischen Grünstreifen und Radweg. © Wolfgang Hoffmann

Abschleppen während einer "Schwerpunktwoche"

Die Stadtratsfraktion von Volt fordert jetzt in einem Antrag eine Maßnahme, die Wirkung zeigen könnte: Leih-Scooter, die „behindernd abgestellt“ sind, sollen abgeschleppt werden. Und zwar im Rahmen einer "Schwerpunktwoche Leih-Scooter", die die Stadt durchführen soll. Polizei oder Kommunale Verkehrsüberwachung sollen während dieser Woche alle im Weg stehenden Elektroroller einsammeln. Und die Betreiberfirmen wie Bolt, Dott, Lime oder Voi sollen ihre Fahrzeuge "gegen entsprechendes Verwarngeld und Verwaltungskostengebühr" (für den Zusatzaufwand der Stadt) am Einsammelort wieder abholen.
"Damit sollen Betreiber als Teil der Problemlösung in die Pflicht genommen werden", schreibt die Fraktion. Weil Leih-Scooter Versicherungskennzeichen tragen, sei es möglich, die Verwarngelder an den jeweiligen Verursacher weiterzugeben.

Zwischen Tramhäusl und Zeitungskästen in Schwabing steht dieser Bolt-E-Scooter im Weg.
Zwischen Tramhäusl und Zeitungskästen in Schwabing steht dieser Bolt-E-Scooter im Weg. © Wolfgang Hoffmann

Künftig nur noch auf festen Flächen?

Langfristig brauche es ein neues Konzept, damit die Stadt steuern kann, wo auf öffentlichen Flächen Leih-Elektroroller abgestellt werden. Wenn im kommenden Jahr bestehende Gesetze auslaufen, sollen Scooter nur noch auf festgelegten Abstellflächen (etwa geteilten Sharing-Flächen) und gar nicht mehr auf Gehwegen geparkt werden dürfen. Es soll Flottenobergrenzen geben, die aus den vorhandenen Abstellflächen errechnet werden. Auch Behindertenverbände wünschen sich das vielfach. Die Volt-Fraktion verweist darauf, dass es in anderen europäischen Städten bereits strenge Abstellregeln gibt, die technisch von den Betreiberfirmen durchgesetzt werden.

"Verantwortung nicht abwälzen"

"Leih-Scooter dürfen Spaß machen", sagt Volt-Stadträtin Alexandra Lang. "Aber sie dürfen abgestellt andere Verkehrsteilnehmende nicht behindern. Wenn sie das tun, werden sie abgeschleppt. So simpel."
Betreiberfirmen von Leih-Scootern müssten "sich selbst als Teil der Lösung sehen und dürfen ihre Verantwortung im öffentlichen Raum nicht abwälzen. Daran möchten wir sie hiermit freundlich, aber deutlich erinnern".

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28 Kommentare
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  • Der wahre tscharlie am 23.08.2026 15:23 Uhr / Bewertung:

    Interessant an dem Thema finde ich doch folgendes...
    Volt fordert von der Polizei eine Abschleppaktion gegen die E-Roller.....
    Vor Monaten forderte die ÖDP eine Abschleppaktion von der Polizei gegen die Gehwegparker....
    Was soll das eigentlich werden?
    Die Polizei, dein Abschleppunternehmen?

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  • Dugi am 22.08.2026 08:26 Uhr / Bewertung:

    Dieses Sharing bedeutet oft, keiner ist verantwortlich. Das muss man ändern, oder sie verbieten. Der Mieter von einem so abgestellten Roller ist ja bekannt, also muss für die Konsequenzen zahlen. Und nach 3 Verstößen wird er gesperrt. Und der Anbieter muss halt Leute dafür bezahlen, dass sie die Straßen absuchen und Roller melden bzw. einsammeln. Und wenn sie das nicht tun, dann ist das eine tolle Beschäftigung für Polizei oder kommunale Verkehrsüberwachung, sie einzusammeln und nur gegen eine hohe Gebühr herauszugeben oder zu verschrotten. Dann kann der Anbieter überlegen, was billiger ist.
    Es bräuchte ein einfaches Meldesystem für Roller, die im Weg stehen und wenn man Anbieter zwingen würde, für jeden gemeldeten Roller 10 Euro Fangprämie zu bezahlen plus Verpflichtung, dass er innerhalb von max. 20 Minuten abgeholt sein muss, dann würden sie sich ihre Kunden sicher auch genauer anschauen und müssen das dann bei ihren Kunden halt eintreiben.

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  • kartoffelsalat am 22.08.2026 08:48 Uhr / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von Dugi

    Die Hauptursache für die Verantwortungslosigkeit ist, dass die StVO quasi außer Kraft ist. Das ist vollkommen unabhängig von Geschäftsmodellen & Eigentumsverhältnissen.

    Polizei & KVÜ nehmen ihre Aufgaben der Verkehrsüberwachung nachweislich nicht im wirksam im Sinne von Sicherheit & Ordnung war und reden sich im Zweifel mit Personalmangel raus.

    Das Meldesystem gibt es bereits von privater Hand: weg.li

    TBNR 101133: Sie behinderten +) durch das Abstellen eines Elektrokleinstfahrzeugs auf <dem Gehweg/der Radverkehrsanlage/der Fahrbahn/einer Verkehrsfläche> Andere.

    Macht 20€.

    Kann der Anbieter das nicht vom Kunden eintreiben zahlt er es selbst.

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