Viktualienmarkt: Standl-Rochaden und eine geplatzte Palast-Revolte

Streit um den Viktualienmarkt: Die Standlbetreiber rangeln um zwei Buden und wählen ihren Vorstand. Nach einer hitzigen, lautstarken Versammlung im Holzfass-Bierkeller von Jürgen Lochbihlers „Pschorr“-Gaststätte bei der Schrannenhalle ist eine „Palast-Revolution“ zerschlagen worden.
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Das frühere „Stefanie“- Häusl ist frei
AZ Das frühere „Stefanie“- Häusl ist frei

MÜNCHEN - Streit um den Viktualienmarkt: Die Standlbetreiber rangeln um zwei Buden und wählen ihren Vorstand. Nach einer hitzigen, lautstarken Versammlung im Holzfass-Bierkeller von Jürgen Lochbihlers „Pschorr“-Gaststätte bei der Schrannenhalle ist eine „Palast-Revolution“ zerschlagen worden.

Die Standlfrauen vom Münchner Viktualien-Markt, weltweit durch ihren Tanz am Faschingsdienstag bekannt, haben gesiegt . Nach einer hitzigen, lautstarken Versammlung im Holzfass-Bierkeller von Jürgen Lochbihlers „Pschorr“-Gaststätte bei der Schrannenhalle ist eine „Palast-Revolution“ zerschlagen worden.

Zwei Rebellen, darunter Holunder-Michi und Gemüse-Stand-Hahn („Tretter“), wollten den Vorstand der „Interessengemeinschaft Viktualienmarkt München e. V.“ eigentlich stürzen. Daraus wurde aber nichts – wie begossene Pudel mussten sie am Ende das Weite suchen.

Grund waren zwei zur Neuvermietung anstehende Marktstandl. Eines ist bis zur Stunde offiziell ausgeschrieben und jeder kann sich bewerben. Das andere, ebenso von Händlern begehrt, soll ganz unüblich an den Senf-Riesen „Develey“ gehen.

Filialen von Großunternehmen würden das Bild des berühmten Marktes aber verändern. Holunder-Michi versprach sich mit seiner Zustimmung für die Senf-Firma eine Häusl-Rochade zu seinen Gunsten. Das kam bei der Sitzung ans Licht. Er wurde von BIO-Stand-Klausi direkt auf diese Machenschaften angesprochen – und unterlag bei der von ihm geforderten Neuwahl des Vorstands.

Von 38 Stimmen fielen in geheimer Abstimmung 31 an die bisherige Marktsprecherin Christl Hirschauer. Nur sieben waren für die Abwahl, worauf Standl-Besitzer Hahn, der ein zweiseitiges Pamphlet gegen die führenden Marktfrauen verfasst hat, ohne Krähen lautlos beschämt zurücktrat und sofort das Lokal verließ. Der frei gewordene Vize-Vorsitz ging einstimmig an Rechtsanwältin Erika von Heimburg.

Als Presse-Sprecherin wurde Duftschmankerl-Stand-Betreiberin Elke Fett, seit 16 Jahren am Platz, in den Vorstand gewählt. Und die sagt: „Wir warten jetzt gespannt auf Markt-Chef Hechinger, der bislang dreimal sein Kommen verschoben hat.“ Zuweilen wurde er von asiatischer Grippe geplagt.

Holunder-Michi hatte dafür gesorgt, dass die Presse bei der Kampfabstimmung verboten wurde – was auch schief ging.Michael Graeter

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